BMW E-Motoren aus Steyr : BMW Steyr schaltet hoch: Der Verbrennerstandort wird zum E-Motoren-Herz der Neuen Klasse
BMW Steyr fährt die Produktion von E-Motoren hoch: In der Montage entstehen Antriebe für die Neue Klasse.
- © BMWDas BMW Group Werk Steyr hat beim Hochlauf seiner Elektromotorenproduktion den nächsten wichtigen Schritt gesetzt. Seit Montag, 6. Juli 2026, werden die E-Antriebe für die Neue Klasse im Zweischichtbetrieb gefertigt. Damit steigt die Produktionskapazität am oberösterreichischen Standort auf mehr als 4.000 E-Motoren pro Woche. BMW kündigte zugleich an, die Kapazitäten in den kommenden Monaten weiter auszubauen.
Für das Werk ist dieser Schritt mehr als eine reine Produktionsausweitung. Steyr, jahrzehntelang vor allem als Motorenstandort für Verbrennungsmotoren bekannt, übernimmt innerhalb der BMW Group eine zentrale Rolle in der Elektromobilität. Erstmals in der Geschichte des traditionsreichen Werks läuft dort seit 2025 die Serienproduktion eines vollelektrischen Antriebs. Der E-Motor gehört zur sechsten Generation des BMW eDrive und ist für die neue Fahrzeuggeneration der Marke vorgesehen.
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BMW iX3 macht Steyr zum Schlüsselstandort der Neuen Klasse
Werkleiter Harald Gottsche bezeichnete den Start der zweiten Schicht als wichtigen Meilenstein. Der Standort setze den Hochlauf konsequent fort und leiste mit seinen E-Antrieben einen wesentlichen Beitrag dazu, dass die vollelektrischen Modelle der Neuen Klasse weltweit zu den Kunden kommen. Besonders hob Gottsche den Einsatz und das Know-how der Belegschaft hervor.
Die Produktionssteigerung in Steyr ist eng mit dem Anlauf der Neuen Klasse verbunden. Das erste Serienmodell dieser neuen Fahrzeuggeneration ist der vollelektrische BMW iX3. Er wird im neu errichteten BMW Group Werk Debrecen in Ungarn produziert. Dort sollte die Serienfertigung des iX3 Ende Oktober 2025 beginnen; die Kapazität wird laut BMW schrittweise hochgefahren. Der iX3 ist nicht nur das erste Modell der Neuen Klasse, sondern auch Träger zahlreicher neuer Technologien, die BMW bis 2027 in insgesamt 40 neue Modelle und Modellüberarbeitungen einfließen lassen will.
BMW i3 2026 fährt ebenfalls mit E-Antrieben aus Steyr
Auch das zweite Modell der Neuen Klasse, der vollelektrische BMW i3, ist bereits konkret angekündigt. BMW stellte das Modell im März 2026 als zweite Neue-Klasse-Baureihe vor. Die Produktion im BMW Group Werk München soll im August 2026 starten, die ersten Auslieferungen sind für den Herbst 2026 vorgesehen. Sowohl der iX3 als auch der neue i3 erhalten ihre E-Antriebe aus Steyr. Damit wird der Standort zu einem entscheidenden Zulieferer für zwei zentrale Fahrzeuge der nächsten BMW-Generation.
Die Zahlen zeigen, wie stark der Hochlauf ausfällt: Nach rund 8.500 produzierten E-Motoren im Jahr 2025 soll die Produktion 2026 auf deutlich mehr als 100.000 Einheiten steigen. Mit dem Zweischichtbetrieb erhöht sich nicht nur die Wochenleistung, sondern auch die Bedeutung des Werks im internationalen Produktionsnetzwerk der BMW Group.
Rotor, Stator, Inverter: Wie tief BMW in Steyr fertigt
Parallel zum Start der zweiten Schicht auf Montagelinie 5 läuft seit April 2026 auch die zweite Produktionslinie für E-Antriebe, Linie 6, im Serienbetrieb. Zusätzlich wurde bereits im ersten Halbjahr in der Rotor- und Statorfertigung auf Zweischichtbetrieb umgestellt. Diese Komponenten zählen zu den Kernteilen eines Elektromotors und werden in Steyr direkt für die Endmontage der E-Antriebe gefertigt.
Die hohe Fertigungstiefe ist ein wichtiger Bestandteil der Standortstrategie. Bereits beim Projektstart hatte BMW angekündigt, in Steyr künftig wesentliche Komponenten wie Rotor, Stator, Getriebe, Inverter und Gehäuse selbst zu fertigen und auf zwei Montagebändern zusammenzuführen. Dafür wurden bestehende Flächen umgebaut und neue Produktionsflächen geschaffen. Insgesamt wurde die Produktionsfläche um rund 60.000 Quadratmeter erweitert.
Eine Milliarde Euro für BMW Steyrs elektrische Zukunft
BMW investiert vom Projektstart 2022 bis 2030 rund eine Milliarde Euro in den Ausbau des Standorts Steyr für Elektromobilität, Produktion und Entwicklung. Das Werk bleibt damit nicht nur Produktionsstandort, sondern auch ein wichtiger Entwicklungsstandort für Antriebstechnologien. Laut BMW beschäftigt das Werk Steyr rund 4.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und produzierte 2025 insgesamt 1,2 Millionen Motoren. Seit 1977 wurden rund zehn Milliarden Euro in den Standort investiert.
Für Helmut Hochsteiner, Leiter der E-Antriebsproduktion im BMW Group Werk Steyr, ist der Hochlauf einer neuen Antriebsgeneration vor allem Teamarbeit. Komponentenfertigung, Logistik, Qualität, Instandhaltung und Montage müssten eng zusammenspielen, damit ein solcher Schritt gelingen könne. Der Start des Zweischichtbetriebs sei daher das Ergebnis einer breiten Leistung vieler Kolleginnen und Kollegen im Werk.
Mit dem Ausbau der E-Motorenproduktion schlägt Steyr eine Brücke zwischen seiner jahrzehntelangen Antriebserfahrung und der elektrischen Zukunft der BMW Group. Der Standort bleibt ein Zentrum der Motorenkompetenz, erweitert seine Rolle aber deutlich: Neben Verbrennungsmotoren entstehen hier nun auch die zentralen Antriebseinheiten für die vollelektrische Neue Klasse.