Transportdrohnen

Game of Drones

Drohnen könnten die Transportlogistik revolutionieren. Noch gibt es aber Startschwierigkeiten.

Von

Sie fliegen emissionsfrei und stehen nie im Stau: Längst haben Logistiker das Potenzial von Transportdrohnen erkannt. Immer mehr Unternehmen versuchen sich an der neuen Technologie.

DHL hebt in China ab

Die Chinesen sind für ihre technologische Experimentierfreude bekannt. Dass der deutsche Versandlogistiker DHL sich ausgerechnet das Reich der Mitte ausgesucht hat, um Paketlieferungen per Drohne zu testen, dürfte also kein Zufall sein. Flugobjekte des Herstellers EHang transportieren ab sofort Sendungen vom DHL Service-Zentrum in der südchinesischen Küstenstadt Dongguan zum acht Kilometer entfernten Standort eines Kunden. Das soll neben Zeit und Kosten auch Emissionen einsparen. Die Bewohner von Dongguan wird’s freuen, leidet die Stadt doch wie so viele chinesische Metropolen am Smog.

DHL, Drohne © DHL

Die chinesischen DHL-Drohnen starten und landen auf intelligenten Paketboxen, die speziell für autonome Lade- und Entladevorgänge entwickelt wurden.

Achtung, tieffliegende Ersatzteile?

Als erste deutsche Firma lässt der Autozulieferer ZF Friedrichshafen seit November auf seinem Werksgelände automatisierte Transportdrohnen steigen. Sie bringen bis zu fünf Kilo schwere Ersatzteile vom Zentrallager zu dezentralen Werkstätten. Ob die Mitarbeiter seither öfter den Kopf einziehen? Um die Gefahr von allfälligen Abstürzen gering zu halten, verlaufe die Route hauptsächlich über die Dächer der Fabrikhallen und kreuzt kaum Zufahrten und Gehwege, betont ZF vorsorglich in einer Aussendung.

White Paper zum Thema

ZF, Friedrichshafen, Drohne © ZF Friedrichshafen

Automobilzulieferer ZF transportiert Ersatzteile per Drohne vom Lager zur Werkshalle.

>> Lesen Sie hier auch weitere Artikel zum Thema Drohnen, etwa über die erste elektrische Passagierdrohne, die FACC entwickelt und produziert. 

Heidi bleibt am Boden

Auf dem Boden der Realität ist unterdessen die Österreichische Post gelandet. Das 2017 abgeschlossene Pilotprojekt „Heidi“, bei dem in Kooperation mit der TU Graz die Drohnenzustellung von Paketen in ländliches Gebiet getestet wurde, wird nicht weiterverfolgt. Die Kosten waren hoch, das Einsatzgebiet zu klein.

Eli-Transporter, Drohnenprojekt, Heidi © Post AG

Inzwischen eingestellt: Das Fahrzeug Eli lud die Akkus der Post-Drohne wieder auf.

Ins Wasser gefallen

Im wahrsten Sinn Baden gegangen ist kürzlich eine Lieferdrohne der Schweizerischen Post.  Die Drohne des amerikanischen Herstellers Matternet, die für die Universitätsklinik Zürich Blutproben ins Labor bringen sollte, stürze im Zürichsee ab. Eine weitere Drohne erlitt kurz darauf in einem Waldstück Bruchlandung.

© ALESSANDRO DELLA BELLA

Die Schweizerische Post-Drohne an besseren Tagen.

Verwandte tecfindr-Einträge