Automobilindustrie

Volkswagen baut zwei weitere Werke in Afrika

Volkswagen baut seine Präsenz in Afrika aus und will in der Region südlich der Sahara schrittweise eine Fahrzeugproduktion aufbauen. Der Konzern hat bereits Niederlassungen in Südafrika, Ruanda und Kenia.

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Im Rahmen der Afrika-Reise der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel unterzeichnete Volkswagen eine Absichtserklärung mit der Regierung von Nigeria  und Ghana. Erklärtes Ziel sei, in beiden Ländern Montagewerke zu errichten, teilte Volkswagen mit. Für Ghana sollten zudem neue Mobilitätslösungen geprüft werden. Dabei gehe es unter anderem um die Einführung von Carsharing, Mitfahrdiensten sowie Miet- oder Shuttlediensten. Im Gegenzug habe sich Ghanas Regierung verpflichtet, den Automobilsektor zu reformieren und auszubauen. Dazu zähle auch eine bevorzugte Beschaffungspolitik für Fahrzeuge, die vor Ort in Ghana montiert werden.

Kleiner Markt, der wachsen wird

Die Vereinbarung mit Nigeria sehe vor, die Montage von vorproduzierten Fahrzeugen stufenweise aufzubauen. Das Land solle langfristig zu einer Drehscheibe für die Automobilindustrie an der Westküste Afrikas entwickelt werden. Dazu gehöre der Aufbau einer Ausbildungsakademie gemeinsam mit der deutschen Regierung, in der die ersten Mitarbeiter geschult werden. Bei entsprechender Ertragslage wolle Volkswagen auch ein Fahrzeug- und Service-Netzwerk aufbauen. Im Gegenzug wolle die nigerianische Regierung beschlossene Reformen der Automobilpolitik beschleunigen. Dies beinhalte den stufenweisen Übergang vom reinen Importeur von Gebrauchtwagen zu einem Hersteller und Vertriebspartner von Neufahrzeugen.

Volkswagen unterhält bereits seit Mitte der 1950er Jahre ein großes Produktionswerk in Südafrika und montiert Fahrzeuge in Kenia sowie seit kurzem auch in Ruanda. Der afrikanische Automobilmarkt ist derzeit zwar vergleichsweise klein. Experten gehen aber davon aus, dass die Region künftig wachsen wird. 

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Auch Bosch und Voith mit Absichtserklärungen 

Auch Bosch und Voith haben am Rande des Besuchs von Kanzlerin Merkel in Ghana Absichtserklärungen unterzeichnet. Bei Bosch geht es um ein Projekt zur Verpackung und zum Abfüllen von Pharmazeutika.

Voith plant den Bau eines Solarwasserkraftwerkes mit einer Leistung von rund 55 Megawatt - es geht um ein Investitionsvolumen von 66 Mio. Euro. VW unterzeichnete ein Rahmenabkommen für den Aufbau einer lokalen Kfz-Montage. (apa/dpa/Reuters)

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