Industrie Ranking Österreich 2026 : AT&S überholt Lenzing und FACC: Der erstaunliche Aufstieg zum Reputationsführer
AT&S schafft den Sprung von Rang 13 auf Platz eins im Reputationsranking der österreichischen Industrie. Besonders die Verbindung zum KI-Boom und die Nachfrage nach High-End-Substraten prägen derzeit die öffentliche Wahrnehmung des Technologiekonzerns.
- © AT&SWer häufig in den Medien vorkommt, genießt deshalb noch lange keine gute Reputation. Genau das ist einer der auffälligsten Befunde des aktuellen Reputation Reports der österreichischen Industrie. Einige der sichtbarsten Konzerne des Landes kommen auf Tausende mediale Erwähnungen – für einen Spitzenplatz im Ranking reicht deren Reichweite allein jedoch nicht. Entscheidend ist vielmehr, mit welchen Themen ein Unternehmen öffentlich wahrgenommen wird und wie positiv oder negativ diese Berichterstattung ausfällt.
Angeführt wird das Ranking 2026 von einem Unternehmen, das im Vorjahr noch nicht einmal in unmittelbarer Nähe der Spitze lag: AT&S steigt von Platz 13 auf Rang eins. Dahinter folgen Lenzing, FACC, Voestalpine und Steyr Motors. Besonders auffällig ist damit die Dynamik an der Spitze: Während Lenzing seinen zweiten Rang hält, verliert FACC die Vorjahresführung und fällt auf Platz drei. Steyr Motors verbessert sich um sechs Plätze, TGW ebenfalls. OMV schafft es neu unter die Top 10.
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AT&S vor Lenzing und FACC: Das sind Österreichs Industrieunternehmen mit der besten Reputation
Grundlage der Untersuchung von PER Insight, vormals IMWF Austria, sind 95.544 auswertbare Aussagen über insgesamt 300 Industrieunternehmen. Analysiert wurde der Zeitraum vom 1. Juli 2025 bis zum 30. Juni 2026. Bewertet wurde nicht die Zahl der Artikel, sondern einzelne Aussagen über Unternehmen. Berücksichtigt wurden Tonalität, Reichweite und sechs Reputationsdimensionen: Produkt & Service, Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit, Management, Arbeitgeber und Innovation. Eigene Unternehmenskanäle flossen nicht in die Analyse ein.
Individuelle Auswertungen aus der Analyse inkl. Empfehlungen für die Unternehmenskommunikation können bei PER Insight bezogen werden.
| Rang | Unternehmen | Veränderung |
|---|---|---|
| 1 | AT&S | +12 |
| 2 | Lenzing | 0 |
| 3 | FACC | -2 |
| 4 | Voestalpine | +2 |
| 5 | Steyr Motors | +6 |
| 6 | Palfinger | -3 |
| 7 | OMV | - |
| 8 | Doppelmayr | -1 |
| 9 | TGW | +6 |
| 10 | KEBA | +2 |
AT&S vom 13. auf den 1. Platz: Wie der KI-Boom den Technologiekonzern nach vorne bringt
Der spektakulärste Aufstieg des Jahres gelingt AT&S. Der Leiterplatten- und Substrathersteller springt von Rang 13 auf Platz eins. Besonders stark ist das Unternehmen in der Dimension Innovation, wo es den Bestwert des gesamten Rankings erreicht. Auch in der Wirtschaftlichkeit liegt AT&S knapp unter dem Höchstwert.
Bemerkenswert ist dabei die Veränderung der medialen Erzählung im Jahresverlauf. Im Juli 2025 dominierten noch Meldungen über einen Verlust von 55,9 Millionen Euro im ersten Quartal. Als Belastungen wurden Wechselkurseffekte, Preisdruck und Anlaufkosten des Werks im malaysischen Kulim genannt.
Einige Monate später hatte sich das Bild deutlich verändert. Im Februar 2026 wurde über ein kräftiges Umsatzplus und ein um 28,1 Prozent höheres EBITDA nach neun Monaten berichtet. Im Mai rückte zusätzlich der starke Kursanstieg der Aktie in den Vordergrund.
Den größten Reputationsschub liefert allerdings die Innovationsgeschichte. Rund 60 Prozent der Innovationsaussagen über AT&S entfallen auf KI und Datenanalytik. In der Berichterstattung erscheint der Konzern als Profiteur des Booms rund um künstliche Intelligenz, weil ein Großkunde verstärkt High-End-Substrate nachfragt.
AT&S zeigt damit exemplarisch, was Reputation derzeit besonders stark verändert: Nicht allein gute Geschäftszahlen, sondern die Verbindung von wirtschaftlicher Erholung mit einer plausiblen Zukunftstechnologie.
Die Innovation hat mit +54 den höchsten Tonalitätssaldo aller Dimensionen. Fast ein Viertel der Aussagen fällt in das Themenfeld KI & Datenanalytik, weitere 18 Prozent in Automatisierung & Robotik. AT&S rückt von Platz 6 an die Spitze, getragen von denselben Berichten über die Nachfrage aus dem KI-Geschäft.
| Rang | Unternehmen | Veränderung zu 2025 |
|---|---|---|
| 1 | AT&S | +5 |
| 2 | OMV | +5 |
| 3 | Voestalpine | +2 |
| 4 | Lenzing | +5 |
| 5 | FACC | -3 |
Lenzing zwischen Nachhaltigkeit und Stellenabbau: Warum die Reputation zwei Gesichter hat
Lenzing behauptet Platz zwei und erreicht gleich in mehreren Kategorien Spitzenwerte. Das Unternehmen liegt bei Produkt & Service, Nachhaltigkeit und Management auf Rang eins.
In der Nachhaltigkeit tragen unter anderem das vierte Triple-A-Rating von CDP, die fünfte Platin-Bewertung von EcoVadis sowie die gemeinsam mit Verbund errichtete Power-to-Heat-Anlage mit 14 Megawatt zur positiven Wahrnehmung bei. Auch Produkt- und Servicethemen werden ausgesprochen positiv bewertet.
Doch der Reputation Report zeigt gleichzeitig die Schattenseite. Die Arbeitgeberdimension ist die schwächste Kategorie von Lenzing. Im September 2025 kündigte das Unternehmen an, bis Ende 2027 bis zu 600 Stellen abzubauen – rund ein Fünftel der Belegschaft am Hauptsitz. Hinzu kamen Streiks im Zuge der Kollektivvertragsverhandlungen der chemischen Industrie.
Der Fall Lenzing macht deutlich: Ein Unternehmen kann bei Technologie, Nachhaltigkeit und Management ausgezeichnet wahrgenommen werden und gleichzeitig ein deutlich schwierigeres Arbeitgeberimage haben. Genau diese Widersprüche machen den Report für Entscheider interessant. Reputation ist kein einheitlicher Wert, sondern das Ergebnis sehr unterschiedlicher öffentlicher Wahrnehmungen.
Das Management ist vor allem eine Personaldimension: 44 Prozent der Aussagen fallen in das Themenfeld Leadership und Personalia. An der Spitze stehen Lenzing und Voestalpine gleichauf, Lenzing mit dem Wechsel an der Unternehmensspitze, Voestalpine mit einem öffentlich sichtbaren Vorstandschef, der Quartalszahlen und die Industriepolitik kommentiert. OMV hat mit 3.035 Aussagen die größte Präsenz der Dimension und fällt auf null. Der Saldo liegt bei −3. Ausschlaggebend sind der Konzernumbau, eine Gerichtsniederlage gegen Gazprom in Russland im Jänner 2026 und die Kritik von Vorstandschef Alfred Stern an der österreichischen Politik. Das Themenfeld Governance & Recht kommt bei OMV auf einen Saldo von −24.
| Rang | Unternehmen | Veränderung zu 2025 |
|---|---|---|
| 1 | Lenzing | 0 |
| 2 | Voestalpine | +7 |
| 3 | FACC | 0 |
| 4 | AT&S | - |
| 5 | Palfinger | -3 |
FACC wächst mit der Luftfahrt: Neues Werk und 300 Jobs stärken den Flugzeugzulieferer
FACC, im Vorjahr noch auf Platz eins, fällt auf Rang drei. Dennoch erreicht der Luftfahrtzulieferer in zwei wichtigen Dimensionen den Bestwert der Industrie: Wirtschaftlichkeit und Arbeitgeber.
Die Wirtschaftlichkeit profitiert vom Aufschwung der Luftfahrt. Medien berichteten über Umsatzsteigerungen sowie einen Rekordumsatz von knapp einer Milliarde Euro. Gleichzeitig kündigte FACC im März 2026 ein neues Werk in St. Martin im Innkreis mit 300 neuen Arbeitsplätzen an.
Gerade diese Nachricht zeigt, wie einzelne unternehmerische Entscheidungen gleichzeitig auf mehrere Reputationsdimensionen wirken können. Ein neues Werk signalisiert Expansion und wirtschaftliche Stärke – und verbessert zugleich das Bild als Arbeitgeber. Auch auf Jobplattformen erreicht FACC mit 3,8 von fünf Sternen bei 786 Bewertungen und einer Weiterempfehlungsrate von 87 Prozent vergleichsweise hohe Werte.
Die Arbeitgeberdimension ist die kleinste und die einzige, in der positive und negative Aussagen fast gleichauf liegen. Größtes Themenfeld ist die Arbeitsplatzsicherheit mit 23 Prozent der Aussagen und einem Saldo von −33, dazu kommen Streik und Gewerkschaft mit 7 Prozent und −38. Mehr als die Hälfte der Aussagen zur Arbeitsplatzsicherheit betrifft vier Unternehmen: Lenzing, OMV, Voestalpine und ZF.
An der Spitze stehen Unternehmen, die mit Personalaufbau und Ausbildung in den Medien vorkommen. FACC mit dem neuen Werk und 300 Arbeitsplätzen, Test-Fuchs mit einer Platzierung im Arbeitgeberranking des „Industriemagazin“, Palfinger mit Lehrlingsausbildung und einer Nennung unter den besten Arbeitgebern Salzburgs. Doppelmayr, 2025 auf Platz 1, steht auf Platz 4 und hat mit 4,3 von 5 Sternen und 97 Prozent Weiterempfehlung einen der höchsten Werte auf den Jobplattformen.
| Rang | Unternehmen | Veränderung zu 2025 |
|---|---|---|
| 1 | FACC | +1 |
| 2 | Test-Fuchs | +2 |
| 3 | Palfinger | +6 |
| 4 | Doppelmayr | -3 |
| 5 | TGW | - |
Steyr Motors profitiert vom Rüstungsboom: Leopard-2-Motoren treiben den Aufstieg
Zu den größten Gewinnern gehört auch Steyr Motors. Das Unternehmen steigt von Platz elf auf Platz fünf und weist mit +43 den höchsten Tonalitätssaldo der Top Ten auf. Getragen wird die Entwicklung vor allem von der Nachfrage aus dem Verteidigungsbereich. Berichtet wurde über volle Auftragsbücher, Motoren für den Kampfpanzer Leopard 2 sowie einen Auftragsbestand von 308 Millionen Euro im Juni 2026.
Hinzu kommen neue Geschäftsfelder: mobile Stromerzeugung, die Übernahme eines Marine-Motorenbauers und Antriebe für unbemannte Landfahrzeuge.
Steyr Motors liefert damit ein weiteres Beispiel dafür, wie stark aktuelle Investitionszyklen die öffentliche Wahrnehmung industrieller Unternehmen verändern können. Gleichzeitig bleibt das Bild nicht frei von Risiken: Negativ wirkte die im November 2025 gesenkte Jahresprognose wegen verzögerter Aufträge.
Die Wirtschaftlichkeit besteht zu einem Viertel aus Geschäftsentwicklung, also Quartals- und Jahreszahlen. Dazu kommen Standorte und Expansion mit 11 Prozent und Aufträge mit 10 Prozent. Die Aktienentwicklung stellt 9 Prozent der Aussagen und ist das einzige größere Themenfeld mit einem Saldo von 0.
FACC übernimmt die Spitze von Steyr Motors, das auf Platz 3 steht. AT&S, 2025 nicht unter den ersten 20, liegt auf Platz 2. Die beiden Unternehmen mit den meisten Aussagen stehen weiter hinten: OMV mit 7.221 Aussagen auf Platz 5, Voestalpine mit 4.037 nicht unter den ersten fünf.
Beide kommen auf einen Tonalitätssaldo von rund +10, bei OMV mit Berichten über den Konzernumbau und gekürzte Investitionspläne, bei voestalpine über sinkende Umsätze und US- Zölle.
| Rang | Unternehmen | Veränderung zu 2025 |
|---|---|---|
| 1 | FACC | +1 |
| 2 | AT&S | - |
| 3 | Steyr Motors | -2 |
| 4 | Lenzing | 0 |
| 5 | OMV | - |
OMV dominiert die Schlagzeilen – warum Österreichs Energiekonzern trotzdem nur auf Platz sieben liegt
Die vielleicht interessanteste Erkenntnis für Kommunikations- und Unternehmenschefs liefert OMV. Der Konzern steht für 19,7 Prozent aller Aussagen über die untersuchte Industrie. Damit entfällt beinahe jede fünfte analysierte Aussage auf OMV. Der Konzern wird rund doppelt so häufig erwähnt wie Voestalpine.
Trotzdem reicht diese Präsenz nur für Rang sieben. Der Grund: Sichtbarkeit und Reputation sind nicht dasselbe. Der Tonalitätssaldo der OMV liegt insgesamt lediglich bei +2. Während der Konzern in Nachhaltigkeit und Innovation sehr gut abschneidet, fallen andere Dimensionen deutlich schwächer aus.
Im Management belasteten unter anderem der Konzernumbau, eine Gerichtsniederlage gegen Gazprom in Russland sowie politische Debatten. Im Themenfeld Governance & Recht weist OMV einen negativen Saldo auf.
Noch deutlicher wird der Effekt bei Thyssenkrupp. Mit 4.141 Aussagen besitzt der Konzern die fünftgrößte Präsenz im Feld, schafft es bei einem Tonalitätssaldo von null aber nicht unter die ersten zehn.
Für Unternehmenskommunikation lässt sich daraus eine klare Erkenntnis ableiten: Share of Voice ist kein Selbstzweck. Entscheidend ist, mit welchen Themen ein Unternehmen öffentliche Aufmerksamkeit erzeugt.
Die Nachhaltigkeit hat nach der Innovation den höchsten Tonalitätssaldo. Die größten Themenfelder sind erneuerbare Energien mit 16 Prozent, Sport- und Kultursponsoring mit 15 Prozent sowie Kreislauf- und Abfallwirtschaft mit 10 Prozent. Lenzing hält Platz 1.
Die größten Sprünge machen die Grundstoffkonzerne. OMV steigt von Platz 14 auf 2, getragen von Geothermieprojekten in Wien-Aspern und Graz und einer Anlage für grünen Wasserstoff. Negativ wirkt ein Bericht über Chemikalien aus einem OMV-Areal im Grundwasser im Mai 2026. Voestalpine steigt von Platz 17 auf 3 und AT&S von 16 auf 4.
| Rang | Unternehmen | Veränderung zu 2025 |
|---|---|---|
| 1 | Lenzing | 0 |
| 2 | OMV | +12 |
| 3 | Voestalpine | +14 |
| 4 | AT&S | +12 |
| 5 | Fronius | -3 |
KI schlägt klassische Wirtschaftsthemen: Was Österreichs Industrie-Reputation wirklich antreibt
Auch der Blick auf die sechs Bewertungsdimensionen ist aufschlussreich. Mit 39 Prozent entfällt der mit Abstand größte Teil aller Aussagen auf die Wirtschaftlichkeit. Umsatz, Ergebnis, Aufträge, Investitionen und Marktposition dominieren also weiterhin die öffentliche Wahrnehmung der Industrie. Doch die Tonalität fällt hier mit +17 nur vergleichsweise moderat aus.
Ganz anders bei Innovation: Lediglich 8,1 Prozent aller Aussagen gehören zu dieser Kategorie, ihr Tonalitätssaldo beträgt jedoch +54 – der höchste Wert aller sechs Dimensionen. Fast ein Viertel der Innovationsaussagen beschäftigt sich mit KI und Datenanalytik, weitere 18 Prozent mit Automatisierung und Robotik.
Damit zeigt die Untersuchung eine bemerkenswerte Verschiebung: Wirtschaftliche Kennzahlen erzeugen zwar die größte Aufmerksamkeit. Die stärksten positiven Reputationsimpulse entstehen aber dort, wo Unternehmen mit Zukunftstechnologien, Forschung und neuen Geschäftsmodellen verbunden werden.
Auch Nachhaltigkeit erzielt mit +41 einen hohen Tonalitätswert.
| Dimension | Anteil | Tonalität |
|---|---|---|
| Produkt & Service | 19,4 % | +34 |
| Wirtschaftlichkeit | 39,0 % | +17 |
| Nachhaltigkeit | 11,7 % | +41 |
| Management | 15,3 % | +21 |
| Arbeitgeber | 6,4 % | +2 |
| Innovation | 8,1 % | +54 |
Stellenabbau belastet die Reputation: Warum Jobs für Lenzing, OMV und voestalpine zum Faktor werden
Am anderen Ende der Skala steht die Arbeitgeberdimension. Nur 6,4 Prozent aller Aussagen entfallen auf Arbeitgeberthemen, gleichzeitig liegt der Tonalitätssaldo mit +2 beinahe bei null. Besonders kritisch ist die Arbeitsplatzsicherheit. Dieses Themenfeld erreicht einen Saldo von −33. Bei Streiks und Gewerkschaftsthemen beträgt der Wert sogar −38.
Mehr als die Hälfte der Aussagen über Arbeitsplatzsicherheit konzentriert sich auf nur vier Unternehmen: Lenzing, OMV, voestalpine und ZF. An der Spitze der Arbeitgeberwertung stehen hingegen Unternehmen, die mit Personalaufbau und Ausbildung in den Medien präsent sind. FACC erreicht Platz eins, gefolgt von Test-Fuchs, Palfinger, Doppelmayr und TGW.
Für Vorstände bedeutet das: Personalentscheidungen sind längst keine reine HR-Frage. Werksschließungen, Stellenabbau, neue Standorte oder Ausbildungsprogramme verändern unmittelbar das öffentliche Unternehmensbild.
KI, Rüstung und Dekarbonisierung: Diese Trends verändern Österreichs Industrie-Reputation
Der Reputation Report 2026 zeigt eine Industrie, deren öffentliche Wahrnehmung zunehmend von Transformationsthemen geprägt wird. AT&S profitiert von der Verbindung zum KI-Boom. Steyr Motors gewinnt durch die wachsende Verteidigungsnachfrage. Voestalpine verbessert sich trotz konjunktureller Belastungen und Stellenabbaus und wird gleichzeitig mit dem Umbau hin zu einer kohlenstoffärmeren Stahlproduktion verbunden. FACC kombiniert Wachstum mit Arbeitsplatzaufbau.
Auf der anderen Seite demonstrieren OMV und Thyssenkrupp, dass enorme Reichweite allein keinen Reputationsvorsprung garantiert.
Der entscheidende Unterschied liegt offenbar nicht darin, wie oft über ein Unternehmen gesprochen wird, sondern worüber. Für Industrieunternehmen ist das eine strategisch relevante Erkenntnis. Wirtschaftlichkeit bleibt die Grundlage der Wahrnehmung. Den stärkeren positiven Effekt erzeugen derzeit aber Geschichten über Innovation, Technologie, Investitionen und Transformation.
Das Ranking zeigt deshalb mehr als Gewinner und Verlierer eines Medienjahres. Es zeigt, welche Erzählungen über Österreichs Industrie derzeit tragen – und welche Themen selbst große Konzerne reputativ unter Druck setzen können.
AT&S, OMV, FACC und Lenzing: Fünf Lehren aus dem Industrie-Ranking 2026
- Reichweite allein bringt nichts. OMV dominiert die Medienmenge, aber nicht das Ranking.
- Innovation liefert den höchsten Reputationsbonus. Besonders KI, Automatisierung und neue Technologien.
- Wachstum plus Zukunftstechnologie ist die stärkste Kombination. AT&S, FACC und Steyr Motors illustrieren das.
- Personalabbau schlägt direkt auf die Marke durch. Lenzing und Voestalpine zeigen den Effekt.
- Die Transformation der Industrie wird selbst zum Reputationsfaktor. Dekarbonisierung, KI, Verteidigung und neue Produktionsstandorte prägen zunehmend das öffentliche Unternehmensbild.