Künstliche Intelligenz in der Industrie : Künstliche Intelligenz bei Greiner: Effiziente Geschäftsprozesse durch smarte KI-Lösungen

Wie können Unternehmen Künstliche Intelligenz (KI) erfolgreich in ihre Geschäftsprozesse integrieren? Es sprechen die Experten Alexander Leitl (Greiner AG) und Manuel Hausjell (Tietoevry Austria) über KI-Anwendungsfälle, die Effizienz steigern und den Arbeitsalltag erleichtern.

Wie können Unternehmen Künstliche Intelligenz (KI) erfolgreich in ihre Geschäftsprozesse integrieren? Es sprechen die Experten Alexander Leitl (Greiner AG) und Manuel Hausjell (Tietoevry Austria) über KI-Anwendungsfälle, die Effizienz steigern und den Arbeitsalltag erleichtern.

- © Industriemagazin

Die Greiner AG mit Sitz in Kremsmünster, Österreich, zählt zu den weltweit führenden Unternehmen für Kunststoff- und Schaumstofflösungen. Um sich den Herausforderungen der Digitalisierung und Prozessoptimierung zu stellen, setzt Greiner verstärkt auf generative Künstliche Intelligenz (GenAI). Gemeinsam mit dem Software-Engineering-Dienstleister Tietoevry Austria wurden bereits mehrere KI-Projekte realisiert – mit dem Ziel, Effizienz zu steigern und die Datenqualität zu verbessern.

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KI-gestützte Automatisierung im Bestellprozess

Ein zentraler Anwendungsbereich ist die automatisierte Verarbeitung von Bestellungen, die per E-Mail als PDF eingehen. Mit Hilfe von Microsofts „Document Intelligence Studio“ werden eingehende Aufträge analysiert, relevante Daten extrahiert und über die Cloud direkt in das ERP-System von Greiner übertragen. Eine nahtlose Schnittstelle zu SAP sorgt für eine automatisierte Auftragserstellung.

Doch trotz Automatisierung bleibt der Mensch im Prozess integriert: Sollte das sogenannte „KI-Vertrauensintervall“ unter 80 Prozent fallen, erfolgt eine manuelle Überprüfung durch Mitarbeitende. Diese Kombination aus Künstlicher Intelligenz und menschlicher Kontrolle gewährleistet eine hohe Datenqualität und steigert die Effizienz.

„Der Greiner ist es ganz wichtig, dass wirklich alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Vollen schöpfen können“, betont Alexander Leitl, verantwortlich für Digitalisierungsthemen bei Greiner. „Unser Ziel ist es, den technologischen Fortschritt von KI mit unserer Unternehmens-Expertise und der menschlichen Kreativität zu kombinieren, um die bestmöglichen Produkte und Lösungen für unsere Kunden bereitzustellen.“

Alexander Leitl, Digital Business Transformation Manager, Greiner AG
Alexander Leitl, Digital Business Transformation Manager, Greiner AG - © Greiner AG

GenAI für den Arbeitsalltag: Microsoft Copilot im Einsatz

Neben der Prozessautomatisierung setzt Greiner auch im Büroalltag auf KI. Tietoevry Austria begleitete das Unternehmen bei der Implementierung von Microsoft Copilot, einer GenAI-Lösung, die in Office-Programme wie Word, PowerPoint und Teams integriert ist. Hierbei lag der Fokus insbesondere auf dem Change Management, um den Mitarbeitenden den optimalen Einsatz der Technologie zu ermöglichen.

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Leitl hebt hervor, dass KI gezielt dort eingesetzt wird, wo sie den Arbeitsalltag erleichtert und Stärken des Unternehmens weiter ausbaut: „Ich glaube, dass das dazu führt, dass nicht nur effizienter gearbeitet wird, sondern dass wir auch bessere und hochqualitative Ergebnisse erzielen.“ Wichtig sei zudem, dass die Mitarbeitenden gerne mit der Technologie arbeiten, denn nur so könne eine nachhaltige und erfolgreiche Implementierung sichergestellt werden.

Über Tietoevry Austria

Tietoevry Austria ist ein Anbieter von Software-Engineering- und IT-Dienstleistungen mit Fokus auf digitaler Transformation, Cloud-Technologien und Künstlicher Intelligenz. Als Teil des skandinavischen IT-Konzerns Tietoevry unterstützt das Unternehmen Kunden aus verschiedenen Branchen bei der Entwicklung und Implementierung moderner Technologien, um Geschäftsprozesse zu optimieren und Wettbewerbsvorteile zu sichern.

Ein besonderer Schwerpunkt von Tietoevry Austria liegt auf generativer Künstlicher Intelligenz (GenAI) und datengetriebenen Lösungen. Das Unternehmen begleitet Kunden bei der Einführung und Integration von KI-Technologien, insbesondere in den Bereichen Automatisierung, Decision Intelligence und Wissensmanagement.

Neben der technischen Umsetzung legt Tietoevry Austria großen Wert auf Change Management, um Mitarbeitende bestmöglich in die digitale Transformation einzubinden. Durch die Einführung von Microsoft Copilot in Unternehmen sorgt Tietoevry Austria dafür, dass KI-gestützte Tools in den Büroalltag integriert werden.

Zukunftspläne: Decision Intelligence und Wissensmanagement

Greiner plant, den Einsatz von KI weiter auszubauen. Besonders zwei Bereiche stehen dabei im Fokus:

  1. Decision Intelligence: Mithilfe Künstlicher Intelligenz sollen Unternehmensdaten noch gezielter ausgewertet werden, um fundierte Entscheidungsgrundlagen zu schaffen.
  2. Wissensmanagement: KI-gestützte Lösungen sollen vorhandenes Wissen leichter auffindbar machen und noch nicht dokumentiertes Wissen nachhaltig für das Unternehmen sichern.

Gerade im internationalen Umfeld des Unternehmens sieht Greiner großes Potenzial: KI könne Sprachbarrieren reduzieren und das weltweite Wissensmanagement optimieren. „Das heißt, dass wir unser Wissen wirklich global bestmöglich nutzen können, um die besten fundierten Entscheidungen zu treffen“, so Leitl.

Mit 10.544 Mitarbeitenden an 118 Standorten in 33 Ländern erwirtschaftete Greiner 2023 einen Umsatz von über 2,1 Milliarden Euro. Das Unternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, in allen Sparten verstärkt auf KI-gestützte Lösungen zu setzen. Für 2025 sind gemeinsam mit Tietoevry Austria weitere Projekte geplant, um das Potenzial von Künstlicher Intelligenz noch umfassender auszuschöpfen.

  • Alexander Leitl, Digital Business Transformation Manager, Greiner AG
    "Gerade wenn man bei Greiner an das internationale Umfeld denkt, ermöglicht KI, dass wir Sprachbarrieren reduzieren. Das heißt, dass wir unser Wissen wirklich global bestmöglich nutzen können, um die besten fundierten Entscheidungen zu treffen."

    Alex Leitl

Die Greiner AG, ein global führendes Unternehmen für Kunststoff- und Schaumstofflösungen, optimiert ihre Prozesse mit Künstlicher Intelligenz. Gemeinsam mit Tietoevry Austria wurde eine innovative Lösung entwickelt, die Bestellungen aus PDF-Dokumenten automatisiert erfasst, analysiert und relevante Daten direkt ins ERP-System überträgt. 🎙️ Im Interview: Manuel Hausjell, Customer Manager bei Tietoevry Austria, spricht über die Potenziale und Herausforderungen dieser digitalen Transformation.

Interview: Erste KI-Projekte bei Greiner

INDUSTRIEMAGAZIN: Alexander, ihr habt bei Greiner bereits verschiedene KI-Lösungen implementiert. Welche Projekte habt ihr konkret umgesetzt?

Leitl: Wir haben schon einige KI-Anwendungen in unseren Alltag integriert. Zum Beispiel setzen wir intelligente Chatbots ein, um Wissen schnell und effizient auffindbar zu machen. Ein weiteres großes Projekt ist das Document Intelligence Studio, das eingehende Bestellungen aus PDFs analysiert und relevante Daten automatisiert in unser ERP-System überträgt.

INDUSTRIEMAGAZIN: Und Microsoft Copilot ist bei euch auch im Einsatz, richtig?

Leitl: Genau! Copilot hilft uns, generative KI nahtlos in Office-Programme wie Word oder PowerPoint zu integrieren.

Hausjell: Gerade die Dokumentenverarbeitung zeigt, welchen Mehrwert KI schaffen kann. Greiner erhält jährlich mehrere hunderttausend Bestellungen per E-Mail. Viele davon kommen als unstrukturierte PDFs. Die KI liest diese Daten aus und überträgt sie automatisch ins SAP-System. Das entlastet den Customer Service enorm.

INDUSTRIEMAGAZIN: Wie hoch ist die Automatisierungsrate aktuell?

Leitl: Momentan liegt sie bei etwa 50 %, aber unser Ziel ist es, 80 % der Aufträge automatisch zu verarbeiten. Wenn die KI sich unsicher ist – also das Vertrauensintervall unter 80 % fällt – wird der Auftrag zur manuellen Überprüfung weitergeleitet. So kombinieren wir Automatisierung mit menschlicher Kontrolle.

  • Manuel Hausjell, Customer Manager bei Tietoevry Austria
    "Gerade die Dokumentenverarbeitung zeigt, welchen Mehrwert KI schaffen kann."

    Manuel Hausjell, Customer Manager bei Tietoevry Austria

Die Rolle von Change Management

INDUSTRIEMAGAZIN: Ein großes Thema bei der Einführung neuer Technologien ist das Change Management. Wie habt ihr sichergestellt, dass die Mitarbeitenden die KI-Lösungen annehmen?

Leitl: Die Technologie allein reicht nicht. Es ist entscheidend, die Mitarbeitenden mitzunehmen und ihnen zu erklären, wie die KI funktioniert und welchen Nutzen sie bringt. Wir haben regelmäßige Workshops und Meetings durchgeführt, in denen wir gezeigt haben, wie jeder die KI-Lösungen für seine eigenen Aufgaben nutzen kann.

Hausjell: Tatsächlich haben wir zu Beginn gedacht, dass 50 % der Implementierungszeit für Technik und 50 % für Change Management benötigt werden. In der Praxis haben wir aber festgestellt, dass der Change-Prozess viel mehr Aufmerksamkeit braucht. Die technische Umsetzung war oft schneller erledigt als gedacht.

INDUSTRIEMAGAZIN: Wie haben die Mitarbeitenden darauf reagiert?

Leitl: Die meisten waren neugierig und positiv eingestellt. Natürlich gab es auch Skepsis, aber das ist normal. Entscheidend ist, dass man transparent erklärt, wie KI funktioniert und welche Vorteile sie bietet. Sobald die Leute sehen, dass KI ihnen wirklich Arbeit erleichtert, steigt die Akzeptanz enorm.

Wie lässt sich Künstliche Intelligenz (KI) gezielt in Geschäftsprozesse einbinden? In dieser Folge von INDUSTRIEMAGAZIN – Der Podcast sprechen Alexander Leitl (Greiner AG) und Manuel Hausjell (Tietoevry Austria) über konkrete KI-Anwendungen, die Effizienz steigern und den Arbeitsalltag erleichtern.

KI-Strategie und zukünftige Projekte

INDUSTRIEMAGAZIN: Ihr habt bereits einige erfolgreiche KI-Projekte umgesetzt. Was sind eure nächsten Schritte?

Leitl: Zwei große Themen stehen im Fokus: Decision Intelligence und KI-gestütztes Wissensmanagement. Mit Decision Intelligence wollen wir noch mehr aus unseren Unternehmensdaten herausholen und bessere Entscheidungsgrundlagen schaffen. Beim Wissensmanagement geht es darum, vorhandenes Wissen leichter zugänglich zu machen und nicht dokumentiertes Wissen nachhaltig zu sichern.

Hausjell: Gerade in internationalen Unternehmen wie Greiner kann KI helfen, Sprachbarrieren zu überwinden und Wissen global nutzbar zu machen.

INDUSTRIEMAGAZIN: Ihr habt früh mit KI begonnen. Würdet ihr Unternehmen empfehlen, jetzt eine KI-Strategie zu entwickeln oder mit einem konkreten Projekt zu starten?

Hausjell: Beides! Vor ein paar Jahren war es sinnvoll, mit Pilotprojekten zu starten. Heute ist die Technologie so ausgereift, dass Unternehmen eine klare KI-Strategie brauchen. KI darf nicht einfach eingeführt werden, um modern zu wirken – sie muss echten Mehrwert bieten.

Leitl: Genau. Eine strategische Herangehensweise hilft, KI gezielt einzusetzen. Aber es ist auch wichtig, frühzeitig praktische Use Cases zu testen, um die Akzeptanz im Unternehmen zu fördern.

INDUSTRIEMAGAZIN: Abschließend: Welchen Rat würdet ihr Unternehmen geben, die jetzt in KI investieren wollen?

Leitl: Startet mit Projekten, die eine große Reichweite haben und viele Mitarbeitende betreffen. Das schafft Akzeptanz und bereitet den Boden für spezialisiertere Anwendungen.

Hausjell: Entwickelt eine klare KI-Strategie und vergesst nicht, dass Change Management genauso wichtig ist wie die Technologie selbst. Nur wenn Mitarbeitende die KI nutzen und Vertrauen in sie haben, wird sie langfristig erfolgreich sein.

INDUSTRIEMAGAZIN: Vielen Dank für das spannende Gespräch!