E-Autos weltweit : E-Auto-Markt: Chinas Dominanz wird zum Warnsignal für Volkswagen und Mercedes

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China dominiert den weltweiten Markt für E-Mobilität inzwischen bei Absatz, Produktion und Herstellern.

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Der weltweite Bestand an Autos mit Elektroantrieb hat 2025 einen neuen Rekord erreicht. Ende des Jahres waren nach Berechnungen des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg mehr als 74 Millionen reine Elektroautos, Plug-in-Hybride und Fahrzeuge mit Range-Extender auf den Straßen unterwegs. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das ein Plus von rund 19 Millionen Fahrzeugen. Der bisher größte jährliche Zuwachs lag 2023 bei 14 Millionen Fahrzeugen.

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Mit großem Abstand wichtigster Markt bleibt China. Dort waren Ende 2025 rund 44 Millionen Fahrzeuge mit Elektroantrieb registriert. Damit fährt etwa sechs von zehn dieser Fahrzeuge weltweit in China. Auf Rang zwei folgen die USA mit rund 7 Millionen Fahrzeugen. Deutschland liegt mit etwa 3,2 Millionen Autos auf Platz drei, vor dem Vereinigten Königreich mit 2,8 Millionen und Frankreich mit 2,5 Millionen.

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E-Auto-Boom: Europa ist stärker als gedacht – doch China treibt den Rekord

Auch Europa spielt im weltweiten Vergleich eine deutlich größere Rolle, als der Blick auf einzelne Länder zunächst vermuten lässt. Die 14 größeren europäischen Märkte, die das ZSW einzeln ausweist, kommen zusammen auf mehr als 16 Millionen Autos mit elektrischem Antrieb. Damit liegt Europa als Region klar vor den USA.

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Ein wichtiger Treiber bleibt der chinesische Markt. Laut ZSW wurden 2025 weltweit 21,4 Millionen Elektrofahrzeuge neu zugelassen, 23 Prozent mehr als im Vorjahr. Allein China kam dabei auf mehr als 14 Millionen Neuzulassungen. Deutschland legte nach zwei schwächeren Jahren wieder deutlich zu: Die Zahl der Neuzulassungen stieg um 50 Prozent auf 856.500 Elektro-Pkw.

Die Entwicklung knüpft an den starken globalen Trend der Vorjahre an. Die Internationale Energieagentur hatte bereits für 2024 mehr als 17 Millionen weltweit verkaufte Elektroautos gemeldet. Damit entfiel damals mehr als jedes fünfte neu verkaufte Auto auf ein Modell mit Elektroantrieb. Für 2025 erwartete die IEA einen weiteren Anstieg auf mehr als 20 Millionen verkaufte Elektroautos.

BYD-Schock: Chinesischer Hersteller hängt Tesla deutlich ab

Nach Einschätzung des ZSW erhöht ein größerer Anteil von Elektrofahrzeugen auch die Widerstandsfähigkeit von Volkswirtschaften gegenüber Preissprüngen bei fossilen Kraftstoffen. Andreas Püttner vom ZSW verweist darauf, dass Besitzer von Elektroautos weniger abhängig von Benzin- und Dieselpreisen seien. Gerade in Krisenzeiten könne das soziale und wirtschaftliche Belastungen begrenzen.

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Bei den Herstellern hat sich das Kräfteverhältnis ebenfalls verschoben. Der chinesische Anbieter BYD liegt nach den ZSW-Daten inzwischen klar vorn. Dabei handelt es sich allerdings nicht um echte Bestandszahlen, sondern um kumulierte Neuzulassungen, die tendenziell etwas höher liegen als die Zahl der tatsächlich noch genutzten Fahrzeuge. BYD kommt demnach auf rund 15 Millionen Fahrzeuge. Tesla folgt mit etwa 9 Millionen, Volkswagen mit 5,7 Millionen. BMW erreicht mit 3,1 Millionen Rang sechs, Mercedes-Benz liegt mit gut 2 Millionen Fahrzeugen auf Platz acht.

BYD hat sich zum wichtigsten E-Auto-Hersteller Chinas entwickelt und setzt die internationale Konkurrenz zunehmend unter Druck.

- © BYD

China-Dominanz: Warum deutsche Autobauer jetzt unter Druck geraten

Die Zahlen zeigen, wie stark sich der Schwerpunkt der Elektromobilität nach Asien verschoben hat. China ist nicht nur der größte Absatzmarkt, sondern auch der wichtigste Produktionsstandort. Nach Angaben der IEA wurden 2024 weltweit 17,3 Millionen Elektroautos produziert; mehr als 70 Prozent davon entfielen auf China.

Damit wird Elektromobilität zunehmend zu einem industriellen Standortthema. Während China bei Marktgröße, Produktion und Herstellerpräsenz dominiert, bleibt Europa vor allem als zusammenhängender Absatzraum relevant. Für deutsche Hersteller ist die Entwicklung ambivalent: Volkswagen, BMW und Mercedes-Benz gehören weiterhin zu den größten Anbietern, stehen aber unter wachsendem Druck chinesischer Wettbewerber.

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