Elektromobilität

Infineon-Bereichsleiter Stephan Zizala: "Kein Tritt auf die Bremse"

Trotz aller Sparzwänge wollen ​​​​​​​deutsche OEMs die Elektromobilität auf die Straße bringen, beobachtet Stephan Zizala, Leiter des Bereichs für Leistungshalbleiter in der Infineon-Automobildivision. 

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"Entwicklungsprojekte für die nächste und übernächste Generation an verlustärmeren Halbleitern auf Basis von Siliziumkarbid befinden sich im Anlauf".
Stephan Zizala, Vice President & General Manager Business Line Automotive High Power, Infineon

Seit sechseinhalb Jahren leitet Stephan Zizala nun in der Infineon-Automobildivision den Bereich für Leistungshalbleiter. Sechseinhalb Jahre, in denen in der E-Mobilität kaum ein Stein auf dem anderen blieb - und im Münchner Halbleiterkonzern wichtige Wegmarken gesetzt wurden: Halbleiter im Elektrofahrzeugbereich machen heute bereits sieben Prozent der Erlöse der Deutschen aus, sie tragen damit kräftig zum Automobilgeschäft der Deutschen - 2019 45 Prozent des Gesamtumsatzes - bei. Künftigen Umsatz noch stärker in der elektrischen Mobilität aufzuziehen, ist auch weiterhin die Strategie des Halbleiterherstellers. Dem Ziel muss erhebliche Stoßkraft in der Entwicklung vorangehen, wie Zizala dem INDUSTRIEMAGAZIN sagt. 

Autobauer bleiben ihrer Elektrifizierungsstrategie treu. Über 35 weitere Plug-in-Hybrid- und Elektroautos - mit Leistungshalbleitern von Infineon versehen - sollen bis Ende 2021 an den Start gehen. „Bei allen Sparzwängen der Autoindustrie sind keine Tendenzen erkennbar, von der Strategie, die E-Mobilität auf die Straße zu bringen, abzukehren“, sagt Zizala.  

Man nehme kein Tempo heraus - das war und ist der einhellige Tenor aus den Vorstandsetagen und Entwicklerkreisen deutscher OEMS, die man in den vergangenen Monaten genau mit dieser Frage konfrontierte: Tritt man auf die Bremse? 

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Für VWs ID.3 - genauer: Volkswagens Elektrifizierungsplattform MEB - lief dieser Tage in den Infineon-Werken Dresden und Villach die Hochvolumensfertigung von Leistungshalbleitern an. Zuletzt steigerte man - Corona zum Trotz - im Segment Elektromobilität sogar operativ den Umsatz. 

Unterdessen laufen Projekte an, die bereits die nächste und übernächste Generation an verlustarmen Halbleitern auf Basis von Siliziumkarbid adressieren. Entwickelt unter anderem in Villach, werden sie die Reichweite von Fahrzeugen um sieben und später zehn Prozent steigern. Projekte, die man nicht schleifen lässt, im Gegenteil: Gerade wird Entwicklungspersonal „aufgestockt“. 

Auch Kunden - darunter ein dänischer Zulieferer – planen voraus und sichern sich durch mehrjährige Liefervereinbarungen frühzeitig Stückzahlen. Ein Grund sind die Signale europäischer Regierungen, Elektromobilität als Aufschwunghilfe zu incentivieren. „Ist der Ramp-up dann sehr steil, kann es schnell zu einer Verknappung bei Leistungshalbleitern kommen; Infineon sei hierauf gut vorbereitet, weiß Zizala.

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