Bergbau

Umstrittenes Projekt zum Abbau von Lithium auf der Koralpe verzögert sich

Wegen der Coronakrise verzögert sich der geplante Abbau von Lithium auf der Koralpe in Kärnten. Nach derzeitigen Plänen soll nächstes Jahr eine Machbarkeitsstudie vorliegen und der Abbau 2023 starten.

Standort Kärnten Bergbau Lithium European Lithium

Der geplante Abbau von Lithium auf der Koralpe nahe Wolfsberg in Kärnten verzögert sich wegen der Coronakrise weiter. Die ursprünglich schon für 2019 geplante Machbarkeitsstudie des Unternehmens European Lithium wird es erst 2021 geben und einen Lithium-Abbau nicht vor Ende 2022/Anfang 2023, sagte CEO Dietrich Wanke zur APA. Ursprünglich sollte der Abbau ein Jahr früher starten. Die nötige 400-Mio.-Euro-Finanzierung dafür solle breit aufgestellt sein, so Wanke.

"Corona hat uns einen ganz schrecklichen Strich durch die Rechnung gemacht", sagte Wanke, Geschäftsführer bei der ECM Lithium AT GmbH, der Österreich-Tochter der australischen European Lithium. Das Jahr 2023 sei die "Zielorientierung" für den Start des Abbaus. "Ob es 2023 einen Lithium-Abbau gibt, hängt davon ab, ob es mit der endgültigen Machbarkeitsstudie gelingt, eine Finanzierung aufzustellen", hatte der Manager dazu freilich laut "Kleine Zeitung" (Mittwoch-Ausgabe) eingeschränkt. Ausschlaggebend werde sein, "wie viel auf dem Konto liegt."

Die für das Kärntner Lithium-Projekt (Abbau plus ein Hydroxidwerk) nötigen 400 Mio. Euro sollen "ganz breit aufgestellt" werden, von institutionellen und privaten Investoren bis zu den Aktionären. Gut die Hälfte der Summe soll in den Bau einer Chemiefabrik fließen, wo das Erz zu Lithiumhydroxid verarbeitet wird - in Deutschland hat man dazu eine metallurgische Referenzanlage errichtet. Auch auf Gelder heimischer öffentlicher Stellen sowie der EU-Ebene wolle man zurückgreifen, so Wanke zur APA. Dazu sei man in Gesprächen mit entsprechenden Stellen der Bundesregierung und setze auch auf Unterstützung durch die EU-Kommission, die Lithium für Batterien als kritischen Rohstoff ansehe.

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Dass zuletzt ein geplanter 7,5-Mio.-Euro-Kredit vom Schweizer Investor Helvetica nicht zustande kam, bestätigte Wanke. Zur finanziellen Situation der European Lithium Ltd. sagte er der Zeitung, man habe keine Verbindlichkeiten und habe in der letzten Finanzierungsrunde 2,1 Mio. Euro aufgestellt. In das Koralm-Projekt habe man bisher 10 Mio. Euro für den Kauf der Mine gesteckt und weitere 10 Mio. Euro für die Bohrungen aufgewendet. "Corona zwang uns, das operative Geschäft einzustampfen."

Für das Ende Juni abgeschlossene Geschäftsjahr meldete die börsennotierte European Lithium der Zeitung zufolge 3,257 Mio. Dollar (2,77 Mio. Euro) Verlust und 894.930 Dollar Nettobetriebs-Cashflow. (apa/red)