In einer Podiumsrunde, moderiert von Dmitrij Kononenko vom VDMA Österreich, ging es darum, wie sich digitale Maschinen-Services profitabel vermarkten lassen. Dabei stoßen Anbieter oft auf eine zurückhaltende Kundschaft, berichtete Gunther Machu von Hörbiger, einem Wiener Spezialisten für Kolbenkompressoren. Das Unternehmen verkauft für die Zustandsüberwachung Sensorik, IoT-Hardware und Software-Abonnements – auch für bestehende Anlagen. Während die Hardware gefragt sei, begegneten Kunden den digitalen Diensten skeptisch. „Sie halten nichts von Subscription-Modellen und auch nichts von Pay-per-Avoidance“, sagt Machu.
Philipp Wolschner von Burckhardt Compression kennt diese Vorbehalte ebenfalls. Das Schweizer Unternehmen kann auf 30 Jahre Zustandsüberwachungsdaten seiner Tochter Prognost zurückgreifen. Mit UP!Detect bietet es KI-Monitoring, ein monatliches Assessment durch Maschinenexperten und die Weiterleitung von Alarmen an den Burckhardt-Service. Die Hardware wird ab Werk eingebaut oder nachgerüstet; hinzu kommt ein Abonnement, häufig zunächst mit einer Testphase. Die Daten werden mit Nerve verwaltet.
Auch hier müssen Kunden erst überzeugt werden: In der Ölbranche müsse die Cloud ihren Mehrwert gegenüber einer lokalen Lösung erst beweisen, so Wolschner. Digitale Aufträge lägen daher meist nur im vier- bis fünfstelligen Bereich, während ein Kompressor Millionen koste. Zudem kannibalisiere die Technik das Wartungsgeschäft. Doch man müsse die Dienste anbieten, denn sonst, so Wolschner, übernehme es ein Konkurrent.
Wie sich das Interesse der Kunden für digitale Services steigern lässt, skizzierte Christoph Knogler von KEBA Digital Software. Er glaubt, Software müsse als eigener Wert ausgewiesen werden, statt als Zugabe zur Hardware zu erscheinen.
Rainer Duebi von Burckhardt verweist auch auf die Rolle des Vertriebs. Er sieht Zahlungsbereitschaft vor allem dort, wo eine konkrete Ansprechperson hinter der Lösung steht. Besonders erfolgreich sei das Unternehmen, wenn es digitale Services mit Field Service und Ersatzteilen bündele. Dann seien Kunden zu Rahmenverträgen über fünf bis zehn Jahre bereit, und das Gespräch verlagere sich von der Betriebsebene ins Management.
Dieter Lindenmayer von Voith berichtete, wie der Maschinenbauer 2016 seine digitalen Einheiten zentral gebündelt und diese Struktur drei Jahre später wieder korrigiert habe. Heute führt er die digitalen Aktivitäten als Konzernfunktion. Die größte Herausforderung bleibe der Verkauf: Wer 50 Produkte betreue, verkaufe nicht nebenbei auch noch fünf digitale Angebote.