Neben der Seefracht zeigt auch der Luftfrachtmarkt bereits deutliche Marktreaktionen. Mehrere Airlines mussten ihre Flugrouten zwischen Asien und Europa anpassen, nachdem Lufträume im Nahen Osten geschlossen wurden oder aus Sicherheitsgründen gemieden werden.
Das führt zu längeren Flugzeiten und reduziert die verfügbare Kapazität auf wichtigen Handelsrouten. Laut Branchenanalysen sind die Luftfrachtraten zwischen Südostasien und Europa innerhalb weniger Tage um mehr als sechs Prozent auf rund 3,82 Dollar pro Kilogramm gestiegen, während die Preise von Südasien nach Europa ebenfalls spürbar anzogen.
Gleichzeitig verzeichnet die Branche eine strukturelle Kapazitätsreduktion. Daten der Luftfahrt- und Logistikberatung Evian zeigen, dass die militärische Eskalation im Nahen Osten die globale Luftfrachtkapazität zwischen dem 28. Februar und dem 3. März um rund 22 Prozent reduziert hat. Besonders betroffen ist der Verkehr zwischen Asien und Europa über Nahost-Drehkreuze wie Doha oder Dubai.
Insgesamt ist die Kapazität auf der wichtigen Route Asien – Nahost – Europa sogar um 39 Prozent eingebrochen, während Airlines versuchen, ihre Flüge auf alternative Korridore umzuleiten.
Logistikexperten warnen daher vor möglichen Engpässen in den kommenden Wochen. Stefan Paul, CEO des Logistikkonzerns Kühne+Nagel, erklärte, dass bereits kurzfristig Engpässe in Südostasien und China für Waren entstehen könnten, die für Europa oder die USA bestimmt sind.