Die 250 größten Unternehmen in Österreichs Industrie

Das Ranking der Top 250 reiht Österreichs Industrieunternehmen nach ihren Umsätzen. Die Umsatzentwicklung, Erträge, Mitarbeiter und Beteiligungsverhältnisse der größten Unternehmen in der österreichischen Industrie.

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Umsatzkaiser: OMV steigert Umsatz um 115 Prozent

OMV Aktiengesellschaft

Gesamtrang: 1
Umsatz 2021: +115 Prozent

Dass sich das Handwerk eines Mineralölkonzerns zuweilen vergolden lässt, davon gibt die aktuell wohl meistbeachtete Bilanz Österreichs Zeugnis ab: Um 115 Prozent – auf sagenhafte (gerundete) 36 Milliarden Euro – vervielfachte sich der Umsatz der OMV im abgelaufenen Geschäftsjahr.

Dass auf ein ziemlich einträgliches Jahr nicht selten ein weiteres folgt, dafür gaben die Quartalszahlen ein erstes Indiz. Die Erlöse stiegen da vor allem wegen der hohen Gaspreise um 146 Prozent auf 15,8 Milliarden Euro. Das um Lagerhaltungseffekte bereinigte operative Ergebnis vor Sondereffekten wurde verdreifacht. Einziger Schönheitsfehler: Der tatsächlich erzielte Gewinn (nach Sondereffekten) wurde durch kräftige Abschreibungen gedrückt. Zur Nord-Stream-2-Gaspipeline, bei der die OMV ein Co-Financier war, wurde Anfang März ein ausstehender Betrag von gut einer Milliarde Euro vollständig wertberichtigt.

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OMV-Chef Alfred Stern. Der Mineralölkonzern ist das größte Unternehmen der österreichischen Industrie.
Schloss das Vorjahr mit einem 115-prozentigen Umsatzsprung ab: OMV-Chef Alfred Stern - © YouTube/ Österreichische Beteiligungs AG

Der größte Anlagenbauer: Lisec, Glasmaschinenbau

Lisec Austria GmbH

Gesamtrang: 185
Umsatz 2021: +20 Prozent

Gottfried Brunbauer macht sich nichts vor. "Wir können in unserer vernetzten und volatilen Welt nicht mehr davon ausgehen, dass es über längere Zeiträume Beständigkeit und berechenbare Entwicklungen gibt", sagt der CEO des niederösterreichischen Glasmaschinenbauers Lisec. Damit sind die Lehren, die Brunbauer aus dem russischen Angriffskrieg zog, annähernd deckungsgleich zu jenen, die aus Corona und der Materialversorgungskrise zu ziehen sind.

Dennoch schafft das Unternehmen Gewissheiten. Aktuell investiert man rund sieben Millionen Euro in die betriebliche Erweiterung, genauer: des Engineering Centers sowie der Logistikflächen. Das Arbeitsumfeld wird modernisiert und insgesamt werden auf 2.000 Quadratmeter Fläche bis zu 130 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen. Ziel ist die Fertigstellung der Erweiterung im ersten Quartal 2023. Das – man ahnt es – kommt nicht von ungefähr. Die Niederösterreicher sind im Wachstum begriffen, im Vorjahr legte man beim Umsatz ein Fünftel drauf.

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Gottfried Brunbauer, CEO von Lisec. Der Glasmaschinenbauer ist der umsatzstärkste Anlagenbauer Österreichs.
Lisec-CEO Gottfried Brunbauer: Zuletzt um satte 20 Prozent zugelegt - © Lisec

Der größte Maschinenbauer: Salvagnini, Blechbearbeitungsmaschinen

Salvagnini Maschinenbau GmbH

Gesamtrang: 229
Umsatz 2021: +109 Prozent

Gerade erst mit dem Exportpreis Silber ausgezeichnet, widersetzt sich der Ennsdorfer Maschinenbauer Salvagnini – Exportanteil: 95 Prozent – erfolgreich den Widrigkeiten auf den Weltmärkten.

Biegeautomaten aus Ennsdorf werden in 14 verschiedenen Modellen gebaut. Und die Nachfrage nach stark automatisierten Maschinen für die Losgröße-Eins-Fertigung ist weiterhin hoch. 2021 kletterte der Umsatz um erstaunliche 109 Prozent auf 140 Millionen Euro.

Für Expansion im Aufschwung ist vorgesorgt. 2018 wurden die Produktionskapazitäten um 15 Prozent erweitert. Dass der Ausbruch der Pandemie im Frühjahr ziemlich genau mit einem weiteren Ausbauprojekt – dem Erwerb eines Grundstücks für rund 20 Prozent zusätzliche Produktionsfläche – zusammenfiel, war so am Standort natürlich nicht geplant. Mittelfristig jedoch vorgesorgt zu haben, gibt angesichts des Wachstums in Ennsdorf – man ist das Kompetenzzentrum für die automatisierte Blechbearbeitung des Konzerns – Rückendeckung.

Wolfgang Kunze von Salvagnini Maschinenbau. Das Unternehmen ist der umsatzstärkste Maschinenbauer 2021.
Wolfgang Kunze, technischer Leiter und Prokurist von Salvagnini, kann sich über stabil hohe Nachfrage freuen - © Salvagnini

Das größte Unternehmen der Metallindustrie: Plansee, Spezialmetallproduktion

Plansee Holding AG

Gesamtrang: 32
Umsatz 2021: +46 Prozent

Stark international ausgerichtet sind die Reutter seit jeher, neuerdings beliefern sie auch Apple. Der Hochleistungswerkstoffhersteller verpflichtete sich, für die Produktion von Apple-Komponenten ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energien zu nutzen. "Wir freuen uns, Ideen für die Reduzierung des CO2-Footprints zu realisieren", sagt Wolfgang Köck, Vorstandsmitglied Plansee.

Auch sonst gibt es für den Manager, der gemeinsam mit Karlheinz Wex die Geschäfte leitet, viel erfreuliches: Mit etwas mehr als zwei Milliarden Euro Umsatz legte der Verarbeiter von Wolfram und Molybdän zuletzt fast 50-prozentiges Wachstum hin.

Lesen Sie hier, auf welchen Platz der 1000 wichtigsten Manager Karlheinz Wex kommt.

Mit der Mehrheitsübernahme von Ceratizit ergriff man die Chance, das "gesamte Set-up der Gruppe" auf neue Beine zu stellen, heißt es in Tirol. Durch die Rückwärtsintegration und die Beteiligung an der chilenischen Molymet, dem weltgrößten Hersteller von Molybdän, sei die Rohstoffversorgung zudem vorerst gesichert.

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Karlheinz Wex, Vorstandssprecher Plansee Group
Durch Rückwärtsintegration Rohstoffversorgung gesichert: Plansee-Vorstandschef Karlheinz Wex - © Plansee

Das größte Automotive-Unternehmen: Pankl Racing, Antriebssysteme und Komponenten

Pankl Racing Systems AG

Gesamtrang: 153
Umsatz 2021: +49 Prozent

Als im vorvergangenen Herbst in Kapfenberg die Bagger auffuhren, konnte Pankl-CEO Wolfgang Plasser nicht anders, als Zukunftsoptimismus zu verströmen: "Ich bin überzeugt davon, dass sich die Luftfahrtindustrie nach der Fertigstellung des Werks wieder erholen wird“, sagte er.

30 Millionen Euro werden in das neue Luftfahrtzentrum investiert, in dem knapp 200 Mitarbeiter Beschäftigung finden sollen. Auf einer Nutzfläche von 900 Quadratmetern werden Antriebssysteme und Komponenten gefertigt. Was Plasser damals freilich antizipieren, aber noch nicht in letzter Gewissheit sagen konnte: Die Konjunktur meinte es 2021 mit dem Zulieferer gut. Mit einer 49-prozentigen Umsatzsteigerung auf 285 Millionen Euro legte Pankl die Latte für 2022 hoch. Mit seiner Prognose zum Comeback der Luftfahrtindustrie traf der Manager jedenfalls ins Schwarze: In der Luftfahrtindustrie ist die Erholung angekommen.

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Pankl war das umsatzstärkste Automotive-Unternehmen Österreichs 2021.
Pankl Racing: Spüren das Comeback der Luftfahrt schon in den Büchern - © www.kniepeiss.com

Das größte Elektronikunternehmen: ams-Osram, Halbleiterfertigung

ams-Osram AG

Gesamtrang: 6
Umsatz 2021: +44 Prozent

Im Vorjahr wurde der Vertrag von Alexander Everke, der auch nach der Übernahme des Münchener Lichttechnikkonzerns Osram das Unternehmen auf Kurs hält, um weitere drei Jahre verlängert. Und Pläne hat er, der Mann: In der Organisation wird eine Marge von 15 Prozent oder höher angepeilt. Zum Vergleich: Für das eben abgelaufene Quartal wurde eine Marge von acht bis elf Prozent als Ziel genannt.

Lesen Sie mehr über Alexander Everke in Die 1000 wichtigsten Manager in Österreichs Industrie

Basis für die verbesserte Profitabilität sei, so hört man im Unternehmen, ein neu ausgerichtetes Portfolio. So soll 2024 über den Daumen gepeilt ein Umsatz von 4,9 Milliarden Euro erzielt werden – plus/minus 300 Millionen. Wachstum, wie es im Lichtjahr 2021 gelang (44 % Plus auf über fünf Milliarden Euro Umsatz), habe für die nächsten drei Jahre demzufolge untergeordnete Priorität. Von margenschwachen Osram-Bereichen wolle man sich weiterhin trennen.

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Alexander Everke, CEO von ams Osram. Das Unternehmen peilt für 2024 knapp fünf Milliarden Euro Umsatz an.
Peilt für 2024 knapp fünf Milliarden Euro Umsatz an: ams-Osram-CEO Alexander Everke - © Sven Hoppe / dpa / picturedesk.com

Das größte Kunststoffunternehmen: Semperit, Kautschukprodukte

Semperit AG

Gesamtrang: 47
Umsatz 2021: +27 Prozent

Die coronabedingte Sonderkonjunktur bei medizinischen Schutzprodukten brachte dem Gummi- und Kautschukkonzern Semperit 2021 ein Umsatzplus von 27 Prozent auf über 1,1 Milliarden Euro. Im Sektor Medizin gab es im ersten Quartal 2022 wie erwartet weniger Gewinn. Konzernchef Karl Haider erklärte, dass die trotz der absehbaren Einbußen im Jahresvergleich überaus erfreuliche Performance in den ersten drei Monaten vor allem auf die insgesamt gute Entwicklung des Sektors Industrie zurückzuführen sei.

CFO Petra Preinig betonte, dass angesichts des schwierigen Umfelds nicht davon auszugehen sei, "dass sich diese Entwicklung im weiteren Jahresverlauf in der gleichen Dynamik fortsetzen wird." Der Krieg in der Ukraine, Lieferketteneinschränkungen und Probleme bei der Rohstoffversorgung dürften zeitverzögert schlagend werden. Die Verkaufspreise bei Medizinprodukten liegen noch immer über dem Vor-Corona-Niveau.

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chemisches Labor von Semperit in Wimpassing
Semperit-Produktion Wimpassing: Sonderkonjunktur - © YouTube/ semperitgroup

Das größte Chemieunternehmen: Treibacher, Spezialchemikalien

Treibacher Industrie AG

Gesamtrang: 98
Umsatz 2021: +26 Prozent

Treibacher hat das Coronajahr 2020 gut überstanden: Mit 534 Millionen Euro Umsatz erzielte der Althofener Metallurgiespezialist und Chemikalienhersteller ein Plus von 26 Prozent. Das Chemie-Unternehmen investierte rund 120 Millionen Euro in neue Anlagen. Größte Einzelinvestition ist mit rund 100 Millionen Euro die Errichtung einer Recyclinganlage.

Generell will sich das Unternehmen künftig nachhaltiger aufstellen. Man habe sich hier "ganz klare Ziele gesetzt", so Vorstandsmitglied Rene Haberl. Treibacher will ihren CO2-Ausstoß bis 2028 um 30 Prozent reduzieren. Bis dahin sollen zudem 50 Prozent der Neuprodukte aus dem Bereich "better-life-products" kommen. Außerdem will man den Recyclingbereich "massiv ausbauen und um zumindest 50 Prozent steigern", so Haberl.

Bis 2028 will man einen Umsatz von rund 800 Millionen Euro erreichen. Ein Zukunftsthema: Der Bereich des Batterierecyclings. "Das könnte ein interessantes Geschäftsfeld werden".

Rene Haberl, CEO vom Chemieunternehmen Treibacher. Der Betrieb setzt stark auf Nachhaltigkeit und ist eines der größten Industrieunternehmen Österreichs.
Treibacher-Vorstand Rene Haberl (links): "Künftig noch nachhaltiger aufstellen" - © Treibacher Industrie