Defence : Drohnenabwehr: Unternehmen bündeln ihre Kräfte
Drohnenabwehr ist technisch komplex. Je nach Ort und Gelände sind Sensoren unterschiedlich geeignet.
- © IgorZh - stock.adobe.comDie aktuelle geopolitische Lage rückt den Schutz kritischer Infrastrukturen in den Fokus. Hybride Bedrohungen durch Sabotage oder Drohnenflüge nehmen kontinuierlich zu, es braucht neue Fähigkeiten und Technologien zur Abwehr. Rheinmetall und die Deutsche Telekom wollen nun gemeinsam einen Abwehrschirm gegen Drohnen und Sabotage entwickeln und adressieren damit primär Städte und kritische Infrastrukturen. Ausgangsbasis ist ein sogenannter Multi-Threat-Protection-Ansatz mit Technologien für die Cybersicherheit und physischen Schutz etwa von Liegenschaften.
Technisch komplexe Abwehr
„Die Bedrohung durch Drohnen ist hochgradig digital. Ihre Abwehr benötigt die Verbindung aus Sensorik, Effektoren und sicheren Kommunikationsnetzen und genau das bündeln Rheinmetall und die Deutsche Telekom“, sagt Armin Papperger, Vorsitzender des Vorstands der Rheinmetall AG.
Rheinmetall zählt zu den weltweit führenden Systemhäusern bei der Flugabwehr und ist selbst Spezialist für autonome Systeme zu Lande, zu Wasser und in der Luft. Drohnen und Aufklärungssysteme sind hier zentraler Bestandteil und dazu werden Sensor- und Datentechnologien entwickelt - für Einsätze im zivilen und sicherheitsrelevanten Bereich. Seit letzten Dezember läuft etwa ein Projekt mit der Polizei Hamburg und dem Hamburger Hafen.
Die Deutsche Telekom ist seit 2017 Systempartner von Behörden und Unternehmen bei der Drohnensicherheit und sichert im In- und Auslandkritische Infrastrukturen, Liegenschaften oder Großevents. Ein Einsatz war etwa bei der Fußball-EURO 2024, wo illegale Drohnenflüge zuverlässig erfasst und abgewehrt wurden.
Mehrstufige Kompetenz
„Mit unserer Kompetenz bei Konnektivität, Cloud und Datenanalyse bringen wir Drohnenabwehr auf eine neue Ebene.Gemeinsam mit Rheinmetall stärken wir so die Souveränität und reduzieren die Sorgen der Bevölkerung“, so Tim Höttges, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom AG.
Drohnenabwehr ist technisch komplex. Je nach Ort und Gelände sind Sensoren unterschiedlich geeignet. Deutsche Telekom und T-Systems erproben seit 2017 verschiedene Sensoren in Kundenprojekten und Feldtests an großen und kleinen Flughäfen und entwickeln sie kontinuierlich weiter. Aktuell kommen bei Kundenprojekten Video-, Audio-, Radiofrequenz(RF)-oder sogenannte Remote-ID-Sensoren und ein Drohnenradar zum Einsatz.
Allein die RF-Sensoren machen derzeit über 90 Prozent aller Drohnen im unteren Luftraum sichtbar. Eine Drohne aufzuspüren ist dabei nicht die alleinige Herausforderung, es geht um ein möglichst frühes Lagebild: Handelt es sich tatsächlich um eine potenzielle Bedrohung? Was für ein Objekt nähert sich der Infrastruktur und aus welcher Richtung? Welche Flugbahn verfolgt es?
Erkennen und reagieren
Technologisch werden diese Szenarien immer anspruchsvoller. Drohnen werden kleiner und schwerer zu erkennen. Gleichzeitig müssen Systeme zuverlässig zwischen Drohnen, Vögeln und Flugzeugen unterscheiden können. Es braucht daher ein Zusammenspiel verschiedener Sensoren und Technologien – von der Erfassung über die sichere Übertragung bis zur Datenanalyse.
Hier kommt auch KI ins Spiel, die bei der rascheren Filterung relevanterInformationen unterstützen und die Reaktionsfähigkeit verstärken kann.Bei sicherheitskritischen Anwendungen braucht es aber nicht nur leistungsfähige Modelle, sondern auch verlässliche Daten, sichere Infrastrukturen und klar definierte Verantwortlichkeiten.
„Drohnenerkennung ist kein Spezialthema mehr, sondern neuerBaustein moderner Sicherheitskonzepte. Je stärker kritische Infrastrukturen digital vernetzt sind, desto wichtiger wird auch die Fähigkeit, Bedrohungen rechtzeitig zu erkennen und entsprechend darauf zu reagieren“, sagt Michael Böhm, Head of Sales bei T-Systems Austria.
IN KOOPERATION MIT T-SYSTEMS