Stellantis Dieselmotoren 2027 : Stellantis baut neue Dieselfabrik: Warum der Autoriese in Argentinien investiert
Stellantis baut seinen Produktionsstandort im argentinischen Córdoba aus. Ab 2027 sollen dort neue Multijet-Dieselmotoren für Pick-ups und Exportmärkte entstehen – als Teil eines Investitionsprogramms über 385 Millionen US-Dollar.
- © StellantisDer Automobilkonzern Stellantis plant eine Expansion seiner industriellen Präsenz in Argentinien. In der argentinischen Provinz Córdoba, genauer gesagt am Standort Ferreyra, ist die Inbetriebnahme einer neuen Motorenfertigung geplant. Ab dem Jahr 2027 wird dort die Produktion des 2,2-Liter-Multijet-Dieselmotors erfolgen. Die Aggregate sind sowohl für Fahrzeuge aus argentinischer Produktion als auch für den Export vorgesehen.
Gemäß der Mitteilung von Stellantis vom 19. Oktober 2026 ist das Vorhaben Bestandteil eines Investitionsprogramms mit einem Umfang von 385 Millionen US-Dollar. Die Finanzmittel werden nicht ausschließlich in die Produktion von Motoren investiert, sondern auch in den Ausbau des Standorts zu einem regionalen Fertigungszentrum für Pick-ups.
Dies lässt den Schluss zu, dass Stellantis in Südamerika einen anderen technologischen Schwerpunkt verfolgt als in Europa. Derzeit erfolgt seitens des Konzerns eine Diversifizierung des Angebots auf dem europäischen Markt, wobei elektrische und hybridisierte Antriebe im Vordergrund stehen. Gleichzeitig wird in Argentinien die lokale Fertigung konventioneller Dieselmotoren weiter ausgebaut.
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Stellantis baut Dieselproduktion für Fiat Titano und Ram Dakota aus
Die neue Motorenfertigung stellt eine Ergänzung zur bereits angelaufenen Produktion zweier Pick-up-Modelle dar. Im Mai 2025 wurde in Córdoba mit der Produktion des Fiat Titano begonnen, im Oktober desselben Jahres folgte der Produktionsstart des Ram Dakota. Beide Fahrzeuge sind Bestandteil des Investitionsprogramms, mit dem Stellantis den Standort als regionales Produktionszentrum für Pick-ups positioniert.
Gemäß der aktuellen Planung wird der Multijet-Dieselmotor zukünftig auch in den betreffenden Fahrzeugen zum Einsatz kommen. Der Konzern erweitert durch die lokale Motorenfertigung die Wertschöpfung am argentinischen Standort. Gleichzeitig schafft er die Voraussetzungen, um neben fertigen Fahrzeugen auch Antriebsaggregate aus Argentinien zu exportieren.
Bereits bei der Ankündigung der Titano-Produktion im Mai 2025 hatte Stellantis die Schaffung von 1.800 zusätzlichen Arbeitsplätzen im Rahmen des gesamten Investitionsprojekts in Aussicht gestellt. Gemäß den damaligen Angaben des Konzerns war die Zielvorgabe, dass 50 Prozent dieser Stellen mit Frauen besetzt werden sollten. Gemäß der jüngsten Mitteilung lässt sich nicht eindeutig feststellen, ob sämtliche zuvor angekündigten Arbeitsplätze tatsächlich geschaffen wurden.
Konkrete Angaben zur geplanten jährlichen Produktionskapazität der neuen Motorenanlage oder zu den Exportmengen wurden seitens Stellantis in seiner Mitteilung vom 19. Oktober nicht gemacht.
Dieselmotoren statt Elektroantrieb: Warum Stellantis in Südamerika anders plant
Die Entscheidung für eine neue Dieselmotorenfertigung veranschaulicht die regional divergierenden Anforderungen an die Antriebstechnologie. Gerade bei Pick-ups, die sowohl als Nutzfahrzeuge als auch im privaten Bereich eingesetzt werden, spielen die Kriterien Reichweite, Drehmoment und Belastbarkeit eine wesentliche Rolle.
Dieselmotoren weisen insbesondere bei hohen Lasten und längeren Fahrstrecken technische Vorteile auf. Für Stellantis bleibt die Technologie demnach ein integraler Bestandteil der Produkt- und Produktionsplanung im südamerikanischen Pick-up-Segment. Auch in Europa wird der Diesel bei Stellantis wieder wichtiger. Der Konzern hat mehrere Dieselmodelle, zum Beispiel den Opel Astra und den Peugeot 308, wieder ins Angebot aufgenommen.
Die lokale Fertigung könnte einen Beitrag zur Reduzierung der bisherigen Abhängigkeit von importierten Antriebsaggregaten leisten. Der 2,2-Liter-Multijet-Motor, welcher in den in Córdoba produzierten Pick-ups verbaut wird, wird derzeit aus Italien importiert. Gemäß der aktuellen Planung wird Stellantis im Jahr 2027 einen Teil der Motorenfertigung in die Region verlagern, in der die Fahrzeugproduktion stattfindet. Die Implikationen dieses Schrittes auf die Produktionsmengen bestehender europäischer Motorenwerke sind derzeit nicht evident.
Stellantis zwischen Elektroautos und Verbrennern: Die Strategie für Europa und Amerika
Die Investition in Argentinien ist Teil einer regional differenzierten Antriebspolitik des Automobilkonzerns. Wie schwierig die Anpassung an unterschiedliche Antriebstechnologien sein kann, zeigt das Stellantis-Werk Cassino in Italien: Dort belasten geringe Auslastung und verzögerte Modellanläufe die Produktion.
In Europa bildet die Elektrifizierung nach wie vor einen wesentlichen Schwerpunkt. Der Automobilkonzern Stellantis fokussiert sich auf den Bereich der batterieelektrischen Fahrzeuge und entwickelt unterschiedliche Hybridkonzepte. Ein zentrales Ziel besteht darin, elektrische Mobilität auch in niedrigeren Preissegmenten zu erschließen.
In Nordamerika hingegen spielen leistungsstarke Verbrennungsmotoren weiterhin eine signifikante Rolle. Neben dem Sechszylinder-Turbomotor Hurricane widmet sich der Konzern laut Medienberichten auch wieder verstärkt der Entwicklung von V8-Antrieben.
Demgegenüber fokussiert sich das aktuelle Investitionsprogramm in Südamerika auf Pick-ups und Dieselaggregate. Der Konzern richtet seine industrielle Fertigung damit erkennbar an unterschiedlichen regionalen Absatzmärkten und Fahrzeugsegmenten aus.
Ein vollständiger Rückzug aus dem Dieselgeschäft ist in Europa nicht zu beobachten. Gemäß den Berichten des Automobilportals Italpassion entwickelt Stellantis einen elektrifizierten 2,2-Liter-Dieselmotor, der auf der 48-Volt-Technologie basiert. Die Produktion dieses Motors könnte im Jahr 2029 im italienischen Werk Pratola Serra anlaufen. Der Antrieb ist insbesondere für leichte Nutzfahrzeuge wie den Fiat Ducato vorgesehen. Eine Bestätigung dieses spezifischen Produktionsplans durch die aktuelle Mitteilung des argentinischen Stellantis-Konzerns liegt jedoch nicht vor.
Fiat-Werk in Argentinien: 1,5 Millionen Autos und der nächste große Umbau
Der Ausbau in Córdoba fällt zeitlich mit einem Produktionsjubiläum zusammen. Gemäß den Angaben des Automobilherstellers Stellantis wurde im Werk Ferreyra seit dessen offizieller Eröffnung am 20. Dezember 1996 ein Gesamtproduktion von 1,5 Millionen Fahrzeugen erreicht.
Die Entstehungsgeschichte des Standorts lässt sich bis in das Jahr 1995 zurückverfolgen. In diesem Kontext wurden argentinische Ingenieure zur Ausbildung in den Produktionsmethoden von Fiat nach Italien entsandt. Die ursprüngliche Investition in das Werk belief sich auf 600 Millionen US-Dollar.
Die Fertigung wurde mit den Modellen Fiat Palio und Fiat Siena initiiert. Gegen Ende der 1990er-Jahre verfügte der Standort über eine Jahreskapazität von rund 120.000 Fahrzeugen. Darüber hinaus erfolgten weitere Investitionen in den Jahren 2007 und 2012. Laut Konzernangaben investierte Fiat im Jahr 2017 500 Millionen US-Dollar in die Industrialisierung des Fiat Cronos. Welche Bedeutung neue Fahrzeugmodelle für die Auslastung bestehender Stellantis-Werke haben, zeigt auch der Standort Mirafiori in Turin, wo ein zusätzliches Kleinwagenprojekt geplant ist.
Das seit 2018 in Córdoba gebaute Modell hat sich zu einem der wichtigsten Fahrzeuge des argentinischen Marktes entwickelt. Bis Oktober 2026 wurden mehr als 500.000 Exemplare produziert. Gemäß den Angaben des Herstellers Stellantis verzeichnete der Cronos über einen Zeitraum von mehreren Jahren die höchsten Verkaufszahlen im Segment der Personenkraftwagen in Argentinien.
Stellantis Multijet 2.2: Neue Dieselmotorenproduktion startet 2027
Gemäß der aktuellen Planung wird das Werk durch die Aufnahme der Multijet-Produktion im Rahmen des gegenwärtigen Ausbauprogramms erstmalig zu einem Fertigungsstandort für Dieselmotoren transformiert. Neben dem Fiat Cronos werden dort gegenwärtig der Fiat Titano und der Ram Dakota produziert.
Für Stellantis bedeutet die Investition eine stärkere Integration der regionalen Fahrzeug- und Antriebsproduktion. Die vorliegende Erweiterung veranschaulicht, dass der Konzern seine Antriebstechnologien nicht weltweit nach einem einheitlichen Muster ausrichtet.
Der nächste industrielle Schritt ist für das Jahr 2027 vorgesehen. Gemäß den vorliegenden Informationen ist die Initiierung der neuen Fertigung des 2,2-Liter-Multijet-Dieselmotors vorgesehen. Die Produktionsanlagen in Argentinien werden für die Belieferung der lokalen Fahrzeugproduktion sowie der Exportmärkte genutzt.