Social-Media-Studie

Österreichs Business-Influencerinnen

Eine Führungskraft braucht gute Kommunikationsskills – mittlerweile nicht mehr nur face-to-face, mit Mitarbeitern und Stakeholdern, sondern auch online auf Social-Media. Wie erfolgreich sind Österreichs Managerinnen auf der Business-Plattform Linkedin?

Vorbei sind die Zeiten, in der sich die Vorstandschefs ausschließlich in Hinterzimmern besprachen. Heute ist es Teil eines Managementjobs, auch in einem weltweit öffentlichen Netzwerk aktiv zu sein und als Führungskraft breit mit eigener Meinung und Expertise wahrgenommen zu werden. 

Hierfür bietet sich Linkedin an. Einst als Recruiting-Netzwerk gedacht, hat sich Linkedin mittlerweile zu einer großen Business-Publishing-Plattform entwickelt. Mit über 1,6 Millionen österreichischen Nutzern ist es eines der führenden sozialen Netzwerke für heimische Unternehmen und ihre Führungskräfte. Dort präsentieren sich CEOs sowohl als "Markenbotschafter" ihres Unternehmens, als auch Botschafter in eigener Sache, wie die Studienreihe „CEO-Linkedindex“, die deutsche CEO von börsennotierten Unternehmen auf der Business-Plattform analysiert, von Palmer Hargreaves zeigt.

Neben diesen "werblichen" Komponenten zeigt sich aber eben auch ein Mentalitätswandel: Manager und Managerinnen müssen sich nun auch immer stärker online profilieren.

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Hohe Relevanz für Top-Managerinnen

Auf Basis des Rankings der 125 erfolgreichsten Managerinnen Österreichs wollten auch INDUSTRIEMAGAZIN und die Social-Media-Researcher von BuzzValue die Linkedin-Auftritte der wichtigsten Frauen in Österreichs Industrie analysieren.

Im INDUSTRIEMAGAZIN-Managerinnen-Ranking werden jährlich heimische weibliche Führungskräfte aus dem Top-Level-Management der größten österreichischen Unternehmen unter anderem nach ihrem Vernetzungsgrad beurteilt und gereiht. Berücksichtigt werden dabei alle Frauen mit Funktionen in Österreichs 5000 umsatzstärksten Unternehmen und den verbundenen Privatstiftungen, aktuell erhoben aus dem Firmenbuch mit Stand Juli 2020. Nicht berücksichtigt wurden Politikerinnen, Managerinnen aus dem Gesundheitsbereich und Wirtschaftsanwältinnen.

 „Unsere Analyse zu den Leading Ladies zeigt, dass LinkedIn bei den heimischen Managerinnen einen wichtigen Platz eingenommen hat. So wird die Business-Plattform unter den 125 Managerinnen des INDUSTRIEMAGAZIN-Rankings bereits von mehr als der Hälfte aktiv zum Netzwerken genutzt“, erklärt Markus Zimmer, Geschäftsführer von BuzzValue. Das ist auch ein erklärtes Ziel von Infineon-Chefin Sabine Herlitschka: „LinkedIn nutze ich seit Jahren, um mich national und international mit Expertinnen und Experten direkt zu vernetzen und über relevante Themen, Technologien und Entwicklungen zu informieren. Es geht mir aber auch um das Aktiveren für konkrete Initiativen - wie zum Beispiel die gerade gestartete ‚MINT Girls Challenge‘. Damit wollen wir junge Frauen für technische und naturwissenschaftliche Berufe begeistern und sie als Zukunftsgestalterinnen gewinnen“, so die laut INDUSTRIEMAGAZIN-Ranking wichtigste Managerin des Landes, Sabine Herlitschka.

Dorothee Ritz, die offiziell noch amtierende General Managerin bei Microsoft Österreich, hat dabei mit aktuell rund 7.660 Followern die meisten Kontakte auf LinkedIn. Auch die Geschäftsführerin von Coca-Cola, Nicoleta Eftimiu (6.500 Follower), hat sich ein umfangreiches Netzwerk auf der Plattform aufgebaut. Von Magenta Österreich schaffen es beide Frauen aus dem Top-Management, Maria Zesch (6.240 Follower) und Sabine Bothe (3.660 Follower), unter die Leading Ladies auf LinkedIn.

Sabine Herlitschka (Infineon Technologies Austria), Michaela Huber (ÖBB), Patricia Neumann (IBM Österreich), Elena Skvortsova (OMV), Christine Antlanger-Winter (Google Österreich) und Kirsten Detrick (Takeda Austria) vervollständigen die Top 10.

>> Hören Sie hier die "wichtigste Managerin Österreichs", Sabine Herlitschka, im ausführlichen Podcast-Gespräch

Neben einem weitreichenden Netzwerk ist ebenso die aktive Kommunikation auf LinkedIn entscheidend, weiß Zimmer: „Bisher sind die heimischen Geschäftsführerinnen, Aufsichtsrätinnen & Co bei der aktiven Kommunikation auf LinkedIn aber noch zurückhaltend. Vereinzelt nutzen sie die Plattform ausschließlich zum Interagieren mit anderen Inhalten, veröffentlichen selbst jedoch keine eigenen Beiträge.“ Patricia Neumann, CEO von IBM Österreich, setzt auch vor allem auf Vernetzung und Information: „Für mich sind die Vernetzung und die Beiträge anderer interessant. Ich selbst teile Informationen zu IBM-Technologien und spannenden Projekten, sowie zu Themen, die mir am Herzen liegen, so wie Diversity & Inclusion, oder auch mehr weibliche Talente für MINT-Berufe zu begeistern“, so die IBM-Chefin.

Gut vernetzte Kommunikationsbranche

Maria Zesch (125 Posts) und Dorothee Ritz (113 Posts) posten dabei in den vergangenen zwölf Monaten am aktivsten und erzielen so auch die mit Abstand meisten Interaktionen. Die anderen Top 10-Managerinnen veröffentlichen im vergangenen Jahr durchschnittlich nur rund 21 Beiträge auf ihren Seiten. „Inhaltlich kommen auf der Business-Plattform vor allem personenbezogene Inhalte gut bei den Followern an. So generieren Beiträge zur eigenen Person und ihrem Karriereweg die meisten Likes, Shares und Kommentare. Weiters werden auch Posts zu Themen wie Bildung & Employer Branding häufig geliked“, weiß der Social Media-Experte. Hier erreichen, über das INDUSTRIEMAGAZIN-Ranking hinaus, vor allem auch Managerinnen aus der heimischen Kommunikationsbranche beeindruckende Follower- und Interaktionszahlen. 

Die Analyse der CEO der börsenotierten deutschen Unternehmen von Palmer Hargreaves jedenfalls zeigt, dass Linkedin als „ideales Umfeld“ gilt, um sich als Führungskraft – vor allem - vor den Stakeholdern zu präsentieren. “Unsere Untersuchungen zeigen, dass dies sowohl immer üblicher, als auch immer notwendiger wird: Die Vorstandsvorsitzenden werben auf LinkedIn nicht nur für die Unternehmensmarke, sie überzeugen auch den Markt und die Investoren von ihrer Leistung“, heißt es in dem Bericht.

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