Automotive : Deutsche Autobauer mit Fehlstart 2026: Absatzrückgang bei BMW, Mercedes, VW und Audi
Nachdem BMW in den vergangenen Jahren häufig mit besonders starken Elektroauto-Zahlen aufgefallen war, ging der Absatz hier nun um 20 Prozent auf 87.500 Fahrzeuge zurück.
- © BMWVor allem die schwache Entwicklung in China und teilweise auch in den USA belastete alle Hersteller. In Europa hingegen legten die Verkäufe zu. BMW kam dabei besser durch die ersten Monate des Jahres als die Konkurrenz aus Stuttgart, Wolfsburg und Ingolstadt: Weltweit lieferten die Münchner einschließlich Mini und Rolls-Royce 565.748 Fahrzeuge aus, das waren 3,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.
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Zuvor hatten bereits VW und die Konzerntochter Audi ihre Absatzzahlen für das erste Quartal vorgelegt, in der vergangenen Woche folgten Mercedes und Porsche. Volkswagen verzeichnete konzernweit einen Rückgang von 4 Prozent auf 2,05 Millionen Fahrzeuge über alle Marken hinweg. Mercedes-Benz setzte im ersten Quartal 499.700 Pkw und Vans ab, was einem Minus von 6 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht.
BMW, Mercedes und VW verlieren Milliarden – Europas Markt wird zum letzten Halt
Wegen leicht unterschiedlicher Berechnungsweisen sind die Zahlen nicht direkt vergleichbar, zeigen aber klar die Richtung der Entwicklung.
BMW verliert vor allem in China – Europa und Mini stützen die Bilanz
Ausschlaggebend für das Minus bei BMW war vor allem der Rückgang in China: Dort sanken die Auslieferungen um 10 Prozent auf 144.000 Fahrzeuge. In den USA gab der Absatz um 4,3 Prozent auf gut 90.000 nach. Deutlich besser entwickelte sich dagegen der Heimatmarkt: In Deutschland legte BMW um 10,7 Prozent auf 68.000 Fahrzeuge zu. Europa insgesamt kam mit gut 236.000 Autos auf ein Plus von 3 Prozent.
Die Kernmarke BMW schnitt dabei mit einem Rückgang von 4,6 Prozent auf 496.050 Fahrzeuge etwas schwächer ab. Mini konnte hingegen um 5,9 Prozent auf 68.427 Fahrzeuge zulegen.
Nachdem BMW in den vergangenen Jahren häufig mit besonders starken Elektroauto-Zahlen aufgefallen war, ging der Absatz hier nun um 20 Prozent auf 87.500 Fahrzeuge zurück. Eine Rolle könnte dabei neben anderen Effekten auch die Einführung der ersten Modelle der sogenannten Neuen Klasse spielen.
Bislang wurden davon erst sehr wenige Fahrzeuge ausgeliefert. Bei den Neubestellungen von Elektroautos macht die Neue Klasse aber seit rund einem halben Jahr einen relevanten Anteil aus. Vertriebsvorstand Jochen Goller spricht von „deutlich mehr als 50.000 Auftragseingängen seit Bestellstart in Europa“. Damit übertreffen die Münchner die eigenen Erwartungen, was zumindest Hoffnung für die weitere Entwicklung macht.
VW-Konzern unter Druck in China und Nordamerika – Marktanteil dennoch stabil
Trotz spürbarer Verkaufsrückgänge hat der VW-Konzern seinen globalen Marktanteil nach eigenen Angaben weitgehend stabil gehalten. „Der weltweite Automobilmarkt ging bis Ende März insgesamt zurück“, sagte Audi-Vertriebsvorstand Marco Schubert, der das Ressort auch im Gesamtkonzern verantwortet. „Die Volkswagen Group hat ihren globalen Marktanteil dennoch im Vergleich zum Vorjahreszeitraum weitgehend stabil gehalten.“
In China, wo Europas größter Autobauer unter einem schrumpfenden Markt und starker lokaler Konkurrenz leidet, wurden im Quartal noch 548.700 Fahrzeuge ausgeliefert. Das waren fast 15 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. In Nordamerika fiel die Zahl der Auslieferungen um mehr als 13 Prozent auf 205.500 Fahrzeuge. In den USA betrug das Minus sogar 20,5 Prozent. Dort leiden Europas Autobauer unter den Zöllen von Präsident Donald Trump.
In Deutschland und auch in Europa insgesamt legte VW hingegen zu. In Westeuropa stiegen die Auslieferungen auf fast 850.000 Fahrzeuge, ein Plus von 4,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In Deutschland betrug der Zuwachs 4,8 Prozent. Die Einbußen in China und Nordamerika konnten diese Zuwächse jedoch nicht auffangen.
Schwächer als der Gesamtkonzern entwickelte sich die Kernmarke VW, was auch am höheren China-Anteil liegt: Die Auslieferungen sanken um 7,6 Prozent auf 1,05 Millionen Fahrzeuge. Bei Audi gingen die weltweiten Auslieferungen um 6,1 Prozent auf 360.000 Fahrzeuge zurück. Besonders stark traf es Porsche: Dort schrumpften die Auslieferungen um 14,7 Prozent auf knapp 61.000 Sport- und Geländewagen.
Mercedes leidet unter China-Einbruch, wächst aber in Europa und den USA
Auch bei Mercedes belastete das Geschäft in China die Zahlen erheblich. Der Pkw-Absatz der Marke fiel dort um 27 Prozent auf 111.600 Fahrzeuge. Das drückte weltweit auf die Statistik: Der Pkw-Absatz ohne Vans sank um 6 Prozent auf 419.400 Fahrzeuge. Ohne das China-Geschäft wäre der Pkw-Absatz dagegen um 5 Prozent gestiegen, hieß es. Getragen wurde das von teils deutlichen Zuwächsen in Europa und den USA.
Anders als die deutsche Konkurrenz konnte Mercedes in den USA zulegen: Dort stieg der Absatz um 20 Prozent auf 81.100 Fahrzeuge. In Europa verzeichnete die Marke ein Plus von 7 Prozent auf 158.400 Fahrzeuge. In Deutschland stiegen die Verkäufe um 9 Prozent auf 49.300 Fahrzeuge. Den Rückgang in China konnte das jedoch nicht ausgleichen.