BMW Rückruf Fahrzeugbrand : BMW-Rückruf: Defektes Bauteil kann während der Fahrt Brand auslösen

BMW Startknopf Rückruf

BMW ruft weltweit Fahrzeuge aus mehreren Modellreihen zurück. Insgesamt gehe es um eine mittlere sechsstellige Zahl, hieß es vom Münchner Hersteller.

- © BMW

Der Münchner Automobilhersteller BMW hat einen umfangreichen weltweiten Rückruf gestartet. Betroffen sind Modelle aus zahlreichen Baureihen, die in der Zeit von Juli 2020 bis Juli 2022 mit einem bestimmten Starter-Relais ausgestattet wurden. Nach Unternehmensangaben könne es bei diesen Bauteilen nach häufiger Nutzung zu erhöhtem Verschleiß im Magnetschalter kommen, was die Startfähigkeit der Fahrzeuge beeinträchtigen könne.

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Zuvor hatte das Fachmedium kfz-Betrieb von einer betroffenen Stückzahl von 575.000 Fahrzeugen berichtet. Eine genaue Zahl bestätigte BMW bislang nicht, sprach jedoch von einer mittleren sechsstelligen Anzahl. In Österreich könnten nach Angaben des Unternehmens 1.124 Fahrzeuge potenziell betroffen sein.

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Brandgefahr im Betrieb: BMW warnt vor gefährlichem Defekt am Starter

Im Rahmen interner Qualitätskontrollen habe man festgestellt, dass bei hoher Belastung ein Defekt am Magnetschalter auftreten könne. Die Folge: Das Fahrzeug könne schlechter oder gar nicht mehr gestartet werden. Zusätzlich bestehe das Risiko eines Kurzschlusses, der eine lokale Überhitzung am Starter verursachen könne.

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BMW warnt ausdrücklich: „Im ungünstigsten Fall führt dies zu einem Fahrzeugbrand während des Betriebs. In diesem Fall kann während der Fahrt oder beim Verlassen des Fahrzeugs Rauch gesehen oder gerochen werden.“ Aus Sicherheitsgründen rät der Hersteller dazu, Fahrzeuge nicht mit laufendem Motor unbeaufsichtigt zu lassen.

Zahlreiche BMW-Modelle betroffen: Rückruf betrifft auch Premium-Reihen

Laut BMW betrifft der Rückruf eine Vielzahl von Modellen. Konkret genannt werden Fahrzeuge der Reihen:

  • 2er (intern G42, seit 2021 im Handel)
  • 3er (G20 und G21, seit 2019 im Handel)
  • 4er (G22, G23 und G26, seit 2020)
  • 5er (G30 und G31, gebaut 2017 bis 2024)
  • 6er (G32, gebaut 2017 bis 2023)
  • 7er (G11 und G12, 2015 bis 2022)
  • X3 (G01, 2017 bis 2025)
  • X4 (G02, 2018 bis 2025)
  • X5 (G05, seit 2018)
  • X6 (G06, seit 2019)
  • Z4 (G29, seit 2018)

Der Zeitraum der Fahrzeugproduktion sei jedoch nicht exakt abgrenzbar, da Transportzeiten zwischen Relaisfertigung und Fahrzeugmontage variieren. Zudem könnten auch Fahrzeuge betroffen sein, bei denen im Rahmen einer Reparatur ein fehlerhafter Starter nachträglich verbaut wurde.

Unklarer Produktionszeitraum: Der BMW-Rückruf erstreckt sich über mehrere Baureihen
 

- © BMW

Rückruf mit Vorgeschichte: Schon 2023 warnte BMW vor Brandrisiko

Bereits im Herbst 2023 hatte BMW einen ähnlichen Rückruf veranlasst. Damals war Wasser in den Starter eingedrungen, was zu Korrosion und in der Folge zu Kurzschlüssen und Fahrzeugbränden führen konnte. Rund 1,15 Millionen Fahrzeuge waren damals betroffen. Im Unterschied zum aktuellen Fall bestand damals auch bei ausgeschaltetem Fahrzeug eine Brandgefahr.

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Betroffene Halterinnen und Halter werden schriftlich kontaktiert. Die Überprüfung und ggf. der Austausch der betroffenen Bauteile erfolgt kostenlos in einer autorisierten BMW-Werkstatt. BMW betont, dass es sich um eine vorsorgliche Maßnahme zur Sicherstellung der Betriebssicherheit handelt.

Hinweis: Die genauen Modellvarianten sowie betroffene Märkte können variieren. Besitzerinnen und Besitzer können über die offizielle BMW-Website oder beim BMW-Kundendienst prüfen, ob ihr Fahrzeug vom Rückruf betroffen ist (z. B. über die Fahrgestellnummer / VIN).