Emissionshandel

China startet im November mit einem landesweiten Emissionshandel

Europas Industrie übt oft und gern harte Kritik am Handel mit Verschmutzungsrechten - und verweist dabei stets auf die Konkurrenz in China, die das nicht hat. Ab Herbst führt auch jenes Land den Emissionshandel ein, das mit Abstand am stärksten die Atmosphäre verschmutzt.

China beginnt mit einem landesweiten Emissionshandel zur Reduzierung der Umweltverschmutzung wohl später als erwartet. Der früheste Termin sei November, sagte ein Regierungsberater. Grund für die Verzögerung seien fehlende Regelungen und Daten. Die Einführung war zunächst für die erste Jahreshälfte erwartet worden.

China hatte im Pariser Klimaschutzabkommen zugesagt, in diesem Jahr die landesweite Handelsplattform für Emissionsrechte zu starten. Das Land betreibt bereits sieben regionale Pilotprojekte zum Emissionshandel. Das geplante landesweite System soll bis zu 10.000 Unternehmen aus verschiedenen Branchen wie Stahlsektor, Energieerzeugung und Papierherstellung umfassen.

Die Volksrepublik stößt so viel klimaschädliches Kohlendioxid (CO2) aus wie kein anderes Land, gefolgt von den USA.

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Der Handel mit CO2-Zertifikaten ist ein wichtiges Instrument zum Klimaschutz. Industrie und Kraftwerke als größte CO2-Produzenten bekommen eine bestimmte Menge an Rechten zugeteilt, die über die Jahre sinkt. Wer umweltfreundlich produziert, kann überschüssige Zertifikate an der Börse an solche Unternehmen verkaufen, die zusätzliche Rechte benötigen. Zugleich will China erneuerbare Energien wie Sonnen- und Windkraft ausbauen. (reuters/apa/red)

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