Im Jahr 2000 gründet William Li ein Internetunternehmen für Autoverkäufe: Bitauto.
Eine Onlineplattform für Autoinformationen und Händlervermittlung. Das Geschäft wächst schnell. 2010 geht Bitauto in New York an die Börse. Li wird reich. Und sucht die nächste große Idee.
Vier Jahre später gründet Li ein neues Unternehmen: NextEV. Später wird daraus Nio. Die Vision ist groß. Elektroautos, intelligente Software, neue Mobilität. Und ein Versprechen: „Blue Sky Coming“. Saubere Städte. Blauer Himmel statt Smog.
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Von Anfang an denkt Nio global. Design entsteht in München. Entwickelt wird in den USA und Großbritannien. Produziert wird in China.
Zunächst setzt das Unternehmen auf Aufmerksamkeit. 2016 präsentiert Nio den elektrischen Supersportwagen EP9. Ein Prestigeprojekt — Rekordrunden auf Rennstrecken, internationale Schlagzeilen. 2018 folgt der Börsengang in New York. Die Erwartungen sind enorm.
William Li wird von Medien als „chinesischer Elon Musk“ gefeiert.
Doch das Wachstum ist teuer. Hohe Kosten. Schwache Verkaufszahlen. Massive Verluste. 2019 gerät Nio in existenzielle Schwierigkeiten. Das Geld wird knapp. 2020 steht das Unternehmen kurz vor der Pleite. Die Rettung kommt aus der chinesischen Stadt Hefei. Staatlich unterstützte Investoren steigen ein. Milliarden fließen. Nio wird gerettet.
Dann kommt der nächste Höhenflug. Der globale Elektroauto-Boom treibt die Aktie nach oben. Anfang 2021 erreicht Nio eine Bewertung von über 100 Milliarden Dollar. Doch der Wettbewerb in China wird härter. Preisdruck, hohe Investitionen, sinkende Margen.
Die Verluste wachsen erneut.
2023 folgt die nächste Rettung. Der Staatsfonds CYVN aus Abu Dhabi steigt ein. Milliarden frisches Kapital sichern das laufende Geschäft. Bis heute hält der Fonds 20,1 Prozent am Unternehmen. Lange produziert Nio seine Autos gemeinsam mit dem staatlichen Hersteller JAC. Ein Auftragsmodell. Nio entwickelt, JAC baut.
Ende 2023 übernimmt Nio Maschinen und Produktionsanlagen der bisherigen Partnerwerke.
Die Produktion läuft zunehmend in Eigenregie. Fertigungsgebühren sinken. Doch der Erfolg hat Grenzen.