Größte Maschinenbauer Österreich : Maschinenbauer Österreich: Engel & Co. mit spektakulärem Umsatz‑Boom
Trotz schwieriger Wirtschaftslage ist der Maschinenbau nach wie vor ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor in Österreich.
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Die Marktlage: Maschinenbauer sind resilient
Der Maschinenbau in Österreich steht aktuell unter massivem Kosten- und Wettbewerbsdruck – das bestätigt auch das aktuelle Ranking der TOP-Maschinenbauer Österreichs, bei dem die Performance der Branche im vergangenen Geschäftsjahr analysiert wurde.. Firmen beklagen insbesondere gestiegene Lohn- und Energiekosten, die deutlich stärker zugenommen haben als bei Nachbarn wie Deutschland oder der Schweiz. Diese Belastungen führen zu teils drastischen Standortentscheidungen. Parallel dazu verengen sich Beschaffungsmärkte – etwa bei Stahl und Spezialmaterialien –, was die Planungssicherheit stark beeinträchtigt. Die Folge: Viele Unternehmen fahren Investitionen zurück, verschieben Projekte und setzen auf Personalabbau, um kurzfristig liquide und flexibel zu bleiben.
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Trotz dieser Belastungssituation zeigen sich österreichische Maschinenbauer resilient: Digitalisierung, Automatisierung und nachhaltige Technologien sind zentrale Bausteine aktueller Strategien. KI-basierte Predictive-Maintenance, Digital-Twin-Konzepte und energieeffiziente Antriebssysteme werden verstärkt eingeführt, um langfristig Effizienz- und Kostenvorteile zu sichern. Auch der Fokus auf grüne Wasserstofflösungen in der Kreislaufwirtschaft wird vorangetrieben, um internationale Alleinstellungsmerkmale zu schaffen. Insgesamt bilden diese Innovationsansätze das Gegengewicht zu den gegenwärtigen Hemmnissen. Die entscheidende Frage ist, ob die Unternehmen die hohen Vorlaufkosten stemmen können und politische Rahmenbedingungen (etwa Bürokratieabbau) endlich nachhaltig verbessert werden.
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Die Top-10 in der Übersicht
Alle weiteren Details zu Umsatz, Mitarbeiteranzahl, Entwicklung, etc. finden Sie im Ranking.
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Der Sieger Engel AustriaEngel verbucht im vergangenen Geschäftsjahr wieder ein Minus, kann Platz 1 im Ranking aber klar halten. Trotz der volatilen Marktlage gelang es den Oberösterreichern erfolgreich Marktanteile zurückerobern. Ein entscheidender Treiber waren dabei zielgerichtete Investitionen in Wachstumsmärkte wie Nordamerika, speziell im Medizinal‑ und Verpackungssektor. Ergänzt wurde dies durch ein Investment in Ausbau und Regionalisierung des globalen Netzwerks. Parallel dazu investierte Engel nachhaltig in Forschung, Entwicklung und Digitalisierung. So wurde ein neues Technikum errichtet und digitale Assistenzsysteme gelauncht, mit denen Prozesse energieeffizienter und weniger personalabhängig gestaltet werden können. Diese Innovationskraft zeigte sich auch in den Aufträgen für maßgeschneiderte Lösungen trotz rückläufigem Marktumfeld.
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Innovation aus Tirol INNIO JenbacherINNIO setzt den strategischen Kurs in Richtung Nachhaltigkeit mit Produktinnovationen konsequent fort und verbucht ein sattes Umsatzplus. Mit der Straffung von Prozessen und der Erweiterung der Produktionskapazitäten konnte das Unternehmen die Effizienz signifikant steigern und die Lieferung von hochwertigen Motoranlagen sicherstellen. Besonders im Bereich der gasbetriebenen Verbrennungsmotoren für flexible Energieerzeugung, etwa in Rechenzentren und netzunabhängigen Anwendungen, festigte INNIO seine führende Marktposition.
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Der Radlader-Platzhirsch Liebherr-Werk BischofshofenAuch wenn die Zahlen noch nicht veröffentlicht wurden, deutet die Konzernbilanz auf ein schwaches Minus im Segment hin. Der Umsatz im Bereich Erdbewegungen von Liebherr, zu dem auch Bischofshofen gehört, sank um rund 2,2 Prozent. Trotzdem konnte Bischofshofen seine Rolle als Kompetenzzentrum für Radlader innerhalb der Gruppe fortsetzen. Ein zentrales Projekt war die Inbetriebnahme einer neuen Montagehalle für batterieelektrische Radlader. Parallel dazu wurde ein hochmodernes Logistikzentrum mit einem automatisierten Hochregallager in Betrieb genommen.
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Baumaschinen aus Vorarlberg Liebherr-Werk NenzingNach dem Rekordergebnis vom vergangenen Jahr kann das Werk Nenzing das Ergebnis noch einmal leicht toppen. Verantwortlich ist die ungebrochen hohe Nachfrage aus Nordamerika und dem Nahen Osten. Außerdem rechnen sich die Investitionen in die Umstellung der Produktion und Logistik auf den CO₂-neutralen HVO-Kraftstoff.
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Bagger und Dumper Wacker Neuson LinzOb der Hersteller von Kompaktmaschinen sein starkes Umsatzplus von 2023 auch im vergangenen Geschäftsjahr wiederholen konnte, ist noch unklar. Die Linzer profitieren jedenfalls weiter von der hohen Exportquote und der hohen Nachfrage aus der ganzen Welt. Ein bedeutender Schritt war die Erweiterung des neuen Testgeländes "TestArena".
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Pöttinger Landtechnik Pöttinger LandtechnikPöttinger wurde von der schwachen Marktlage besonders hart getroffen und verbucht einen starken Umsatzrückgang. Trotz der Herausforderungen im Marktumfeld zeigt sich Pöttinger optimistisch und investiert in einen neuen Standort in den USA. Wichtigstes Zielland bleibt Deutschland (18,2% des Gesamtumsatzes), gefolgt von Frankreich und Österreich.
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Paschinger Kompetenzzentrum TRUMPF Maschinen AustriaDie Paschinger rücken im Ranking um einen Platz nach vorne und freuen sich über ein sattes Umsatzplus. Ein herausragendes Ereignis war die Eröffnung eines 40 Millionen Euro teuren Zubaus, der zwei neue Produktionshallen mit insgesamt 7.000 Quadratmetern Fläche sowie 850 Quadratmeter Bürofläche umfasst. Ein weiteres Highlight ist die neue Laserhybrid-Schweißanlage, die große Maschinenrahmen vollautomatisiert direkt im Werk schweißt.
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F1 und Aerospace Pankl Racing SystemsAusschlaggebend für den Umsatzrückgang beim steirischen Antriebsspezialisten war die rückläufige Auftragslage im Geschäftsbereich High-Performance. Die bereits laufenden Investitionsprojekte, wie zum Beispiel die neue Presse in Köflach wurden plangemäß fortgesetzt.
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Konsolidierung StarlingerTrotz eines leichten Umsatzrückgangs klettert der Maschinenbauer Starlinger im Ranking um eine Position nach oben. Auf das Rekordjahr folgt nun eine Phase der Konsolidierung.
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Hightech EV GroupDer Hightech-Maschinenbauer aus St. Florian am Inn klettert vom 13. Platz im Vorjahr in die TOP-10. Rund 98 Prozent der Anlagen – darunter hochpräzise Wafer-Bonder und Lithographie-Systeme – wurden in weltweite Schlüsselmärkte geliefert.
So entsteht das Top-50-Ranking
Im vorliegenden Maschinenbau-Ranking betrachten wir den Maschinenbau bewusst getrennt vom Anlagenbau, da die unterschiedlichen Auftragsgrößen in den beiden Branchen die Unternehmen schwer vergleichbar machen. Im Maschinenbau liegt der Schwerpunkt der Projekte häufig auf der Produktentwicklung, während im Anlagenbau eher die Prozessgestaltung im Vordergrund steht.
Die Umsatz- und Mitarbeiterzahlen des vergangenen Geschäftsjahres basieren zum einen auf den Angaben der Unternehmen, die uns im Vorfeld des Rankings zur Verfügung gestellt wurden. Zum anderen auf Zahlen aus dem Firmenbuch, wo die Umsatzzahlen veröffentlicht werden.