Kunststoffindustrie

Alpla Group: Jedes Jahr 50 Millionen Euro für Recycling

Der Vorarlberger Kunststoffverarbeiter Alpla kündigt bis 2025 jährliche Investitionen von 50 Millionen Euro in den Ausbau seiner Recyclingkapazitäten an. Viele Projekte sollen dabei an den den Standorten der Gruppe im Ausland umgesetzt werden, etwa in Mexiko, Thailand, Polen, Italien oder Deutschland.

Kunststoffindustrie Alpla Strategie Recycling Standort Vorarlberg

Der Vorarlberger Kunststoffverarbeiter Alpla kündigt bis 2025 jährliche Investitionen von 50 Millionen Euro in den Ausbau seiner Recyclingkapazitäten an. Vor allem sei eine "Internationalisierung" der Maßnahmen für hochqualitative Rezyklate geplant, so Alpla.

2018 hat sich Alpla im Rahmen eines internationalen Abkommens verpflichtet, bis 2025 50 Millionen Euro in Recycling zu investieren. Dieses Ziel will Alpla nun deutlich erhöhen. Ab dem heurigen Jahr sollen nach Angaben des Unternehmens im Schnitt jedes Jahr 50 Millionen Euro ausschließlich für Recycling zur Verfügung stehen.

"Wir waren in den vergangenen zwei Jahren sehr aktiv. Unter anderem in Asien, Europa und Zentralamerika konnten wir Bottle-to-Bottle-Projekte auf den Weg bringen. Dennoch sehen wir weiterhin wachsenden Bedarf seitens unserer Kunden, und das weltweit“, so Georg Lässer, Chef der Recyclingsparte.

White Paper zum Thema

Günther Lehner, Chef des Unternehmensbeirats, meint dazu, Alpla werde sich auf "hochqualitative Anwendungsbereiche in neuen Regionen konzentrieren". Das Ziel sei ein "Kreislauf von Flasche zu Flasche" auch in Regionen, in denen die Verwertung von Abfällen derzeit keine große Rolle spiele.

Entwicklungsmöglichkeiten außerhalb Europas

Entwicklungsmöglichkeiten gebe es Lässer zufolge etwa außerhalb Europas. So steigt nach Unternehmensangaben bei Kunden etwa in Afrika, im Mittleren Osten oder in Südostasien, China und Indien die Nachfrage nach Produkten mit wiederverwerteten Materialien. In Europa dagegen sei der Markt mittlerweile stark umkämpft. "Durch eigene Werke und Kooperationen haben wir in Westeuropa bereits eine gute Marktposition erlangt, die wir ausbauen wollen", so Lässer.

Aktuell dazu:
Alpla übernimmt Kunststoffhersteller in Spanien >>

Dabei verweist Alpla auf den Einstieg in das HDPE-Recycling im Jahr 2019. Dieser werde mit dem Bau eines Werks in Mexiko fortgesetzt, wo der Produktionsstart für Herbst 2021 geplant sei. Auch in Thailand baut Alpla gerade mit einem Partner ein Recyclingwerk für PET und HDPE.

Ausbau der Kapazitäten in Österreich, Deutschland und Polen

In den Werken in Österreich, Polen und Deutschland seien in den letzten zwei Jahren die Kapazitäten ausgebaut worden, in Italien habe Alpla unlängst in einem eigenen Werk eine Extrusionsanlage für rPET in Betrieb genommen. Nach Angaben des Unternehmens beläuft sich die jährliche Recyclingkapazität der Gruppe sowie ihrer Kooperationspartner auf rund 130.000 Tonnen für PET und 60.000 Tonnen für PE.

(red)

INDUSTRIEMAGAZIN:
Engel-CEO Engleder: „Nicht Kunststoffe sind das Problem, sondern der Umgang damit“ >>

INDUSTRIEMAGAZIN Hintergrund:
Kreislaufschwäche: Das Problem mit den Kunststoffen >>