Stellantis Kurswechsel China Strategie : Stellantis-Kurswechsel: Neue Details zu Gesprächen mit XPeng und Xiaomi

Leapmotor Stellantis China Strategie

Leapmotor-Autos bereit zur Verschiffung: China baut seinen Einfluss im europäischen E-Auto-Markt weiter aus

- © Stellantis

Der internationale Automobilkonzern Stellantis steht vor erheblichen Herausforderungen und lotet offenbar neue Wege zur Stabilisierung seines Geschäfts aus. Insidern zufolge richtet sich der Blick dabei verstärkt nach Asien, insbesondere nach China. Hintergrund ist eine anhaltende Schwäche im europäischen Markt sowie finanzielle Belastungen, die den Konzern zunehmend unter Druck setzen. Gespräche mit potenziellen Partnern aus der chinesischen Automobilindustrie deuten darauf hin, dass Stellantis strategische Anpassungen in Erwägung zieht, um seine Position langfristig zu sichern.

Lesetipp: Stellantis-Debakel: Cassino-Werk wird zum bitteren Symbol der Elektro-Wette

Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtet, hat Stellantis bereits konkrete Gespräche mit den chinesischen Unternehmen XPeng und Xiaomi geführt. Ziel dieser Treffen sei es gewesen, Optionen für eine mögliche Umstrukturierung des europäischen Geschäfts zu diskutieren. Dabei standen offenbar verschiedene Szenarien im Raum, darunter auch Beteiligungen an einzelnen Marken des Konzerns.

Nie mehr die wichtigsten News aus Österreichs Industrie verpassen? Abonnieren Sie unser Daily Briefing: Was in der Industrie wichtig wird. Täglich um 7 Uhr in ihrer Inbox. Hier geht’s zur Anmeldung!

Maserati im Fokus: Steht die Luxusmarke vor einem Wendepunkt?

Besonderes Interesse könnte dabei der Luxusmarke Maserati gelten. Laut den Berichten wurde im Rahmen der Gespräche die Möglichkeit erörtert, dass externe Investoren Anteile an dieser oder anderen Marken erwerben könnten. Darüber hinaus ging es auch um den Zugang zu Produktionskapazitäten, was insbesondere vor dem Hintergrund der Expansionspläne chinesischer Automobilhersteller von Bedeutung ist.

Lesetipp: Wie Xpeng mit Magna die EU-Zölle austrickst – und E-Autos in Europa baut

Stellantis selbst äußerte sich nicht konkret zu diesen Spekulationen. Ein Sprecher erklärte lediglich, dass Gespräche mit Branchenakteuren weltweit Teil der normalen Geschäftstätigkeit seien und regelmäßig zu unterschiedlichen Themen geführt würden. Eine Bestätigung der genannten Inhalte blieb somit aus.

Xpeng-Produktion in Graz 

- © Peter Reiter Photography

Milliardenverlust belastet: Stellantis kämpft mit hohen Kosten

Die wirtschaftliche Lage von Stellantis ist angespannt. Ende Februar legte der Konzern seine Geschäftszahlen für das Jahr 2025 vor und berichtete dabei von einem Verlust in Höhe von mehr als 22,3 Milliarden Euro. Ein wesentlicher Teil dieses Defizits ist auf hohe Abschreibungen im Zusammenhang mit der Elektroautostrategie zurückzuführen.

Lesetipp: Stellantis: Massive Milliarden-Verluste erzwingen Diesel-Comeback

Doch selbst bereinigt um diese Sondereffekte zeigt sich ein schwieriges Bild: Im operativen Geschäft geriet der Konzern durch verschiedene Faktoren unter Druck und verzeichnete ebenfalls Verluste. Zu den zentralen Belastungsfaktoren zählen ein intensiver Preisdruck im Markt, zusätzliche Kosten durch US-Zölle sowie steigende Gewährleistungskosten.

Blick in die Stellantis-Produktion: Milliardenverlust zwingt den Autohersteller zum Kurswechsel

- © Stellantis

USA stabiler als Europa: Stellantis setzt auf neue Modelle

Während das Geschäft in Europa schwächelt, zeigt sich die Lage in den USA vergleichsweise stabiler. Dort hat Stellantis, unter anderem als Eigentümer der Marke Jeep, zuletzt erhebliche Investitionen in die Modernisierung seiner Produktpalette getätigt. Diese Maßnahmen scheinen sich zumindest teilweise positiv auszuwirken.

Insidern zufolge wird im Zuge der Überlegungen eine stärkere Trennung zwischen dem europäischen und dem US-amerikanischen Geschäft diskutiert. Eine solche Entwicklung könnte darauf abzielen, die jeweiligen Marktstrategien klarer voneinander zu differenzieren.

China als Schlüssel: Kooperationen gewinnen an Bedeutung

Gleichzeitig bestehen regulatorische Hürden, insbesondere im Hinblick auf mögliche chinesische Beteiligungen im US-Geschäft. Daher könnten sich Kooperationen stärker auf das europäische Geschäft konzentrieren. Partnerschaften mit Unternehmen wie XPeng und Xiaomi könnten dabei helfen, technologische Kompetenzen auszubauen und Kosten zu teilen. Zudem lotet Stellantis eine intensivere Kooperation mit dem chinesischen Partner Leapmotor aus. Im Fokus stehen gemeinsame Entwicklungen bei Elektroautos und Softwarelösungen, insbesondere für preisgünstige E-Modelle in Europa.

Europäische und amerikanische Automobilhersteller hinken ihren chinesischen Wettbewerbern bei Kosten und Batterietechnologie hinterher – nicht zuletzt infolge staatlicher Subventionen aus Peking. Den chinesischen Herstellern wiederum böte sich ein verbesserter Zugang zu einem Markt, der angesichts des Preiskampfs in China zunehmend als profitables Absatzventil gilt.

Die Dynamik der globalen Automobilindustrie verstärkt den Handlungsdruck zusätzlich. Insbesondere chinesische Hersteller gewinnen zunehmend an Bedeutung und expandieren verstärkt in internationale Märkte. Für etablierte Konzerne wie Stellantis stellt dies eine wachsende Herausforderung dar.