NVIDIA & Deutsche Telekom bauen Europas Datenfabrik für die digitale Produktion
In der Industrie entsteht Leistung zunehmend aus Rechenleistung: Wer Produktionsprozesse simuliert, digitale Zwillinge trainiert und große Datenmengen auswertet, senkt Kosten, spart Energie und gewinnt Tempo. Genau darauf zielt ein Projekt, das Europas Industrie aufhorchen lässt: NVIDIA und die Deutsche Telekom wollen in Deutschland die weltweit erste industrielle KI-Datenwolke aufbauen – nicht für Social Media oder Chatbots, sondern für Werkshallen, Turbinen und Montagelinien. Offiziell vorgestellt wurde das Vorhaben auf der VivaTech in Paris. Geplant sind rund 10.000 Hochleistungs-GPUs (u. a. DGX B200 und RTX Pro Server), optimiert für industrielle Simulation, Fertigungsplanung, Robotik und den Betrieb digitaler Zwillinge. NVIDIA liefert Hardware, Software-Frameworks und Know-how, die Telekom übernimmt Betrieb, Netz, Sicherheit und Vertrieb. Der Start ist für Mitte 2026 angekündigt – mit dem Anspruch, „industrielle KI in Cloud-Qualität“ für Europa verfügbar zu machen, inklusive Fokus auf Datensicherheit und Souveränität.
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Virtuelle Fabrik für BMW, Siemens & den Mittelstand
Warum Deutschland? Weil hier industrielle Nachfrage, Ingenieurkultur und Software-Ökosysteme zusammentreffen. Als Partner wird Siemens genannt: Anwendungen wie Omniverse und Xcelerator sollen auf der neuen Industrie-Cloud laufen. In der Autoindustrie gelten BMW und Mercedes-Benz als frühe Anwender für KI-gestützte Produktions- und Logistikprozesse; auch SAP wird als potenzieller Großkunde gehandelt, wo Industrie-Cloud und Unternehmenssoftware direkt zusammenfinden könnten. Die Logik dahinter ist simpel – und strategisch: Jeder Hersteller bekommt perspektivisch zwei Fabriken, eine reale und eine virtuelle. In der virtuellen Fabrik wird nicht geschraubt, sondern getestet, simuliert und optimiert – jede Verbesserung dort spart Material, Energie und Stillstandszeit in der echten Produktion. Für tausende Mittelständler in Deutschland und Österreich wäre das der Zugang zu Rechenleistung, die bisher oft nur Hyperscalern vorbehalten war. Politisch bleibt der Energiebedarf ein Thema: Ein solches Rechenzentrum braucht Strom „wie eine Kleinstadt“ und ist zugleich ein Signal – Europa will industrielle Digitalisierung stärker auf eigener Infrastruktur betreiben, auch wenn Chip-Lieferketten weiter global bleiben.