Energie

Opec erwartet für heuer einen höheren Ölbedarf

Die Organisation Erdöl exportierender Länder hat ihre Prognose für den weltweiten Öl-Bedarf im neuen Jahr leicht erhöht, und zwar wegen der jüngsten Entschärfung im Handelskonflikt zwischen den USA und China sowie wegen besseren Wirtschaftsaussichten mehrerer wichtiger Länder.

Die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) hat ihre Prognose für den weltweiten Öl-Bedarf im neuen Jahr leicht erhöht. Nun geht sie im Schnitt von 101 Millionen Fass (je 159 Liter) pro Tag aus, gut 1,2 Prozent mehr als die 99,8 Mio. Barrel täglich im Jahr 2019.

Als Gründe für die marginale Aufwärtsrevision von 0,14 Mio. Fass täglich gegenüber dem letzten Monatsbericht nannte die OPEC die Verbesserung des Klimas im Handelskonflikt zwischen den USA und China sowie verbesserte Wirtschaftsaussichten in diversen Volkswirtschaften.

In der OECD wird die Ölnachfrage um schätzungsweise 0,09 Mio. Barrel pro Tag (mb/d) steigen und damit höher sein als im letzten Monat prognostiziert, heißt es. OECD Amerika wird den Prognosen zufolge das Wachstum der Ölnachfrage in der Region anführen, unterstützt durch eine stetige Nachfrage nach NGL und Mitteldestillaten.

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In den Nicht-OECD-Ländern wird ein Anstieg der Ölnachfrage um 1,13 mb/d erwartet, obwohl das Wachstum der chinesischen Ölnachfrage voraussichtlich geringer als 2019 ausfällt. Dies wird aber durch einen gegenüber 2019 gesteigerten Ölbedarf im "übrigen Asien", in Lateinamerika und im Nahen Osten mehr als ausgeglichen werden.

Den größten Ölhunger haben traditionell die USA und China. Die Vereinigten Staaten dürften auch 2020 rund 21 Prozent des global geförderten Erdöls verschlingen, so die OPEC. Den Bedarf Chinas schätzt sie auf gut 13 Prozent.

Die OPEC-Produktion dürfte im Dezember leicht gesunken sein, von 29,61 auf 29,44 Mio. Barrel pro Tag, schätzt die Organisation auf Basis von Sekundärquellen. Saudi-Arabien, der führende Ölförderer innerhalb der OPEC, dürfte demnach 9,76 (nach 9,87) mb/d gefördert haben, laut Angaben aus Riad sollen es 9,59 (9,89) mb/d gewesen sein. Der Irak produzierte mehr als 4,5 Mio. Fass täglich, die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) gut 3 Mio. Fass/Tag.

Das krisengeschüttelte Venezuela kam weiterhin nicht einmal auf eine Million Fass täglich. Im nordafrikanischen Bürgerkriegs-Land Libyen, in dem auch die OMV tätig ist, dürfte die Förderung im Dezember im Schnitt geringfügig auf 1,14 Mio. Barrel/Tag zurückgegangen sein, nach 1,18 mb/d im November bzw. 1,80 mb/d im Oktober.

Die Welt-Ölproduktion dürfte im Dezember 100,28 mb/d betragen haben (leicht weniger als im November). Der OPEC-Anteil dürfte um 0,1 Prozentpunkte auf 29,4 Prozent zurückgegangen sein, schätzt die OPEC.  (apa/red)