KTM-Insolvenz : KTM: Steigt Stephan Zöchling als Investor ein?

Stephan Zöchling, neuer Aufsichtsratschef der KTM-Mutter Pierer Mobility, hat offenbar ein Angebot als Investor für den insolventen Motorradhersteller KTM abgegeben.

Stephan Zöchling, neuer Aufsichtsratschef der KTM-Mutter Pierer Mobility, hat offenbar ein Angebot als Investor für den insolventen Motorradhersteller KTM abgegeben.

- © KTM/Remus

Stephan Zöchling gibt Investorengebot für insolventen Motorradhersteller KTM ab

Stephan Zöchling, neuer Aufsichtsratsvorsitzender der Pierer Mobility, der Muttergesellschaft von KTM, hat ein Angebot als Investor für den insolventen Motorradhersteller KTM eingereicht. Im Gespräch mit dem Magazin Trend bestätigte Zöchling, dass er sich "dem normalen Verkaufsprozess der Citibank", die den Verkaufsprozess leitet, unterworfen habe. Aufgrund börsenrechtlicher Vorschriften verzichtete er auf weitere Details.

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"Das Geld stammt von mir und von niemand anderem", stellte Zöchling klar. Er erklärte weiter: "Ich habe mit der Sberbank ein bisschen Geld verdient, das ich reinvestieren möchte." Zöchling, der während des KTM-Sanierungsverfahrens als Miteigentümer des Auspuffherstellers Remus ins Boot geholt wurde, hatte zuvor das restliche Vermögen der Europatochter der russischen Sberbank übernommen.

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  • Stephan Zöchling
    Ich habe mit der Sberbank ein bisschen Geld verdient, das ich reinvestieren möchte.

    Stephan Zöchling, neuer Aufsichtsratsvorsitzender der Pierer Mobility

Mehrere Investoren bekunden Interesse an insolventer KTM

Seit Längerem ist bekannt, dass Pierer Mobility dringend frisches Kapital für die Sanierung des insolventen Motorradherstellers KTM benötigt. Um die angestrebte Sanierungsquote von 30 Prozent oder mehr zu erreichen, sind laut KTM-AG-Sanierungsverwalter Peter Vogl mindestens 600 Millionen Euro erforderlich. "Das werde man nur mithilfe von Investoren bedienen können", betonte Vogl.

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Die Suche nach Investoren, mit der die US-Investmentbank Citigroup beauftragt wurde, verlief offenbar erfolgreich. Laut Vogl haben sich 20 potenzielle Investoren gemeldet. "Wie viele von ihnen ein Angebot gelegt haben bzw. in welcher Höhe, könne er nicht sagen. Aber es seien mehrere", so Vogl weiter.

Neben Zöchling zählen der indische KTM-Partner Bajaj, der chinesische Hersteller CF Moto sowie der in Hongkong ansässige Fonds FountainVest zu den potenziellen Investoren. Auch der US-Hedgefonds Whitebox könnte ein Angebot abgegeben haben. Whitebox bemüht sich seit Eröffnung des Insolvenzverfahrens, Bankschuldscheinforderungen aufzukaufen, und hat Widerstand gegen den bestehenden Sanierungsplan angekündigt.

In der außerordentlichen Hauptversammlung Ende Januar haben die Aktionäre der KTM-Muttergesellschaft Pierer Mobility AG mit über 99 Prozent der Stimmen einer geplanten Kapitalerhöhung zugestimmt. Zudem wurde Stephan Zöchling, Miteigentümer und CEO von Remus, mit 96,5 Prozent der Stimmen in den Aufsichtsrat gewählt und anschließend zum Vorsitzenden ernannt.

Durch die beschlossene Kapitalerhöhung ist der Vorstand ermächtigt, bis zu 16.898.267 neue Aktien auszugeben, was einer Erhöhung des Grundkapitals um rund 50 Prozent entspricht. Derzeit sind an der Wiener Börse 33.796.535 Aktien der Pierer Mobility AG im Umlauf. Bei einem aktuellen Aktienkurs von etwa 19 Euro pro Stück könnten so bis zu 900 Millionen Euro eingenommen werden.

Stephan Zöchling: Der Retter in der Not?

Stephan Zöchling ist eine zentrale Figur der österreichischen Wirtschaft und hat sich durch seine Arbeit als Sanierungsexperte im Automobil- und Zuliefersektor einen Namen gemacht. Der 52-Jährige ist CEO und Miteigentümer des Sportauspuffherstellers Remus und verfügt über ein breites Netzwerk, das von Investoren bis hin zu Industrieentscheidern reicht. Zöchling gilt zudem als ein enger Vertrauter von Pierer-Mobility- und KTM-CEO Stefan Pierer. 

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"Starkes Selbstvertrauen, aber kein G’schichtl-Drucker, ein knallharter Sanierer, geht an Grenzen, die anderen zu riskant wären und kennt auch Grauzonen", so schildert ein Spitzenbanker den Mann, der Europas größten Motorradhersteller sanieren will. 

Stephan Zöchling
Stephan Zöchling - © Youtube
Starkes Selbstvertrauen, aber kein G’schichtl-Drucker, ein knallharter Sanierer, geht an Grenzen, die anderen zu riskant wären und kennt auch Grauzonen.

Zöchling ist seit kurzem Mitglied des Aufsichtsrats der Pierer Mobility AG und nimmt in der strategischen Neuausrichtung von KTM eine Schlüsselrolle ein. Er hat unter anderem die Verhandlungen mit Gläubigern übernommen, um dringend benötigte Überbrückungsfinanzierungen zu sichern.

Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf der Restrukturierung des Managements. Zöchling hat Personalentscheidungen getroffen, um die Effizienz und Entscheidungsfähigkeit der Führungsebene von KTM zu erhöhen sollen. Parallel dazu arbeitet er an der Optimierung von Produktions- und Vertriebsprozessen, um Kosten zu senken und die Rentabilität des Unternehmens zu steigern. Diese Maßnahmen sind essenziell, um KTM aus der derzeitigen Krise zu führen.

Aktuell steht die Produktion bei KTM still 

- © YouTube/Oberbank AG

Kritik an Zöchlings Russland-Geschäften

Zöchlings geschäftliche Aktivitäten sind jedoch nicht frei von Kontroversen. Kritik erfuhr er insbesondere für seine Russland-Geschäfte, die während des Ukraine-Krieges in den Fokus der Öffentlichkeit gerieten. Stephan Zöchlings Engagement bei der Übernahme der Vermögenswerte der ehemaligen Sberbank Europe AG wirft nicht nur aufgrund der geopolitischen Lage Fragen auf, sondern auch wegen seiner früheren Verbindungen zu russischen Finanz- und Wirtschaftskreisen. Besonders ins Auge fällt seine frühere Zusammenarbeit mit der Sberbank Moskau und russischen Oligarchen wie Oleg Deripaska, der mittlerweile auf internationalen Sanktionslisten steht.

Zöchling war bereits in den 2000er Jahren in Russland geschäftlich aktiv. Unter anderem leitete er ein Verhandlungsteam für Magna International, als das Unternehmen gemeinsam mit Deripaskas GAZ-Gruppe und der Sberbank Moskau versuchte, den Autohersteller Opel zu übernehmen. Dieser Deal scheiterte zwar, doch Zöchling knüpfte in dieser Zeit enge Kontakte zu wichtigen Akteuren, darunter Herman Gref, dem CEO der Sberbank Russland. Diese Verbindungen haben ihm offenbar später den Zugang zu weiteren Geschäften erleichtert.

Darüber hinaus war Zöchling in der Automotive-Sparte von Deripaskas Konglomerat Basic Element tätig und arbeitete auch im Baukonzern von Deripaska, während er in Russland lebte. Seine Rückkehr nach Österreich führte zu neuen unternehmerischen Beteiligungen, darunter der Einstieg beim Auspuffhersteller Remus gemeinsam mit Hans Peter Haselsteiner sowie Investitionen in den Metallverarbeiter Erne. Interessanterweise ist Deripaska über seine Beteiligung an der Strabag nach wie vor mit Haselsteiner verbunden, obwohl andere Anteilseigner Deripaska inzwischen loswerden wollen.

Zusätzlich kursieren Spekulationen, dass Zöchling möglicherweise Siegfried Wolf, den ehemaligen Magna-Chef und Ex-Aufsichtsratsvorsitzenden der Sberbank Europe, in einem Konsortium ersetzt haben könnte. Wolf, der aufgrund seiner engen Verbindungen nach Russland und seiner Rolle in verschiedenen Industriebereichen in Osteuropa bekannt ist, steht selbst in der Kritik: Gegen ihn wurde von der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) in der Eurofighter-Affäre eine Anklage wegen Geldwäsche erhoben, wobei er die Vorwürfe bestreitet und die Unschuldsvermutung gilt.

Ob Zöchling tatsächlich als Ersatz für Wolf im Konsortium agierte, bleibt unbestätigt, jedoch ist bekannt, dass sich die beiden aus ihrer Zeit bei Magna und durch gemeinsame Projekte im Automobilsektor gut kennen. Diese langjährigen Verbindungen verstärken den Eindruck eines engmaschigen Netzwerks zwischen österreichischen und russischen Wirtschaftsakteuren, das trotz geopolitischer Spannungen weiterhin aktiv ist.

Ehemalige Sberbank-Europe-Zentrale in Wien  

- © Wikipedia/Daniel Hinterramskogler

Stephan Zöchling: Vom Sanierungsexperten zum Schlüsselakteur der Automobilbranche

Stephan Zöchling ist eine bekannte Größe in der österreichischen Wirtschaft und hat sich durch seinen Werdegang als Sanierungsexperte einen festen Platz in der Industrie erarbeitet. Geboren 1971, wuchs Zöchling in der Steiermark auf und entwickelte früh ein Interesse an technischen und wirtschaftlichen Zusammenhängen. Nach seinem Studium der Betriebswirtschaft an der Wirtschaftsuniversität Wien startete er seine berufliche Laufbahn in der Automobilbranche, die später zu seinem wichtigsten Tätigkeitsfeld werden sollte.

Sein erstes Engagement führte ihn zu einem mittelständischen Unternehmen im Zuliefersektor, wo er erste Erfahrungen mit Krisenmanagement und Restrukturierungen sammelte. Bereits in jungen Jahren bewies Zöchling ein Gespür für effiziente Prozessoptimierung und die Sanierung finanziell angeschlagener Betriebe.

Ein entscheidender Meilenstein in seiner Karriere war seine Tätigkeit bei Remus, einem Hersteller von Sportauspuffanlagen mit Sitz in der Steiermark. Zöchling trat in den frühen 2000er-Jahren als Geschäftsführer ein und wurde später Miteigentümer des Unternehmens. Unter seiner Führung entwickelte sich Remus von einem nationalen Anbieter zu einem international erfolgreichen Unternehmen, das in über 60 Ländern tätig ist.

Parallel zu seiner Tätigkeit bei Remus engagierte sich Zöchling auch in anderen Projekten innerhalb der Automobilindustrie. Er übernahm beratende Rollen in mehreren Zulieferbetrieben und war an verschiedenen Restrukturierungsprojekten beteiligt. Dabei etablierte er sich als Experte für Krisenmanagement und gewann einen Ruf als „Sanierer“.

Stephan Zöchling war zudem stets darauf bedacht, sein Netzwerk zu erweitern. Seine Kontakte zu führenden Persönlichkeiten in der Industrie sowie zu Investoren und Finanzinstituten legten den Grundstein für seine spätere Rolle bei KTM.

Die Geschichte von KTM: Ein Blick auf die Erfolgsgeschichte

Der traditionsreiche Motorradhersteller KTM hat eine bewegte Geschichte hinter sich, die sowohl von großen Erfolgen als auch von tiefen Krisen geprägt ist. Ursprünglich 1934 von Hans Trunkenpolz als Reparaturwerkstatt in Mattighofen gegründet, begann KTM in den 1950er-Jahren mit der Produktion von Motorrädern und etablierte sich schnell als Vorreiter im Offroad-Segment. Doch trotz beeindruckender Erfolge, etwa bei der legendären Rallye Dakar, blieb das Unternehmen nicht von Rückschlägen verschont.

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In den späten 1980er-Jahren geriet KTM in wirtschaftliche Turbulenzen, die 1991 in der ersten Insolvenz des Unternehmens gipfelten. Die Gründe lagen in einer Mischung aus strategischen Fehlentscheidungen, fehlender Marktanpassung und finanziellen Engpässen. Diese Krise führte zur Zerschlagung des Unternehmens und zur Aufteilung in mehrere eigenständige Bereiche, darunter KTM Sportmotorcycles, KTM Fahrrad und KTM Kühler.

Ein Wendepunkt in der Geschichte von KTM war die Übernahme durch den österreichischen Unternehmer Stefan Pierer im Jahr 1992. Zusammen mit einem Konsortium kaufte er die Motorradsparte und legte den Grundstein für eine beispiellose Erfolgsgeschichte. Pierer setzte auf klare strategische Ziele: eine Fokussierung auf sportliche Motorräder, Investitionen in Innovation und die Stärkung der Marke. Ein entscheidender Schachzug war die Einführung der KTM Duke im Jahr 1994, die schnell zum Bestseller wurde.

Unter Pierers Führung wuchs KTM kontinuierlich. Zwischen 1992 und 2022 steigerte das Unternehmen seine Motorradverkäufe von etwa 6.000 Einheiten auf über 375.000 pro Jahr. Der Umsatz kletterte in diesem Zeitraum von rund 30 Millionen Euro auf über 2,5 Milliarden Euro. Zudem erweiterte KTM seine Marktpräsenz in mehr als 100 Ländern und entwickelte sich zum zweitgrößten Motorradhersteller Europas. Mit Innovationen wie den Offroad-Modellen und der KTM Adventure-Serie setzte das Unternehmen immer wieder neue Maßstäbe.

1992 übernahm Stefan Pierer KTM

- © R.Schedl

Krise und Ursachen: Warum KTM in Schwierigkeiten steckt

KTM steht aktuell vor einer Vielzahl von Herausforderungen, die sich über die letzten Jahre hinweg aufgebaut haben. Diese Probleme lassen sich in interne und externe Faktoren unterteilen, die den traditionsreichen Motorradhersteller erheblich unter Druck setzen.

Überproduktion und hohe Lagerbestände
In den vergangenen Jahren setzte KTM auf eine aggressive Expansionsstrategie, um seine Marktanteile global auszubauen. Dabei wurden hohe Produktionszahlen angestrebt, die jedoch nicht mit der tatsächlichen Nachfrage Schritt hielten. Diese Überproduktion führte zu massiven Lagerbeständen, die wertvolles Kapital binden und die Liquidität des Unternehmens beeinträchtigen. Solche Fehlkalkulationen belasten die finanzielle Stabilität erheblich.

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Qualitätsprobleme und Kundenzufriedenheit
Ein weiteres zentrales Problem sind Qualitätsmängel bei einigen KTM-Modellen. Kunden äußerten zunehmend Kritik, die das Image der Marke nachhaltig beeinträchtigte. In der heutigen digitalen Ära, in der Konsumentenbewertungen einen starken Einfluss auf Kaufentscheidungen haben, kann dies für einen Hersteller wie KTM gravierende Folgen haben. Die sinkende Kundenzufriedenheit führte zu einem Rückgang der Loyalität, der sich negativ auf die Verkaufszahlen auswirkte.

Management-Fehlentscheidungen
Auch strategische Fehlentscheidungen des Managements trugen zur aktuellen Lage bei. Die mangelnde Anpassung an Marktveränderungen und die Vernachlässigung potenzieller Absatzmärkte schwächten die Wettbewerbsfähigkeit. Hinzu kommt, dass KTM in anderen Fahrzeugsegmenten keine Diversifikationsstrategien verfolgte, was die Abhängigkeit von einem begrenzten Produktsortiment verstärkte.

Steigende Produktionskosten
Die globalen Lieferkettenprobleme, die Energiekrise und der Anstieg der Rohstoffpreise führten zu erheblichen Produktionskostensteigerungen. Dadurch wird es für KTM immer schwieriger, wettbewerbsfähige Preise auf dem globalen Markt anzubieten. Dies mindert die Attraktivität der Produkte in einem hart umkämpften Marktumfeld.

Verändertes Konsumverhalten
Ein Wandel im Konsumverhalten stellt KTM vor eine zusätzliche Herausforderung. Der zunehmende Fokus auf Nachhaltigkeit und der CO₂-Fußabdruck lassen traditionelle Motorräder mit Verbrennungsmotoren, insbesondere bei jüngeren Generationen, weniger attraktiv erscheinen. Hersteller wie KTM müssen auf alternative Antriebstechnologien setzen, um langfristig konkurrenzfähig zu bleiben und neue Zielgruppen anzusprechen.

Strategische Maßnahmen zur Rettung von KTM

Die finanzielle Stabilisierung von KTM steht im Zentrum der Maßnahmen, die das Unternehmen ergreift, um seine Existenz zu sichern. Ein entscheidender Schritt war die Einleitung eines Sanierungsverfahrens mit Eigenverwaltung. Dieses Verfahren ermöglicht es KTM, die Kontrolle über den Restrukturierungsprozess zu behalten und gezielt Maßnahmen umzusetzen. Das Hauptziel ist es, die drückende Schuldenlast von 1,8 Milliarden Euro zu reduzieren und eine langfristig tragfähige Finanzierung sicherzustellen.

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Um Kosten zu senken und die Effizienz zu steigern, hat KTM ein umfassendes Restrukturierungsprogramm ins Leben gerufen. Dazu gehört unter anderem die Reduktion der Produktionskapazitäten. Durch einen vorübergehenden Produktionsstopp sollen die hohen Lagerbestände abgebaut und somit die Kapitalbindung reduziert werden. Darüber hinaus umfasst das Programm den Abbau von rund 1.500 Arbeitsplätzen – eine schwierige, aber notwendige Entscheidung, um die laufenden Kosten zu senken. Gleichzeitig arbeitet KTM daran, die Lieferketten zu optimieren. Eine stärkere Lokalisierung der Produktion und der Einsatz moderner Technologien sollen dazu beitragen, die Abläufe effizienter zu gestalten und Kostenvorteile zu realisieren.

Ein weiterer zentraler Punkt ist die Fokussierung auf Kernmärkte und -produkte. Statt auf ein breitgefächertes Portfolio zu setzen, konzentriert sich KTM verstärkt auf seine Bestseller-Modelle wie die KTM Duke und die KTM Adventure-Serie. Diese Strategie soll nicht nur die Rentabilität steigern, sondern auch die Position von KTM in den profitabelsten Marktsegmenten stärken.

Neben der Stabilisierung der Finanzen und der Optimierung interner Prozesse investiert KTM gezielt in Innovationen. Besonders im Bereich Elektromobilität und nachhaltiger Antriebstechnologien sieht das Unternehmen seine Zukunft. Durch umfassende Investitionen in Forschung und Entwicklung will KTM sicherstellen, dass die Marke auch für kommende Generationen attraktiv bleibt und ihre Wettbewerbsfähigkeit auf einem sich wandelnden Markt behaupten kann. Diese Maßnahmen bilden die Grundlage für einen möglichen Neustart und die Rückkehr zu stabilen Wachstumsperspektiven.

Die Herausforderungen auf dem Weg zur Rettung von KTM

Der traditionsreiche Motorradhersteller KTM sieht sich trotz intensiver Bemühungen um eine Neuausrichtung mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert. Einer der größten Stolpersteine ist der Vertrauensverlust bei Kunden und Partnern, der durch die finanzielle Krise und Qualitätsprobleme der vergangenen Jahre ausgelöst wurde. Um dieses Vertrauen zurückzugewinnen, sind nicht nur zeitnahe Maßnahmen erforderlich, sondern auch ein langfristig konsequentes Handeln. Kundenbindung und die Stärkung der Marke werden dabei eine zentrale Rolle spielen.

Ein weiterer Druckfaktor ist die starke Konkurrenz. Marktführer wie BMW, Honda und Yamaha haben bereits erhebliche Investitionen in Elektromobilität und nachhaltige Technologien getätigt. KTM muss hier aufholen, um sich in einem zunehmend technologiegetriebenen Markt abzuheben. Innovative Produkte, die nicht nur die aktuellen Anforderungen erfüllen, sondern auch zukünftige Trends aufgreifen, sind entscheidend, um den Wettbewerbern Paroli zu bieten.

Gleichzeitig sieht sich KTM einem rasant wandelnden Markt gegenüber. Konsumenten legen heute mehr Wert auf Umweltbewusstsein und Nachhaltigkeit, während Regulierungen in vielen Ländern auf emissionsfreie Antriebe drängen. KTM muss agil bleiben, um auf diese Veränderungen reagieren zu können. Die Fähigkeit, sich an neue Rahmenbedingungen anzupassen und dabei die spezifischen Erwartungen unterschiedlicher Märkte zu berücksichtigen, wird über den langfristigen Erfolg des Unternehmens entscheiden. Das Unternehmen muss auch eine klare Vision für die Zukunft entwickeln. Mit gezielten Maßnahmen zur Vertrauensstärkung, technologischen Innovationen und einer flexiblen Marktstrategie könnte KTM nicht nur seine Position sichern, sondern sogar gestärkt aus der Krise hervorgehen. Die kommenden Monate werden zeigen, ob KTM und seine Führungsriege diesen Weg erfolgreich gestalten können.

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