Maschinenbau MSV : MSV 2026: Von Werkzeugmaschinen bis humanoider Robotik
Die diesjährige Messe MSV in Brünn steht unter dem Leitgedanken „Technologien live, Business persönlich“.
- © BVVDie diesjährige Internationale Maschinenbaumesse MSV findet vom 6. bis 9. Oktober 2026 auf dem Messegelände Brünn statt. Sie steht unter dem Leitgedanken „Technologien live, Business persönlich“. Während technische Daten zu Maschinen und Produktionslösungen heute vielfach online verfügbar sind, setzt die MSV auf den direkten Vergleich vor Ort. Besucher können Anlagen im Betrieb sehen, unterschiedliche Lösungen gegenüberstellen und konkrete Anwendungen mit Herstellern und Anbietern diskutieren.
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„In der Industrie entstehen viele wichtige Geschäftsentscheidungen nicht in einem einzigen Gespräch. Sie basieren auf Vertrauen, langfristigen Beziehungen und der Fähigkeit, einen Partner zu finden, der eine Lösung für die konkreten Anforderungen eines Unternehmens bieten kann. Genau darin liegt die Stärke der MSV. Vier Tage lang bringt sie Hersteller, Lieferanten, Fachleute und Kunden aus der gesamten industriellen Wertschöpfungskette an einem Ort zusammen und schafft Raum für neue Kontakte, Projekte und Geschäftsmöglichkeiten“, sagt Jan Kubata, Generaldirektor der Messegesellschaft Veletrhy Brno.
Breites Spektrum industrieller Technologien
Ein wesentliches Merkmal der MSV ist ihre große Branchenbreite. Gemeinsam mit den fünf spezialisierten Fachmessen IMT, PLASTEX, WELDING, FOND-EX und PROFINTECH deckt die Veranstaltung Zerspanung und Umformtechnik, Schweißen, Gießereitechnik, Kunststofftechnik und Oberflächentechnik ab. Ergänzt wird das Spektrum durch Automatisierung, Robotik, Digitalisierung, Logistik und weitere industrielle Technologien.
„Diese Vielfalt zeigt, was die moderne Industrie ausmacht: Einzelne Technologien stehen nicht mehr für sich allein. Maschinen werden mit Robotern, Software und Daten vernetzt, Produktion mit Energietechnik und Logistik mit Automatisierung. Die MSV bietet die Möglichkeit, diese gesamte Kette innerhalb von vier Tagen an einem Ort zu erleben“, erklärt Michalis Busios, Direktor der Internationalen Maschinenbaumesse.
Im Mittelpunkt vieler Aussteller steht die Frage, wie Produktionsprozesse schneller und effizienter gestaltet werden können. Gezeigt werden unter anderem Lösungen für Inventuren ohne Produktionsunterbrechung, Anwendungen, mit denen sich neue Produkte ohne Programmierer und Kenntnisse von Robotersprachen innerhalb weniger Minuten lackieren lassen, sowie Maschinen, auf denen Rohre für sehr unterschiedliche Einsatzbereiche – vom Scooter bis zum Mähdrescher – gefertigt werden können.
Digitale Fabrik 2.0: KI, Robotik und digitale Zwillinge
Einer der Schwerpunkte der Digitalisierung ist die Digitale Fabrik 2.0. Goldpartner ist das Nationale Zentrum Industrie 4.0, das gemeinsam mit Partnern einen Ausstellungsbereich unter dem Motto United by Innovationgestaltet. Im Zentrum stehen Technologien und Dienstleistungen, die Menschen mit Robotern, künstlicher Intelligenz und Daten vernetzen.
Beteiligt sind unter anderem RICAIP Testbed Prag und Brünn, Siemens, KUKA, Česká spořitelna, Smart Informatics, Škoda Auto, T-Mobile, DEL und Murrelektronik.
Gezeigt werden Anwendungen für die Zusammenarbeit von Menschen und humanoiden Robotern, digitale Zwillinge von Maschinen und Unternehmen, das industrielle Metaverse, 5G-Kommunikation sowie Technologien für industrielle KI. Roboter sollen dabei körperlich belastende oder repetitive Aufgaben übernehmen, KI kann Entscheidungen auf Basis großer Datenmengen unterstützen. Digitale Zwillinge ermöglichen es wiederum, bestimmte Situationen zunächst in virtuellen Umgebungen zu testen.
Zu den weiteren Exponaten zählen das neue Modell Škoda Auto Peaq, ein Massageroboter sowie intelligente Brillen für Übersetzungen. Geplant ist außerdem die Live-Demonstration eines Feuerwehreinsatzes, bei dem autonome Roboterhunde und Drohnen für Inspektionen in gefährlichen Umgebungen eingesetzt werden.
Robotik als Messeschwerpunkt
Robotik spielt auch außerhalb der Digitalen Fabrik eine zentrale Rolle. Nach der Premiere im vergangenen Jahr kehrt die Gemeinschaftsausstellung ROBOTY in Halle P zurück. Vertreten sind dort unter anderem ABB, FANUC, CLOOS und Güdel.
Zu sehen sind automatisierte Bearbeitungszellen, Greiftechnologien und Lösungen für die Fernwartung mit intelligenten Brillen. FANUC setzt nach dem Basketball-Duell des Vorjahres diesmal auf das Strategiespiel Nim, bei dem Besucher gegen einen Roboter antreten können.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die humanoide Robotik. Sentio Robotix bringt einen Humanoiden in die ROBOTY-Ausstellung, mit dem Besucher direkt interagieren können. Der Roboter soll zudem bei der Orientierung innerhalb des Ausstellungsbereichs helfen.
Auch in der Digitalen Fabrik 2.0 wird ein humanoider Roboter präsentiert. Experten des Interdisziplinären Zentrums für humanoide Robotik am CIIRC der Tschechischen Technischen Universität Prag zeigen im Bereich United by Innovation konkrete Einsatzmöglichkeiten. Im Vordergrund stehen Anwendungen, bei denen humanoide Systeme bereits heute sinnvoll eingesetzt werden können.
Dem Thema widmet sich zudem das eintägige ROBO MEET UP: Roboter im Maschinenbau am Donnerstag, 8. Oktober. Behandelt werden unter anderem Wettbewerbsfähigkeit, automatisierte Produktion, Flexibilität, Schweißen, KI sowie konkrete Anwendungen und deren Rentabilität.
Zwei Bühnen für Praxisbeispiele
Neu im Programm ist die Technology Stage in Halle P. Sie bringt Technologiehersteller, Kunden, Forschungsorganisationen und Bildungseinrichtungen zusammen. Thematisiert werden konkrete technologische Herausforderungen, Erfahrungen aus ihrer Umsetzung sowie Anforderungen aus der industriellen Praxis.
Die Digi Stage in der Digitalen Fabrik 2.0 widmet sich mit Fallstudien und Diskussionen unter anderem der Cybersicherheit in der Industrie, der Integration von Robotern in Produktionsprozesse und der Zukunft der Automatisierung.
Goldmedaille mit neuem Konzept
Auch die Goldmedaille der MSV erhält 2026 ein überarbeitetes Konzept. Die Auszeichnung wird zum 60. Mal vergeben.
Der Wettbewerb umfasst drei Kategorien. Bewertet werden neben dem technischen Niveau auch die Marktreife einer Lösung, Wirtschaftlichkeit und Geschäftspotenzial sowie der ökologische oder gesellschaftliche Nutzen.
Auszeichnungen gibt es für Innovationen in der Industrie, ein Exponat der Technologiemessen und ein herausragendes Hochschulprojekt. Ergänzt werden diese durch Sonderpreise für eine Frau in der Industrie, eine Persönlichkeit des tschechischen Maschinenbaus sowie einen Preis der Messegesellschaft Veletrhy Brno.
Gemeinsam mit dem Design Centrum CzechTrade werden zudem erneut Auszeichnungen für Industriedesign vergeben. Am Eröffnungstag sollen außerdem die Ergebnisse des Wettbewerbs Manager des Jahres bekanntgegeben werden.
Internationale Delegationen und Gemeinschaftsstände
Die MSV bringt auch 2026 zahlreiche internationale Delegationen und Branchenorganisationen nach Brünn. Angekündigt sind unter anderem Delegationen aus den USA, Kanada, den Niederlanden, Frankreich, Indien und Marokko.
Neben der tschechischen Nationalausstellung werden das Baskenland, Brescia, China, Frankreich, Indien, Japan, Korea, Ungarn, Polen, Österreich, die Slowakei, die Türkei und die Ukraine mit nationalen oder regionalen Gemeinschaftsständen vertreten sein.
Im Rahmen der Messe findet zudem erstmals eine Sitzung von ISTMA Europe in der Tschechischen Republik statt. Die Organisation vertritt europäische Werkzeug- und Formenbauer. In Brünn sollen unter anderem die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie, moderne Fertigungstechnologien und der Schutz europäischen Know-hows diskutiert werden.
Konferenzen, Matchmaking und B2B-Gespräche
Neben den Ausstellungen bietet die MSV ein umfangreiches Konferenz- und Netzwerkprogramm. Zu den zentralen Veranstaltungen zählen die Versammlung des Industrie- und Verkehrsverbandes der Tschechischen Republik am Dienstag, 6. Oktober, der Management-Summit DefenCEO zu Aufträgen in der Verteidigungsindustrie am Mittwoch, 7. Oktober, sowie das Forum Additive Fertigung am Donnerstag, 8. Oktober.
Hinzu kommen Fachseminare zu Exportmöglichkeiten nach Indien und Deutschland sowie weitere Veranstaltungen im Rahmen der tschechischen Nationalausstellung.
Für Geschäftskontakte steht erneut die Matchmaking-Plattform Kontakt-Kontrakt zur Verfügung. Über sie können Aussteller und Besucher B2B-Gespräche mit tschechischen und internationalen Partnern bereits vor der Messe vereinbaren.
Neu ist zudem die erweiterte Ausgabe von Besucher-Badges. Diese können entweder zu Hause oder an speziellen Stationen auf dem Messegelände ausgedruckt werden. Über einen QR-Code lassen sich Kontaktdaten direkt auf dem Smartphone speichern und mit Ausstellern oder anderen Messeteilnehmern austauschen.
Die MSV 2026 führt Hersteller, Lieferanten, Integratoren, Forschungsorganisationen, Universitäten, Kunden und internationale Geschäftspartner zusammen. Inhaltlich reicht das Spektrum von klassischen Fertigungstechnologien über Automatisierung und Digitalisierung bis hin zu KI und humanoider Robotik.