Personalie

Rosenbauer-Personalie: So will Neo-Technikvorstand Daniel Tomaschko den Feuerwehrausstatter umkrempeln

Mit Rezepten aus der Lkw-Serienfertigung will Neo-Vorstand Daniel Tomaschko die Effizienz des Feuerwehrausrüsters steigern.

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„Wir wollen über alle Werke hinweg flexibel werden“
Rosenbauer-CTO Daniel Tomaschko

Er leitete die Lkw-Montage im MAN-Werk Steyr, keiner kleinen Nummer. Bei Rosenbauer drückte er der Fertigung seinen Stempel auf, erst als Produktionsverantwortlicher des Werks Leonding II, seit Jahresbeginn auch des Werks I. Anderes trat in den Hintergrund, etwa sein Steckenpferd, funkgesteuerte Boliden kompetitiv über Rennstrecken zu jagen.

Seit vergangenen Mai bleibt Tomaschko dafür noch weniger Zeit: Er beerbte Gottfried Brunbauer, seit 22 Jahren im Unternehmen, 17 Jahre davon Technikvorstand, überraschend als CTO. Eine Weichenstellung, die im Rosenbauer-Management so begründet wird: Tomaschko habe sich mit neuen Perspektiven eines kosteneffizienten Serienherstellers eingebracht. Da sei es „naheliegend, dass dieselbe Person auch in die Verantwortung kommt“.

Nachjustiert

Denn frischen Wind, darüber lässt CEO Dieter Siegel keinen Zweifel, hätte der Feuerwehrausstatter in manchen Punkten nötig: Bei Digitalisierung, dem Internet der Dinge, aber auch flexibleren, intelligenteren Produktionsstrukturen gäbe es Handlungsbedarf. Tomaschko soll die von ihm selbst entwickelte Vision 2020 der Produktion umsetzen. Was aber will Tomaschko, 34, gegenüber seinem Vorgänger, unter dessen Ägide die Werke ausgebaut und modernisiert wurden, der aber auch die Produktentwicklung bei den Löschsystemen und Fahrzeugen trieb, anders machen?

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Gewiss nicht ungelegen kommen Tomaschko (Diplomarbeitsthema: „Integration von Sondermontagen in Serienprozesse am Beispiel der MAN-Nutzfahrzeuge“) jetzt, wo Rosenbauer auf stärkere Modul- und Kleinserienfertigung schielt, seine Jahre beim Lkw-Serienfertiger. „Mit dem Wachstum kommen auch neue Herausforderungen ans Produkt und die Produktion“, sagt Siegel. Noch effizientere Arbeitsvorbereitung oder Engineeringprozesse würden bei der Fertigung größerer Lose speziell in den Großwerken Leonding I und II Hebel sein, die man betätigen wolle. In einem ersten Schritt wurden in den Werken Leonding drei Produktionsbereiche zu einem zusammengefasst, um Über- oder Unterauslastung an einzelnen Produktionsbereichen besser auszugleichen. Mitarbeiter sollten im Idealfall an den Fahrzeugen von Kommunal-, Flughafenlösch- oder Sonderfahrzeugen arbeiten können. „Job-Rotation an den Linien ist ein Vorhaben“, sagt Tomaschko.

Mann von außen

Ein Mann von außen habe es sicher leichter, „Linienkonzepte auf kleinindustrielle Serien zu übertragen“, heißt es im Unternehmen. So benennt Tomaschko als Ziel, nicht nur an den Einzelstandorten flexible Strukturen unterhalten zu wollen, sondern „über die Werke hinweg zu atmen“. Die Herausforderung, die Produktionsmannschaft hinter sich zu kriegen, nimmt das neue Management jeden- falls an: „Die Maßnahmen führen ja zu einer Verbesserung in der Produktion“, glaubt Siegel.

Fest steht: Tomaschkos Hobby, der Modellsport, wird warten müssen. Zumindest ein Rennen will er aber heuer bestreiten.

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