Stellantis sucht für Europa nicht einfach Investoren. Der Konzern sucht Fähigkeiten, die ihm selbst fehlen. Xiaomi und XPeng kommen nicht mehr nur als Herausforderer auf den Markt. Sondern als mögliche Mitgestalter, als Technologiegeber, als Plattformpartner. In die Fabriken. In die Lieferketten. Vielleicht sogar in die Markenwelt eines europäischen Autoriesen.
Das ist kein Ausverkauf, keine feindliche Übernahme. Es ist etwas viel Grundsätzlicheres. China drängt nicht nach Europa. Es wird hereingebeten. Stellantis organisiert seine Zukunft in Europa neu.Und chinesische Hersteller könnten Teil genau dieser Neuordnung werden. Dann würde China nicht nur Autos nach Europa exportieren.Sondern an Europas Autoindustrie selbst mitbauen.
Doch wie schwer die Zusammenarbeit mit chinesischen Autobauern in der Praxis ist, weiss niemand so gut wie Stellantis: Mit Leapmotor arbeitet Stellantis bereits heute eng zusammen. Der Konzern hält rund ein Fünftel an dem chinesischen E-Autobauer. Gemeinsam gründeten sie mit Leapmotor International ein Joint Venture, an dem Stellantis 51 Prozent hält und das die Rechte für Export, Vertrieb und Produktion außerhalb Chinas bündelt. Im Herbst 2024 lief der T03 im polnischen Tychy vom Band. Doch nach wenigen Monaten war dort wieder Schluss.
Offiziell ging es um eine Neubewertung der Europa-Strategie. Tatsächlich zeigte der Fall, wie schnell solche Allianzen politisch werden. Denn sobald Zölle und China ins Spiel kommen, geht es nicht mehr nur um Autos.
Sondern um Einfluss. Um Standorte. Und um Macht.
Noch ist offen, ob aus den Gesprächen mit Xiaomi und XPeng am Ende belastbare Partnerschaften werden. Offen ist auch, ob sie Stellantis wirklich wieder in Europa wettbewerbsfähig machen. Klar ist aber schon heute: Ohne fremde Technologie, fremdes Kapital oder fremde Plattformen wird es für den Konzern im europäischen Elektromarkt eng.