In Deutschland stellten Boehringer Ingelheim und Eli Lilly zuletzt große Pläne infrage: Boehringer strich nach Reuters-Angaben Erweiterungspläne im Wert von 900 Millionen Euro, Lilly halbierte ein ursprünglich auf 2,3 Milliarden Euro angelegtes Projekt. Pfizer warnte, Investitionen in Deutschland könnten durch geplante Preisregeln gefährdet werden. In Großbritannien stoppte AstraZeneca 2025 zunächst ein Impfstoffprojekt in Liverpool und pausierte später ein Forschungsprojekt in Cambridge; nach einem politischen Deal kündigte der Konzern 2026 wieder Investitionen in Cambridge und Macclesfield an.
Auch Werkschließungen passen in dieses Bild, wenn auch nicht jede Schließung denselben Grund hat. BioNTech will mehrere Standorte schließen oder verkleinern und bis zu 1.860 Stellen abbauen, unter anderem in Deutschland. Catalent plant die Schließung seines Standorts im belgischen Gosselies. Merck KGaA will ein Werk im irischen Arklow bis Ende 2028 schließen, investiert zugleich aber weiter an anderer Stelle in Irland. Das ist keine einfache Abwanderungsgeschichte. Aber es ist ein Muster: Europa bleibt wichtig, wirkt für manche Investitionsentscheidungen jedoch weniger zwingend.