1. Umsatz:
Für jede Person wird der Umsatz der Unternehmen,
in denen sie Funktionen bekleidet, aufsummiert –
gewichtet nach der Funktion (Vorstandsvorsitz = 1,
Aufsichtsratsvorsitz = 0,75 etc.).
2. Vernetzung:
Jede Person übernimmt die Netzwerkzentralität aller
Institutionen (Firmen, Politik/Staat, Gesellschaft),
in denen sie Funktionen bekleidet. Die
Netzwerkzentralität wiederum umfasst die beiden
Dimensionen „Brokerage Capital“ (Verbindung
unterschiedlicher Netzwerkbereiche) und „Closure
Capital“ (Einbettung in Cliquen). Internationale
Positionen wurden stärker gewichtet.
3. Variabilität:
FAS Research erzeugt das Netzwerk der
Top-5000-Unternehmen und ihrer Eigentümer und Töchter
anhand von Kapitalbeteiligungs-/Eigentums-Beziehungen
und/oder Verbindungen über Personen. Aus der
Zuordnung der Unternehmen zu ÖNACE-Klassen wird ein
Variabilitäts-Index für jede Firma errechnet.
Darüber hinaus wurde berücksichtigt, wie sehr die
Manager die Sektoren Politik/ Staat (z. B.
Wirtschaftsverbände), Wirtschaft (Unternehmen und
Privatstiftungen) sowie Gesellschaft (Clubs und
Vereine, Kunst und Kultur, Wissenschaft und
Forschung, Sport etc.) miteinander verbinden.
4. Systemrelevanz:
Sie bildet die Abhängigkeitsverhältnisse in der
Wertschöpfungskette ab. Zur Berechnung der
systemischen Risiken zog FAS Research die
Güterklassen der Input-Output-Matrix der
Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung heran.
Die Gewichtung erfolgte über die Bruttowertschöpfung
innerhalb der Sektoren sowie zwischen den Sektoren
auf Basis zirkulierender Güterflüsse in Millionen Euro.
5. Situational Awareness Booster:
Für die Ausgabe 2026 hat FAS Research die
öffentlichen Äußerungen der 500 erstgereihten
Personen erhoben – mit eigens entwickelten
Such-Prompts und KI-gestützter Recherche in frei
zugänglichen Quellen. Erfasst wurde jeder Beitrag
seit Anfang 2024, in dem einer Person eine Aussage
über eine Bedingung des Wirtschaftens und
Investierens zugeschrieben ist: Energiepreise und
Arbeitskosten, Genehmigungsdauer und Netzanschluss,
Fachkräfte und Infrastruktur, Regulierung, Nachfrage,
Finanzierung. Gezählt wird ein Beitrag dann, wenn
die Person eine solche Bedingung auch benennt –
„Wir investieren hier, weil die Netzanbindung steht“.
Rund 2.700 Beiträge sind auf diese Weise
zusammengekommen. Aus ihnen entstehen zwei Größen.
Die erste Größe ist die gewichtete Häufigkeit:
wie oft eine Person mit solchen Aussagen auftritt.
Dabei wiegt nicht jeder Beitrag gleich viel –
jede Fundstelle wird nach ihrer Quelle gewichtet.
Ein redaktioneller Beitrag in einem Wirtschafts-
oder Qualitätsmedium zählt dreifach, ebenso eine
Aussendung der Industriellenvereinigung, der
Wirtschaftskammer oder eines Fachverbands – dort
spricht die Person in einer Funktion, die über
das eigene Haus hinausreicht. ORF, Fachpresse,
Regionalmedien und Aussendungen öffentlicher Stellen
zählen zweifach, die eigene Unternehmensaussendung,
der Geschäftsbericht und der eigene Kanal zählen
einfach. Bei Aussendungen entscheidet dabei der
Absender, nicht der Inhalt. Den Ausschlag gibt damit
die redaktionelle Sichtbarkeit einer Stimme.
Die zweite Größe ist die Breite. FAS Research hat
die diesjährige Themenanalyse nach der
„Standortformel“ aufgebaut, die sechs Faktoren
beinhaltet: Nachfrage, Rendite und strategischer
Wert auf der Ertragsseite (Zähler), Risiko,
Zeit bis zum Ertrag und Kapitalkosten auf der
Seite der Kapitalbindung (Nenner). Gemessen wird,
zu wie vielen dieser sechs Faktoren sich eine
Person äußert. Der Situational-Awareness-Index ist
das geometrische Mittel aus beidem, aus gewichteter
Häufigkeit und Breite. Wer oft spricht, aber stets
über dasselbe, bleibt damit ebenso im Mittelfeld
wie jemand, der das ganze Feld streift und selten
gehört wird. Vorn steht, wer beides verbindet.
Die besten Ergebnisse wurden im Ranking berücksichtigt:
Die Top 50 in diesem Index stiegen drei Plätze auf,
die Plätze 51–100 stiegen zwei Plätze auf,
die Plätze 101–250 stiegen einen Platz auf.
Der Gesamtrang ergibt sich letztlich aus der Summe
von 1 bis 5 zuzüglich der gewichteten, im Firmenbuch
ausgewiesenen Mitarbeiterzahlen der einer Person
in Haupt- und Nebenfunktionen zugeordneten Unternehmen.