Branchenumfrage : Österreichs Logistiker: Gute Geschäfte, aber der Druck wächst

Trucks im Hub eines Logistikunternehmens; größte logistikunternehmen österreich
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Österreichs Güterverkehr ist 2025 erneut zurückgegangen. Laut Statistik Austria wurden auf der Straße insgesamt 549,4 Millionen Tonnen transportiert, um 0,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Bei österreichischen Fahrzeugen fiel der Rückgang stärker aus, während ausländische Fahrzeuge mehr Güter beförderten. 

In der aktuellen dispo-Branchenumfrage beurteilen viele Transport- und Logistikunternehmen ihre wirtschaftliche Situation dennoch positiv. Bis zu 30 Betriebe haben freiwillig an der Befragung teilgenommen. Je nach Frage unterscheidet sich die Zahl der Antworten. Die Ergebnisse sind nicht repräsentativ.

Wie sich Österreichs größte Logistikunternehmen beim Umsatz entwickelt haben, zeigt das aktuelle dispo-Ranking der umsatzstärksten Logistiker Österreichs.

Mehrheit berichtet von besseren Geschäften

63 Prozent der 30 antwortenden Unternehmen geben an, dass sich ihre Geschäftslage gegenüber dem Vorjahr verbessert hat. 13 Prozent sprechen von einer deutlichen, weitere 50 Prozent von einer leichten Verbesserung. Ein Drittel sieht keine Veränderung. Lediglich ein Unternehmen berichtet von einer Verschlechterung.

Auch die Auftragslage für die kommenden sechs Monate wird überwiegend positiv beurteilt. 30 Prozent bezeichnen ihre Auftragsbücher als sehr gut gefüllt, weitere 60 Prozent als ausreichend. Zehn Prozent halten ihren Auftragsbestand für eher knapp.

63 Prozent der befragten Logistikunternehmen berichten von einer besseren Geschäftslage als im Vorjahr. Quelle: dispo-Branchenumfrage 2026.

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Maut und CO₂-Preis belasten die Betriebe

Die Belastung durch Maut und CO₂-Bepreisung bewerten 21 von 27 befragten Unternehmen als spürbar oder sehr stark. Das entspricht 78 Prozent. Tatsächlich sind die österreichischen Lkw-Mauttarife in den vergangenen beiden Jahren deutlich gestiegen. Für einen Lkw mit mindestens vier Achsen der Abgasnorm Euro VI und CO₂-Emissionsklasse 1 erhöhte sich der reguläre Tarif von 47,30 Cent pro Kilometer im Jahr 2024 auf 53,17 Cent im Jahr 2025 und schließlich 57,24 Cent im Jahr 2026. Das entspricht einem Anstieg von rund 21 Prozent. Bei 100.000 mautpflichtigen Kilometern fallen damit rechnerisch knapp 10.000 Euro mehr an als noch 2024.

Die wirtschaftliche Anspannung zeigt sich auch bei den Veränderungen im Markt. 25 von 29 Unternehmen beobachten in ihrem Marktsegment zumindest vereinzelt Insolvenzen, Übernahmen oder Marktaustritte. Das sind 86 Prozent der Befragten.

Hinzu kommen geopolitische Unsicherheiten. 22 von 28 Unternehmen geben an, dass internationale Entwicklungen ihre Planung spürbar oder sehr stark beeinflussen. Das entspricht 79 Prozent. Nur ein Unternehmen sieht keinerlei Auswirkungen.

Zwei Drittel nutzen KI bereits im Regelbetrieb

Bei der Digitalisierung haben viele der befragten Unternehmen die Testphase bereits hinter sich. 67 Prozent setzen künstliche Intelligenz im Regelbetrieb ein. Bei 50 Prozent wird KI in mehreren Unternehmensbereichen genutzt, bei weiteren 17 Prozent in einem Bereich. Weitere 27 Prozent testen entsprechende Anwendungen. Für sieben Prozent ist KI derzeit kein Thema.

Wo die Unternehmen besonders großen Automatisierungsbedarf sehen, zeigt eine weitere Frage. 86 Prozent nennen Verwaltung und Dokumentation, 68 Prozent Disposition und Tourenplanung. Lager und Kommissionierung folgen mit 50 Prozent, die Kundenkommunikation mit 29 Prozent. Mehrfachnennungen waren möglich.

Mehr als die Hälfte der Unternehmen setzt nach eigenen Angaben bereits eine stärkere Automatisierung um. Gleichzeitig nennen 32 Prozent fehlende Ressourcen für die Umsetzung als größtes Hindernis.

Eine internationale Untersuchung zum KI-Einsatz in der Logistik hat ähnliche Ergebnisse hervorgebracht.

67 Prozent der teilnehmenden Unternehmen setzen KI bereits im Regelbetrieb ein.

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Den größten Automatisierungsbedarf sehen die Befragten in Verwaltung und Dokumentation sowie in Disposition und Tourenplanung. Mehrfachnennungen waren möglich.

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Elektrofahrzeuge stehen bei vielen auf dem Plan

Auch bei den Antrieben stehen Veränderungen an. 19 von 25 Unternehmen geben an, innerhalb der kommenden zwei Jahre eine Umstellung auf Elektrofahrzeuge zu planen. Das entspricht 76 Prozent. Acht Prozent nennen HVO oder andere Biokraftstoffe, 16 Prozent planen keine Veränderung.

Elektro-Lkw sind auf Österreichs Straßen bereits häufiger anzutreffen. Laut Mobilitätsministerium waren im Juni 2026 erstmals 1.000 schwere Elektro-Lkw in Österreich zugelassen. Ende 2025 waren es noch 705 gewesen.

International verläuft die Entwicklung allerdings unterschiedlich. Laut der im September 2026 veröffentlichten Studie „Volt Rush“ von Strategy&, der Strategieberatung von PwC, entfällt der Großteil des weltweiten Marktes für batterieelektrische Lkw auf China. Für Europa prognostizieren die Studienautoren bis 2030 im Durchschnitt um rund 25 Prozent niedrigere Gesamtbetriebskosten gegenüber vergleichbaren Dieselfahrzeugen. Diese Modellrechnung setzt entsprechende Betriebsbedingungen und eine ausreichende Ladeinfrastruktur voraus.

Bei den Unternehmen der dispo-Umfrage zählen Reichweite und Anschaffungskosten weiterhin zu den genannten Hindernissen. Beide werden mit jeweils 23 Prozent am häufigsten angeführt. Zehn von 26 Befragten setzen bereits Fahrzeuge mit alternativen Antrieben ein und sehen deshalb keine grundsätzlichen Hürden mehr.

19 von 25 Unternehmen nennen Elektrofahrzeuge bei ihren Antriebsplänen für die kommenden zwei Jahre.

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Fast jedes dritte Unternehmen berichtet von einem Sicherheitsvorfall

Neben der Digitalisierung beschäftigt auch die IT-Sicherheit die Branche. Acht von 28 Unternehmen geben an, innerhalb der vergangenen zwölf Monate einen Sicherheitsvorfall erlebt zu haben. Das entspricht 29 Prozent.

>> Aktuell dazu: Cybererpresser setzen 38 Schifffahrtsunternehmen unter Druck

Ihren Schutz gegen Cyberangriffe bewerten 22 Prozent der Befragten als sehr gut und 74 Prozent als ausreichend. Vier Prozent halten ihn für eher unzureichend. Welche Risiken dabei über die eigenen IT-Systeme hinaus entstehen können, lesen Sie hier.

Auch neue Berichtspflichten beschäftigen die befragten Unternehmen. 30 Prozent geben an, darauf bereits vollständig vorbereitet zu sein. Weitere 63 Prozent sehen sich teilweise vorbereitet, sieben Prozent erklären, nicht betroffen zu sein.