Spiesshofer, der das Steuer bei ABB 2013 übernahm, kann für sich in Anspruch nehmen, den Konzern mit Kostensenkungen und einer neuen Aufstellung profitabler gemacht zu haben. Von einer Abspaltung der Stromnetzsparte will das Management, das von Goldman Sachs, Credit Suisse und McKinsey beraten wird, Insidern zufolge jedoch nichts wissen.
Denn im Gegensatz zu Cevian sieht der Ex-Berater Spiesshofer beträchtliches Synergiepotenzial mit dem Rest der Firma. Die meisten Analysten beurteilen das ähnlich. Der formelle Entscheid, der voraussichtlich im letzten Moment fällt, liegt beim Verwaltungsrat. Eine Schlüsselrolle spielt Investor. Das Anlagevehikel der schwedischen Familie Wallenberg ist mit einem Anteil von über zehn Prozent größter ABB-Eigner und auch im Verwaltungsrat vertreten.
"Die Beweislast, wieso ABB als Einheit bestehen bleiben sollte, liegt beim Unternehmen", erklärt Nordea-Fondsmanager John Hernander. ABB müsse zeigen, wie die Margen und das Wachstum der Konkurrenten übertroffen werden könnten. Analysten erwarten, dass Spiesshofer auf dem Investorentag Maßnahmen zur Ankurbelung des Geschäfts vorlegen und einen weiteren Umbau der Stromnetzsparte ankündigen wird. Kürzlich verkaufte ABB bereits einen kleinen Teil der Division.