Vernetzter Maschinenbau : Big Data Konzepte für die Produktion
Die technologischen Megatrends unserer Zeit bieten produzierenden Unternehmen enormes Potential – allerdings sind dafür nachhaltige Erfolgsstrategien mehr denn je gefragt. Das technische Know-how rund um Automatisierungslösungen für die intelligente Produktion könnte die Position deutscher Unternehmen dabei international stärken. Klar ist: Der Hype um das Trendthema Industrie 4.0 hat mittlerweile nachgelassen. Nun geht es insbesondere darum, Industrie 4.0-Technologie konkret in neue Geschäftsmodelle umzusetzen – diese ermöglichen schließlich Ersparnisse von bis zu 40 Prozent bei der Maschinenproduktivität.
Die Basis für diesen Erfolg stellt der Einsatz von Big Data Lösungen in der Produktion dar. Schließlich bietet Big Data die Möglichkeit, die in der Produktion vorhandenen Daten (Sensordaten, Umgebungsdaten etc.) zu verknüpfen und Muster bzw. Anomalien zu erkennen. Nur so können etwaige Störungen und in der Folge Stillstandzeiten und Ausfälle reduziert werden. Big Data geht sogar noch einen Schritt weiter, indem es die genaue Vorhersage von Ausfällen liefert. Wartungsarbeiten können so frühzeitig durchgeführt werden – Predictive Maintenance lautet das Stichwort. Die Trefferquote solcher Vorhersagen liegt heute bereits bei 80-90 Prozent. Die Vorteile sind eine höhere Produktionseffektivität und geringere Betriebskosten.
Der Elektrotechnikspezialist Weidmüller unterstützt Kunden aus dem Maschinenbau mit seiner Expertise dabei, individuelle Lösungen und Big Data Konzepte für die Produktion zu finden. Die Vernetzung der Produktionsanlagen spielt dabei eine entscheidende Rolle, ist jedoch nicht zwangsläufig notwendig. Wichtiger sind an dieser Stelle vorhandene Sicherheitsstandards, die gewährleisten, dass sensible Produktionsdaten nicht nach „außen" gelangen.
Für Unternehmen wie Nutella oder Coca Cola, die Ihre Rezepte wie ihren Augapfel hüten, wäre es schließlich katastrophal wenn Produktionsdetails abgegriffen würden. Daher gilt es, Analyse und Vernetzung zu entkoppeln. Spezielle Speicherlösungen wie Hybrid-Cloud-Modelle schaffen zudem Abhilfe, wenn es darum geht, die Daten im Rahmen der intelligenten und vernetzten Produktion jederzeit verfügbar und sicher zu machen. „Zugleich muss bei produzierenden Unternehmen aber auch um Vertrauen für diese Lösungen geworben werden. Verschlüsselungsstandards wären an dieser Stelle sicher ein Mittel, das dieses Vertrauen schaffen kann", sagt Michael Matthesius, President Global Industry Management Machinery bei Weidmüller. Deutsche Unternehmen stehen dem Thema Cloud nach wie vor kritisch gegenüber und setzen auf interne Datenzentren. „Bei Licht betrachtet sind die Ängste vieler Unternehmen aber irreal und überzogen, denn die Cloud ist lange nicht so schlecht wie ihr Ruf. Externe Datenzentren verfügen nicht nur über bessere Sicherheitssoftware als firmeninterne Server, sondern sind durch Sicherheitsfirmen und spezielle Architektur auch deutlich besser geschützt." Das Problem beim Thema Security, dessen sich viele nach wie vor nicht bewusst sind, ist allerdings ein ganz anderes: Die größte Gefahr stellt nach wie vor menschliches Versagen dar. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, Mitarbeiter immer wieder für das Thema Datensicherheit und Industriespionage zu sensibilisieren.
Ein weiterer Hemmschuh für den Erfolg von Big Data in der Produktion sind derzeit die finanziellen Hürden für Unternehmen. Softwareinvestitionen können im Gegensatz zu Maschinen nicht abgeschrieben werden. Die Politik muss mittelfristig die Frage klären, wie Softwareinvestitionen künftig finanztechnisch darstellbar sind. „Das Jahr 2016 wird sicherlich von Umsetzungs- und Leuchtturmprojekten großer Player geprägt sein, die dem Markt zeigen, dass Big Data enorme Vorteile bietet: Etwa dass die Produktivität nachhaltig gesteigert werden kann. Dann werden sich Standards leichter etablieren lassen. Ich gehe davon aus, dass bereits in fünf Jahren jede Maschine mit gewissen Predictive Maintenance-Funktionen ausgestattet sein wird."
Weidmüller auf der SPS IPC Drives, 24.-26. November in Nürnberg: Halle 9 an Stand 351