Roboter NXAI NEURA : NEURA Robotics und NXAI: Europas KI-Allianz soll Robotern ein Gedächtnis geben

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Sepp Hochreiter, Chief Scientist von NXAI, Albert Ortig, CEO von NXAI, David Reger, Gründer und CEO von NEURA Robotics und Arne Nordmann, Vice President Technology & Innovation, NEURA Robotics (v.l.n.r.)  

- © NEURA Robotics.

Roboter sollen künftig nicht nur auf ihre unmittelbare Umgebung reagieren, sondern auch auf frühere Erfahrungen zurückgreifen können. An diesem Ziel arbeiten NEURA Robotics und NXAI im Rahmen einer neuen Kooperation. Die beiden Unternehmen wollen ihre Technologien verbinden, um die Gedächtnisfunktionen künstlicher Intelligenz für den Einsatz in der Robotik weiterzuentwickeln.

Technologische Grundlage ist Neuron AI, das multimodale Foundation-Modell von NEURA Robotics. Es verarbeitet unterschiedliche Informationsquellen, darunter dreidimensionale Bilddaten, taktile Sensordaten, Audiosignale, Informationen über den Zustand des Roboters sowie Sprache. Diese Fähigkeiten sollen mit der xLSTM-Architektur von NXAI kombiniert werden. Der rekurrente KI-Ansatz ist darauf ausgelegt, Informationen über längere Sequenzen hinweg effizient zu speichern und laufend zu aktualisieren.

Die Zusammenarbeit umfasst neben der gemeinsamen Forschung auch eine Erweiterung des Modellangebots auf der Neuraverse-Plattform. NXAI plant, dort ein eigenes Modell auf Basis von xLSTM bereitzustellen. Dieses soll künftig parallel zu NEURAs eigenem Foundation-Modell Neuron AI genutzt werden können.

Eine zentrale Herausforderung beim Einsatz autonomer Roboter ist die kontinuierliche Verarbeitung von Informationen. Anders als ein Chatbot, der einzelne Anfragen beantwortet, muss ein Roboter seine Umgebung laufend erfassen, Entscheidungen treffen und entsprechende Bewegungen ausführen. In industriellen Anwendungen kann dieser Prozess über viele Stunden hinweg andauern.

Dafür sind unterschiedliche Formen des Gedächtnisses erforderlich. Das Arbeitsgedächtnis ermöglicht es einem Roboter beispielsweise, nachzuvollziehen, ob ein Bauteil bereits montiert, eine Tür geöffnet oder ein bestimmter Arbeitsschritt abgeschlossen wurde. Ein längerfristiges, episodisches Gedächtnis soll darüber hinaus ermöglichen, bei wiederkehrenden Aufgaben auf zuvor gesammelte Erfahrungen zurückzugreifen.

Hier setzt die Technologie von NXAI an. Die xLSTM-Architektur wurde für die effiziente Verarbeitung langer Informationssequenzen entwickelt und soll dazu beitragen, Zustandsinformationen über längere Zeiträume verfügbar zu halten.

„Gedächtnis und Erfahrungen sind die Voraussetzungen für Roboter, Aufgaben über viele Schritte zuverlässig zu lösen“, erklärt Sepp Hochreiter, Chief Scientist von NXAI. „xLSTM ist dafür gebaut, ist schnell, speichereffizient und kann den Zustand über lange Sequenzen halten. Gemeinsam mit NEURA bringen wir diese Stärke in die Physical AI, aus Europa für die Welt.“

Auch NEURA-Gründer und CEO David Reger sieht in der Fähigkeit, Informationen zu speichern und wiederzuverwenden, einen wesentlichen Entwicklungsschritt für die Robotik. „Ein Roboter, der im Alltag und in der Industrie wirklich hilft, muss sich erinnern“, betont Reger. Mit Neuron AI habe das Unternehmen bereits eine technologische Grundlage geschaffen. Die Zusammenarbeit mit NXAI und Sepp Hochreiter soll die Gedächtnisfunktionen nun weiter ausbauen.

Neben der technologischen Entwicklung verfolgen die Partner das Ziel, Unternehmen unterschiedliche KI-Architekturen innerhalb einer gemeinsamen Plattform zugänglich zu machen.

Das geplante NXAI-Modell soll sich mit den Werkzeugen des Neuraverse für spezifische industrielle Anwendungen anpassen lassen. Anschließend könnten Unternehmen die Modelle in den sogenannten NEURA Gyms unter realitätsnahen Bedingungen trainieren und erproben, bevor sie auf geeigneten Robotersystemen zum Einsatz kommen.

Damit soll die Plattform künftig verschiedene Modellansätze innerhalb derselben Entwicklungs-, Trainings- und Anwendungsumgebung unterstützen. Neuron AI bleibt dabei das eigenständige multimodale Foundation-Modell von NEURA Robotics und wird unabhängig von der Kooperation weiterentwickelt.

Nach Angaben der Unternehmen sollen Anwender außerdem die Kontrolle über ihr betriebliches Prozesswissen behalten. Sie können selbst entscheiden, ob und in welchem Umfang sie Daten oder erlernte Fähigkeiten mit anderen Teilnehmern der Plattform teilen.

Die beiden Unternehmen bringen unterschiedliche technologische Schwerpunkte in die Zusammenarbeit ein. NEURA Robotics steuert seine Robotik- und Sensoriktechnologie, multimodale KI-Modelle sowie Trainingsdaten aus den NEURA Gyms bei. Hinzu kommt die Neuraverse-Plattform als Entwicklungs- und Anwendungsumgebung für robotische Fähigkeiten.

NXAI ergänzt diese Infrastruktur um seine Expertise im Bereich rekurrenter neuronaler Netze und der xLSTM-Architektur. Die Technologie soll insbesondere dort Vorteile bieten, wo KI-Systeme Informationen über längere Zeiträume verarbeiten und ihren internen Zustand kontinuierlich aktualisieren müssen.

Langfristig soll die Kooperation dazu beitragen, Roboter über die Ausführung einzelner, vorab trainierter Fähigkeiten hinauszuentwickeln. Statt ausschließlich festgelegte Aufgaben abzuarbeiten, sollen sie Erfahrungen aus früheren Interaktionen nutzen und ihre Fähigkeiten schrittweise verbessern können.

Das Vorhaben ist Teil der Neuraverse-Strategie von NEURA Robotics. Dahinter steht die Vorstellung einer sogenannten Robot Skill Economy, in der einmal erlernte Fähigkeiten weiterentwickelt und auf andere Roboter oder Einsatzumgebungen übertragen werden können. Die Zusammenarbeit mit NXAI soll dafür einen weiteren technologischen Baustein liefern.

ZU DEN UNTERNEHMEN

Über NXAI

NXAI ist ein österreichisches Deep-Tech-Unternehmen mit Sitz in Linz, das Lösungen für industrielle Anwendungen entwickelt. Das Unternehmen hat es sich zur Mission gemacht, die eigene KI-Forschung in marktreife Produkte zu überführen und eine Brücke zwischen Forschung und Industrie zu schlagen. Im Mittelpunkt der Forschung stehen xLSTM-Modelle in den Bereichen Time Series und Robotics.

Über NEURA Robotics

NEURA wurde aus der Überzeugung gegründet, dass die nächste große technologische Revolution nicht auf Bildschirmen stattfinden wird, sondern in der physischen Welt. Während alternde Gesellschaften, Arbeitskräftemangel und die wachsende Nachfrage nach qualifizierter Arbeit Volkswirtschaften weltweit verändern, wird Physical AI unverzichtbar, um Produktivität, Wohlstand und Lebensqualität zu sichern.

NEURA Robotics wurde 2019 gegründet, hat seinen Hauptsitz in Metzingen und ist ein globales Physical-AI-Unternehmen. Es entwickelt die Technologien, mit denen intelligente Maschinen in der realen Welt lernen, sich anpassen und Seite an Seite mit Menschen arbeiten können. Das Unternehmen entwickelt kognitive Roboter, die sehen, hören, fühlen und lernen können, sowie die Software, KI und Dateninfrastruktur, die für ihren Einsatz im großen Maßstab nötig sind.

Ein großer Teil des weltweiten Bruttoinlandsprodukts entsteht heute durch körperliche Arbeit. NEURAs Mission ist es, körperliche Arbeit skalierbar zu machen und die Zeit drastisch zu verkürzen, in der Maschinen neue Fähigkeiten lernen und weltweit eingesetzt werden können. NEURA Robotics baut Physical AI aus Europa, gemeinsam für die Welt.

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