Automotive : Rosenbauer-CEO Ottel nach Ergebnissprung: „Große Stabilität im Ausblick nach vorn“
Rosenbauer verdreifacht operatives Ergebnis – Rosenbauer-CEO Robert Ottel sieht "große Stabilität"
- © RosenbauerDer Feuerwehrausrüster Rosenbauer hat im ersten Halbjahr 2026 seinen Wachstumskurs fortgesetzt. Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,5 Prozent auf 625,9 Millionen Euro. Das operative Ergebnis legte deutlich stärker zu: Das EBIT erhöhte sich von 7,4 auf 20,4 Millionen Euro und hat sich damit beinahe verdreifacht.
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Als Treiber nennt der Konzern eine höhere Zahl ausgelieferter Fahrzeuge, mehr Geschäft im vorbeugenden Brandschutz und bessere Deckungsbeiträge. Gleichzeitig blieben die Rahmenbedingungen anspruchsvoll. Verzögerungen bei Transporten in den Nahen Osten und die Umstellung auf SAP S/4HANA in den wichtigsten österreichischen Gesellschaften im April führten zu Problemen in Produktionsplanung und Auslieferung.
CEO Robert Ottel verwies darauf, dass die ERP-Umstellung für die weitere Modernisierung der Abläufe notwendig sei. Bei der Einführung sei es allerdings „zu Herausforderungen in der Produktionsplanung, zu Verzögerungen bei Auslieferungen gekommen“. Rosenbauer habe darauf mit zusätzlichen personellen Kapazitäten reagiert. Zugleich sieht Ottel Fortschritte: „Man merkt jetzt schon, dass sich die Auslieferungen verbessern und stabilisieren“, sagt er.
Profitabilität verbessert, Auftragsbestand steigt auf 2,43 Milliarden Euro
Die deutlich bessere Ergebnisentwicklung erklärt Rosenbauer mit dem höheren Geschäftsvolumen und verbesserten Margen bei ausgelieferten Fahrzeugen. Die EBIT-Marge lag im ersten Halbjahr bei rund 3,2 Prozent. Damit lag sie laut Schuschnig über den Vergleichswerten der vergangenen Jahre. Für das Gesamtjahr hält Rosenbauer an seinem Ziel fest, eine EBIT-Marge von mehr als sechs Prozent zu erreichen.
Die Nachfrage bleibt nach Angaben des Konzerns robust. Der Auftragseingang stieg im ersten Halbjahr auf 717,8 Millionen Euro nach 705,2 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Besonders Europa sowie Middle East & Africa legten zu. In den USA belastete dagegen die Diskussion über Zölle und Gegenzölle das Bestellverhalten der Händler.
Zum 30. Juni lag der Auftragsbestand bei 2,434 Milliarden Euro, nach 2,352 Milliarden Euro ein Jahr zuvor. Ottel sprach in diesem Zusammenhang von einer „großen Stabilität im Ausblick nach vorn“ und verwies auf die anhaltende Nachfrage nach Feuerwehr- und Zivilschutzprodukten.
Ein wachsender Nachfragefaktor sind laut Management auch Vegetations- und Waldbrände. Rosenbauer produziert dafür unter anderem geländegängigere und wendigere Fahrzeuge sowie leichtere Schutzausrüstung. „Wir haben heuer schon mehr Waldbrandfahrzeuge ausgeliefert als in den Vorjahren“, sagte Ottel. Zugleich schränkte er ein, dass aktuelle Brandereignisse nicht unmittelbar in neue Aufträge münden, weil Beschaffung und Produktion entsprechende Vorlaufzeiten benötigen.
Naher Osten belastet Auslieferungen
Im zweiten Quartal erschwerten geopolitische Spannungen die Lieferungen in den Nahen Osten. Nach Angaben des Managements konnten geplante Auslieferungen teilweise nicht wie vorgesehen erfolgen. Schuschnig bezeichnete die Belastung als zeitliche Verschiebung: „Das heißt, dieser Effekt ist ein temporärer“, sagt er Die ausstehenden Lieferungen sollen demnach in das dritte und vierte Quartal verschoben werden.
Finanzierung bis 2029 verlängert
Anfang August vereinbarte Rosenbauer mit seinem Bankenkonsortium eine vorzeitige Verlängerung und Aufstockung des bestehenden Syndicated Loan. Der Finanzierungsrahmen wurde von 330 auf 339 Millionen Euro erhöht. Die Laufzeit reicht nun bis August 2029, zusätzlich bestehen Verlängerungsoptionen um zwei weitere Jahre.
Auch die Eigenkapitalquote verbesserte sich: Sie stieg von 23,6 auf 26,3 Prozent. Die Finanzierung und die Ergebnisverbesserung stärken damit die Kapitalbasis des Konzerns.
5.000-Mitarbeitermarke geknackt
Zum Halbjahr beschäftigte Rosenbauer weltweit über 5.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Konzern erwirtschaftet mehr als 90 Prozent seines Umsatzes außerhalb Österreichs. Trotzdem betonte Ottel die Bedeutung des heimischen Standorts: „Den Standort Österreich zu halten und auch auszubauen ist uns wichtig“.
Für 2026 erwartet Rosenbauer weiterhin Umsatz- und Ergebniswachstum. Der Umsatz soll bis zu 1,6 Milliarden Euro erreichen, die EBIT-Marge auf mehr als sechs Prozent steigen. Risiken sieht der Konzern vor allem in geopolitischen Spannungen, einem volatilen Marktumfeld und möglichen Störungen der Lieferketten.