Solarindustrie

Solarworld-Insolvenz eröffnet: Für Sanierer Piepenburg tickt die Uhr

Beim insolventen deutschen Hersteller Solarworld hat Insolvenzverwalter Horst Piepenburg nun das alleinige Sagen. Er muss jetzt den geplanten Verkauf der Standorte in Sachsen und Thüringen in Ostdeutschland umsetzen. Ein arabischer Käufer könnte einen Teil der Belegschaft übernehmen, heißt es.

Insolvenzverwalter Horst Piepenburg hat bei Solarworld nun das alleinige Sagen. Das Amtsgericht Bonn habe offiziell das Insolvenzverfahren eröffnet, teilte Solarworld mit.

Bis auf Vorstandschef Frank Asbeck erklärten daraufhin alle Vorstandsmitglieder - darunter Finanzchef Philip Koecke - ihren Rücktritt. Auch Firmengründer Asbeck kann allerdings Piepenburg nur noch zuarbeiten, alle Entscheidungen trifft nun der Insolvenzverwalter.

1.800 Mitarbeiter verblieben

Für den erfahrenen Sanierer Piepenburg tickt nun die Uhr. Er muss den geplanten Verkauf der beiden Produktionsstandorte in Freiberg (Sachsen) und Arnstadt (Thüringen) rasch unter Dach und Fach bringen.

Denn mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens zahlt die Arbeitsagentur nicht mehr wie in den vergangenen drei Monaten die Löhne der 1.800 verbliebenen Solarworld-Mitarbeiter, und die Erlöse reichen nicht aus, um die Personalkosten zu decken.

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Käufer aus Katar im Gespräch

Nach Informationen aus Finanzkreisen will die Qatar Foundation, die hinter dem Solarworld-Großaktionär Qatar Solar steht, die beiden Werke übernehmen, um ihr Engagement in der Solarindustrie in Deutschland zu retten. Laut Piepenburg will der neue Eigentümer 450 Mitarbeiter übernehmen.

Die Aktionäre dürfen aus dem Verkauf der beiden Werke und der Produktion in den USA allerdings nicht mit Erlösen rechnen, wie Piepenburg klarmachte. "Nach derzeitigem Kenntnisstand" sei das ausgeschlossen; das Geld geht komplett an die Gläubiger." (dpa/apa/red)

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