Maschinenbau Startups : Maschinenbau‑Startups: Überraschende Zukunftstechnologien aus 12 Top‑Gründungen
Die Industrie steht unter Druck: Globale Lieferketten geraten ins Wanken, der Fachkräftemangel bremst Wachstum und Innovation – gleichzeitig steigen die Anforderungen an Effizienz, Flexibilität und Nachhaltigkeit. Inmitten dieser Herausforderungen entstehen neue Chancen: Junge Tech-Unternehmen entwickeln frische Lösungen, die den Maschinen- und Anlagenbau grundlegend verändern könnten. Ob durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz, smarter Sensorik oder datengetriebener Prozessoptimierung – diese Startups denken die Industrie neu.
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Beim Branchenevent „Startups meet Industry“ kamen etablierte Player und visionäre Gründer zusammen. Ihr gemeinsames Ziel: Synergien schaffen, voneinander lernen und Innovationspotenziale heben, die über klassische Branchenlogik hinausgehen. Die Veranstaltung machte deutlich: Kooperation ist längst kein Zukunftskonzept mehr, sondern der Schlüssel zur Wettbewerbsfähigkeit von morgen.
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Die 12 innovativen Jungunternehmen im Überblick
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Anticipate KI-gestützte Qualitätssicherung in EchtzeitDas Aachener Startup Anticipate hat sich auf KI-basierte visuelle Qualitätskontrolle für manuelle und maschinelle Fertigungsprozesse spezialisiert. Das 2021 gegründete Unternehmen bietet ein Gesamtsystem für die automatisierte Prüfung in der Produktion. Dabei werden bestehende Montage-, Verpackungs- und Prüfstationen mit intelligenten Kamerasystemen und Bildschirmen ausgerüstet, die den Werker durch präzise Anleitungen unterstützen und gleichzeitig die Arbeitsergebnisse direkt im Fertigungsprozess prüfen.
Für maschinelle Prozesse integriert Anticipate fortschrittliche Kamerasysteme und Sensorik nahtlos in Maschinen und Förderanlagen, was die automatisierte Inspektion der Produktqualität sowie die lückenlose Erfassung und Analyse von Produktionsdaten ermöglicht. Die kundenspezifischen Hardwaresetups arbeiten lokal, sodass keine Daten die Fabrik verlassen müssen, und lassen sich nahtlos in bestehende Produktionslinien integrieren. Das System reduziert manuelle Fehler erheblich und kann ohne großen Aufwand mit bestehenden Systemen wie Pick-to-Light und Auftragsmanagement verbunden werden.
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Augmented Industries Microlearning für die FertigungshalleAugmented Industries entwickelt mit „Flow Tool" eine industrielle Microlearning-Plattform, die Arbeitsanweisungen in interaktive Lern-Nuggets umwandelt und damit die Personalschulung in der Fertigung revolutioniert. Das 2024 mit 4,5 Millionen Euro finanzierte Unternehmen adressiert eine der drängendsten Herausforderungen der Fertigungsindustrie: 80 Prozent der europäischen Hersteller fühlen sich erheblich durch den Fachkräftemangel beeinträchtigt, während 60 Prozent der globalen Fabrikarbeiter noch immer mit physischen Papierdokumenten geschult werden.
Flow Tool ist keine generische HR- und Trainingsplattform, sondern wurde speziell für die industrielle Fertigung entwickelt und integriert sich direkt mit bestehenden Learning & Development-Systemen sowie Kernfabriksystemen. Die Plattform transformiert Fabrikdokumente und Experteninput mithilfe von KI in maßgeschneiderte Microlearning-Module für Shopfloor-Mitarbeiter. Das Besondere: Microlearning wird nicht als zusätzliche Aktivität außerhalb der Arbeit betrachtet, sondern direkt in den Workflow integriert, sodass jede Aufgabe sowohl ausgeführt als auch gleichzeitig erlernt wird. Dies ermöglicht kontinuierliche Weiterbildung in Echtzeit und schließt Expertenlücken, während gleichzeitig die Compliance in regulierten Umgebungen sichergestellt wird.
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Autonoma Digitale Kundenplattform für MaschinenbauerDas Linzer Startup Autonoma bietet mit seiner Digital Customer Platform (DCP) eine modulare End-to-End-Lösung, die Maschinen- und Anlagenbauern die schnelle Digitalisierung ihrer Produkte und Prozesse ermöglicht. Die 2017 gegründete Firma hat sich darauf spezialisiert, Industriemaschinenbauern bei der vollständigen Digitalisierung ihres Serviceportfolios zu unterstützen. Mit einer White-Label-Plattform können Hersteller ihren Kunden eine gebrandete Oberfläche mit eigenem Design anbieten, um die Kundenbeziehung und das Engagement zu vertiefen.
Die modulare Plattform kombiniert mehrere Funktionsbereiche: eine digitale Sales-Plattform zum Erstellen, Verwalten und Verkaufen digitaler Servicepakete, eine Service-Plattform zur Unterstützung von Maschinenbetreibern bei täglichen Aufgaben und zur Optimierung des internen Kundenservice, eine Datenplattform zum weltweiten Sammeln von Daten und Schaffen von Transparenz sowie eine AI-Plattform für intelligente Analysen und Services. Kunden können Maschinendaten zunächst simulieren und digitale Services mit Kunden testen, bevor sie in die Maschinenanbindung investieren. Die integrierte VPN- und VNC-Lösung ermöglicht Remote-Wartung direkt über die Plattform. Autonoma ermöglicht es seinen Kunden, innerhalb von Wochen Service-Umsätze mit neuen und nachgerüsteten Maschinen zu generieren.
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Credular Wissenstransfer für den globalen MaschinenserviceCredular aus Deutschland bietet eine bild- und videobasierte Wissenstransfer-Plattform, die speziell für den Maschinen- und Anlagenbau entwickelt wurde. Die Lösung ermöglicht die einfache Dokumentation des Wissens von Service-Fachkräften und die anwenderfreundliche Bereitstellung dieses Wissens für den Maschinenservice weltweit. Die Plattform wird für Wartung, Fehlerbehebung, Reparatur und Schulung eingesetzt – überall dort, wo Wissen gesichert und bereitgestellt werden muss.
Nutzer können Inhalte eigenständig erstellen und bearbeiten, wobei verschiedene Tools zur Verfügung stehen, inklusive Text-, Bild- und Videoelemente. PDF-Dokumente lassen sich zudem einfach importieren. Credular ist API-fähig und lässt sich in bestehende Systeme wie ERP, Field Service Management (FSM) oder MES nahtlos einbinden. Die Plattform ermöglicht es, das operative Wissen von Montage, Inbetriebnahme, Wartung bis hin zur Fehlerbehebung für alle Teams verfügbar zu machen und sorgt so für bessere, schnellere und zuverlässigere Prozesse. Alle Daten werden DSGVO-konform auf Servern in Deutschland gehostet, verschlüsselt gespeichert und durch rollenbasierte Zugriffskonzepte geschützt.
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Danube Dynamics KI at the Edge für industrielle ProzesseDas oberösterreichische Startup Danube Dynamics mit Sitz in Linz entwickelt ganzheitliche Embedded-System-Lösungen auf eigenen Hardwareplattformen mit KI-Funktionalität direkt „at the edge". Die drei Gründer Nico Teringl, Edwin Schweiger und Philipp Knaack, allesamt Absolventen der Fachhochschule Hagenberg, gründeten das Unternehmen im Juli 2020 mit dem Ziel, Maschinen und Anlagen in der Industrie autonom, nachhaltig und intelligent zu machen.
Danube Dynamics kombiniert Expertise in Hardware/Elektronik, Embedded Software und Künstlicher Intelligenz, um maßgeschneiderte, robuste Lösungen für den industriellen Einsatz zu entwickeln. Die innovative Hardware/Software-Lösung ermöglicht es, rechenintensive Anwendungen wie künstliche Intelligenz direkt auf der jeweiligen Maschine oder Anlage zu berechnen, ohne dass Daten in die Cloud übertragen werden müssen. Das Unternehmen arbeitet eng mit europäischen Kunden aus den Bereichen Produktion & Maschinenbau, Forst- und Landwirtschaft, Automotive, Energie sowie Steuerungs- und Geräteherstellern zusammen. Die Kerntechnologie des Unternehmens – Edge-KI-Lösungen – wird bereits in verschiedenen Anwendungen wie optischer Qualitätskontrolle, Transport & Logistik und Custom AI-Tablets eingesetzt.
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DRIMCO KI-gestützte Analyse von AusschreibungsdokumentenDRIMCO aus München hat sich auf die KI-gestützte Analyse von Anforderungs-, Ausschreibungs- und RFQ-Dokumenten (Request for Quotation) spezialisiert und bietet damit eine Lösung zur Automatisierung von Ausschreibungs-, Angebots- und Vergabeprozessen. Das 2020 gegründete Unternehmen entwickelt mit „DRIM – The Next Generation Requirements AI" eine Enterprise-AI-SaaS-Plattform zur Automatisierung der Verarbeitung komplexer Dokumente. Im Juni 2025 konnte DRIMCO eine Pre-Series-A-Finanzierungsrunde über fünf Millionen US-Dollar abschließen, angeführt von Ventech und BayernCapital.
Für Unternehmen, die auf komplexe RFQs oder Ausschreibungen antworten, ist es nahezu unmöglich, die Tausenden von Kundenanforderungen sowie Standards und Normen während der kurzen Angebotsfristen systematisch zu verstehen. Dies führt zu falscher Planung in der Angebotsphase und fehlerhafter Projektausführung, was typischerweise zu zehn Prozent Umsatzverlust pro Jahr durch Non-Conformance-Kosten führt. DRIM analysiert mit proprietären KI-Technologien komplexe Ausschreibungen, RFQs, Standards und Regulierungen. Die intelligente Requirements-Analyse-Lösung verwaltet zentral und automatisiert die Expertenlektüre und Bewertung von Anforderungen aus RFQs oder Ausschreibungen inklusive Standards und Normen, reduziert Zykluszeiten und ermöglicht eine schnelle Auswahl erfolgreicher Angebote mit gut gemanagtem Risiko und Scope. Das System hat bereits über 100 Millionen Anforderungen verarbeitet und bedient globale Großunternehmen wie Siemens, KSB, Royal Smit und Innomotics.
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FiveSquare Europäische KI-Plattform auf österreichischen ServernDas Linzer Startup FiveSquare bietet kundenspezifisches KI-Engineering und eine europäische KI-Plattform auf österreichischen Servern zur sicheren Automatisierung von Produktivität, Support und Diagnoseprozessen. Die 2019 von Hans-Peter Pichler und Patrick Haidinger, beide aus dem Forschungsumfeld der Johannes Kepler Universität, gegründete Firma erkannte frühzeitig die Kluft zwischen fortgeschrittener KI in der Wissenschaft und deren kaum vorhandenem Einsatz in der Industrie. FiveSquare entwickelte mit „KARLI" eine Large Language Model-Plattform, die es Unternehmen ermöglicht, datenschutzkonforme, sprachbasierte KI-Assistenten für ihre Mitarbeiter bereitzustellen.
Die Besonderheit von FiveSquare liegt in der strikten Datensouveränität: KARLI läuft ausschließlich auf österreichischer, vom Startup selbst gehosteter Serverinfrastruktur und ist zu keinem Zeitpunkt vom US-amerikanischen Cloud Act betroffen. Rohdaten befinden sich nur während der Berechnung auf der Infrastruktur und werden danach sofort unwiederbringlich gelöscht. Sensible Daten, die durch Weitertraining in das Sprachmodell gelangen, werden ausschließlich kundenspezifisch und verschlüsselt bereitgestellt, sodass nur der jeweilige Kunde Zugriff auf die im Modell befindlichen Daten hat – nicht einmal FiveSquare selbst kann darauf zugreifen. In Kooperation mit eww ITandTEL aus Wels betreibt FiveSquare seine KI-Infrastruktur in zertifizierten Rechenzentren in Österreich, Deutschland und der Schweiz. Für das hochinnovative Konzept erhielt FiveSquare 2024 den renommierten Ideenpreis EDISON in der Kategorie ChangeMaker.
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HeyDo Shopfloor Management für die digitale FertigungDie hannoversche HeyDo Apps GmbH bietet mit ihrer Software einen Standard für digitales Shopfloor- und Fabrikmanagement. Das 2017 gegründete Unternehmen entwickelt umfassende Lösungen zur digitalen Schicht- und Auftragssteuerung, Visualisierung von KPIs und Workflow-Digitalisierung zur direkten Nutzung durch Produktionsteams und Lean Manager. Das aus LEAN-Experten sowie Senior-Developern für Front-, Backend- und Hardware-Lösungen bestehende Team fokussiert sich auf die Steuerung der Fertigungs- und Wertschöpfungsprozesse durch aktive Anwesenheit der Führungskräfte am Ort des Geschehens.
HeyDo unterscheidet sich von konventioneller Software insbesondere durch den Fokus auf LEAN und die Entwicklung von Prozessen und Funktionen, die den User automatisch zu mehr Effizienz und kontinuierlicher Verbesserung führen. Die Plattform bietet fünf Hauptmodule: Shopfloor Management für individuell konfigurierbare Teams mit Echtzeitdaten und integriertem Web-Meeting, Problem Management mit chatbasierter Erfassung in unter 30 Sekunden inklusive Fotos, Videos und Speech-to-Text-Funktion, Projekt Management zur messbaren kontinuierlichen Verbesserung mit Visualisierung von Terminabweichungen, visuelles Management mit individuellen Layouts zur Echtzeit-Visualisierung von KPIs, Trends und Problemen sowie Auftrags-Management mit Zeiterfassung und digitalen Dokumenten direkt am Arbeitsplatz. Die Software ist zu 100 Prozent in bestehende IT-Landschaften integrierbar, einfach konfigurierbar und vollständig LEAN-konform.
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INCHSTONE IoT-Konnektivität für den MaschinenbauINCHSTONE bietet modulare Software-Tools, die Maschinen- und Anlagenbauern eine umfassende IoT-Konnektivität ermöglichen. Das Unternehmen unterstützt verschiedene Protokolle wie MQTT, OPC UA, HTTPS, Bluetooth und Websockets und bietet damit sichere Cloud-Integration für effiziente Datenspeicherung und Echtzeit-IoT-Monitoring. Die INCHSTONE-Lösungen ermöglichen einen plattformübergreifenden Zugriff auf Maschinendaten und wurden speziell für die Herausforderungen des industriellen Umfelds entwickelt.
Die Software-Komponenten von INCHSTONE bieten einen flexiblen Ausgangspunkt für verschiedene IoT-Konnektivitätsbedürfnisse und können dann an die individuellen Anforderungen angepasst werden. Die IoT-Apps werden auf mobilen Geräten (iOS, Android), Web-Dashboards und eingebetteten Geräten unterstützt und ermöglichen Benutzerauthentifizierung, Benutzerrollen sowie mehrsprachige Designs. Nutzer können Assets durch Scannen eines QR-Codes, Tippen eines NFC-Tags oder über Bluetooth identifizieren. Als Partner der umati-Community passt INCHSTONE seine IoT-Lösungen kontinuierlich an die branchenweite Standardisierung von OPC UA an, was zu verbesserter Interoperabilität und Plug-and-Play-Konnektivität führt. Das Unternehmen bietet zudem Custom-IoT-Lösungen, die Hardware-Auswahl, Firmware-Entwicklung, Automatisierung, Machine Learning, AI-Implementierung sowie Edge- und Cloud-Konnektivität umfassen.
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qapture Digitale Zwillinge für ProduktionsanlagenDas Linzer Startup qapture hat sich auf die KI-gestützte Erstellung exakter digitaler Zwillinge von physischen Umgebungen wie Produktionsanlagen und Fabriken spezialisiert. Das 2019 von Daniel Höller und Dominic Koll gegründete Unternehmen nutzt Robotik und 3D-Laser-Scanning, um digitale Zwillinge zu erstellen, die umliegende Gebäudestrukturen millimetergenau abbilden. Mit modernster Scanning-Technologie, teilweise unterstützt durch den Roboterhund „Spot", erschafft qapture identische digitale Kopien von Gebäuden und Anlagen.
Die virtualisierten Erfassungen optimieren industrielle Arbeitsprozesse erheblich: Mitarbeitende einer Baustelle können jederzeit remote auf die digitale Darstellung zugreifen, was die kollaborative Arbeit fördert und die Nachhaltigkeit steigert, da nicht alle Beteiligten physisch zum Standort reisen müssen. Vor allem bei größeren Bauprojekten, bei denen es häufig zu Änderungen und Anpassungen kommt, kann der digitale Zwilling Veränderungen vorausplanen und akkurat darstellen. Dies vermeidet Folgekosten und macht notwendige Investitionen besser kalkulierbar. Die eigens entwickelte KI von qapture ist in der Lage, sämtliche Vermögenswerte eines Gebäudes – von Baumaterialien bis hin zu Einrichtungen – automatisch zu erkennen und zu klassifizieren. Das Linzer Unternehmen betreut bereits namhafte Kunden wie IKEA, Voestalpine, Energie AG und das österreichische Parlament und hat sich als Spezialist für Remote Facility Management und Urban Mining etabliert.
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Spanflug Digitale Beschaffungsplattform für CNC-TeileSpanflug aus München betreibt eine Beschaffungsplattform für individuelle Dreh-, Fräs- und Blechteile, auf der Einkäufer und Fertiger auf Grundlage von CAD-Daten zusammengebracht werden. Das 2018 als Spin-off vom Institut für Werkzeugmaschinen und Betriebswissenschaften (iwb) der Technischen Universität München entstandene Unternehmen wird seit 2020 vom VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken) unterstützt. Die Plattform bietet Angebote, die automatisch kalkuliert werden, inklusive Bestellung und Lieferzeitprognose.
Mit Spanflug BUY können Kunden sich auf Basis eines CAD-Modells automatisch Sofortpreise für CNC-Bauteile berechnen lassen und die Teile direkt online bestellen. Alternativ kann das Angebot als PDF exportiert oder über eine direkte Anbindung an das ERP-System an den Einkauf weitergeleitet werden. Die Bauteile werden über das deutschlandweite Fertigungsnetzwerk von Spanflug produziert, das mehr als 6.000 Maschinen umfasst, und zum gewünschten Termin ab fünf Arbeitstagen geliefert. Der hochentwickelte Pricing-Algorithmus deckt eine große Bandbreite von Bauteilen ab und findet durch KI-gestütztes Lieferanten-Matching die wirtschaftlichste Lösung für jede Fertigungsaufgabe. Fertigungspartner profitieren vom entfallenden Angebotsaufwand und können ihre Fertigung zielgerichtet auslasten. Durch die durchgängig digitalen, automatisierten Prozesse vom Angebot über die Auftragsabwicklung bis zur Lieferung reduziert Spanflug den Aufwand für Kunden und Lieferanten um bis zu 90 Prozent und die Gesamtkosten um bis zu 35 Prozent.
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Synctive IoT-Plattform für Servitization und Pay-per-UseDas Bielefelder Startup Synctive bietet eine modulare IoT- und Servitization-Plattform, die Maschinenherstellern intelligenten Kundenservice mit Condition Monitoring und Predictive Maintenance sowie Pay-per-Use-Geschäftsmodelle ermöglicht. Das Unternehmen steht für datengetriebene Geschäftsmodelle der Zukunft und bietet Maschinenbau-Unternehmen den einfachen Einstieg in nutzungsbasierte Geschäftsmodelle. Die Bedeutung von Eigentum nimmt – wie im Konsumgüterbereich – auch in der Industrie ab; was zählt, ist der Output, den eine Maschine liefern kann.
Synctive kombiniert IoT-Nutzungsdaten mit flexiblen Vertragskonditionen und automatisiert die Pay-per-Use-Abrechnung. Die End-to-End-Orchestrierung auf einer Plattform umfasst Subscription Management für flexible Preismodelle, automatisierte Abrechnung, die alle Preiskomponenten periodisch zusammenfasst und Rohdaten zur Abrechnung generiert, sowie nahtlose Integration in bestehende Abrechnungs- und Buchhaltungssysteme über die Synctive API. Die Basis für digitalen Service ist die physische Verbindung zur produzierenden Maschine, wobei Synctive Echtzeit-Warnungen bietet, Fernzugriff auf Maschinen ermöglicht und wertvolles Service-Wissen sichert. Maschinenbauer profitieren von einer einfach zu bedienenden Benutzeroberfläche zur Integration und Verwaltung von Maschinen, zur Überwachung und Dokumentation der Maschinennutzung sowie zur Generierung periodischer Nutzungsnachweise für die Rechnungsstellung auf Knopfdruck. Maschinen lassen sich unkompliziert über die Speicherprogrammierbare Steuerung (SPS), Ethernet- und LTE-fähige Gateways oder bereits bestehende Cloud-Systeme anbinden. Diese einzigartige End-to-End-Lösung eröffnet den Weg in die Zukunft datengetriebener Geschäftsmodelle und wird von Synctive als „Plug & Work-Geschäftsmodell" bezeichnet.
Startups treffen Industrie: Vernetzung auf Augenhöhe
Beim Event „Startups meet Industry“ traf Innovationsgeist auf industrielle Praxis: Der VDMA Österreich organisierte gemeinsam mit der VDMA Startup-Machine, tech2b und dem PIER 4-Netzwerk eine ganztägige Veranstaltung, bei der zwölf ausgewählte Tech-Startups aus Deutschland und Österreich mit Entscheidungsträgern der Maschinenbauindustrie vernetzt wurden. Zielgruppe waren Top-Manager und Fachverantwortliche aus Einkauf, Produktion, F&E, IT und Innovation. Highlights waren neben dem gezielten Matchmaking eine hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion mit Vertretern von ANDRITZ, TRUMPF, Primetals Technologies und Sysparency sowie eine exklusive Tour durch die LIT Factory und das LIT Open Innovation Center – ein kreativer Hotspot für digitale Transformation und industrieübergreifende Zusammenarbeit.
„From Buzz Words to Business"
Bei der Podiumsdiskussion kamen hochrangige Vertreter von ANDRITZ, Primetals Technologies und TRUMPF zusammen, um ihre Erfahrungen bei der Zusammenarbeit mit Startups zu teilen. Helmut Wöginger von ANDRITZ betonte, dass sein Unternehmen bevorzugt mit Late-Stage-Startups kooperiert, die bereits mindestens eine Million Euro Umsatz generieren und erprobte Systeme haben, da nur begrenzte Kapazitäten für Proof of Concepts zur Verfügung stehen. Der strategische Fokus liegt auf Startups in den Bereichen Dekarbonisierung, Digitalisierung und Customer Service. ANDRITZ hat bereits erfolgreiche Projekte realisiert, darunter einen autonomen Kran für eine Zellstofffabrik, der Züge in unter zwei Stunden entlädt – entwickelt mit einem Startup aus dem Schwarzwald, an dem sich ANDRITZ später auch beteiligte und das heute als verlängerte Werkbank für KI-Anwendungen dient.
>>> Start-ups im Gegenwind – warum gerade Industrieunternehmen jetzt von Kooperationen profitieren
Christian Böhm von TRUMPF erläuterte, dass neben dem institutionalisierten Venture-Arm auch die einzelnen Geschäftsbereiche aktiv Startup-Scouting betreiben, um gezielt Bedarfe aus der Praxis zu decken. Er hob hervor, dass die extrem kurzen Innovationszyklen im KI-Bereich es unerlässlich machen, sich für externe Innovationen zu öffnen. Als Erfolgsbeispiel nannte er das Startup Remote, mit dem TRUMPF seit Jahren in den Bereichen Computer Vision, Remote Operation und Equipment-as-a-Service vertrauensvoll zusammenarbeitet.
Kanäle für den Erfahrungsaustausch
Gerald Fliegel von Primetals Technologies beschrieb vielfältige Scouting-Kanäle: Neben dem PIER 4-Netzwerk und VDMA nutzt das Unternehmen auch AWS Connect, Hackathons und das globale Open Innovation Office des Mutterkonzerns Mitsubishi Heavy Industries mit Scouts am MIT, im Silicon Valley, in Singapur, London und Peking. Zudem seien Netzwerke zwischen Innovationsmanagern wie das oberösterreichische Sfit-Netzwerk oder das österreichweite Innox-Netzwerk wertvolle Kanäle für den Erfahrungsaustausch.
Defence Startups: Wie junge Tech-Firmen militärische Innovation denken
Florian Schnitzhofer von Sysparency, selbst Gründer und Business Angel, gab einen ehrlichen Einblick in das österreichische Startup-Ökosystem. Er identifizierte als zentrale Schwäche das im internationalen Vergleich geringe Wagniskapital, lobte aber gleichzeitig die frühe staatliche Förderung durch Institutionen wie FFG, AWS und KGG, die gerade bei der Prototypenentwicklung enorm hilfreich sei. Allerdings warnte er, dass diese guten Förderungen auch zu einer Falle werden könnten, da sich Gründer dadurch tendenziell später mit echten Kundenbedürfnissen auseinandersetzen würden. Eine weitere Herausforderung sieht Schnitzhofer darin, dass österreichische Startups zu lange im deutschsprachigen Raum bleiben – er empfahl, dem Beispiel israelischer Startups zu folgen und von Beginn an international und auf Englisch zu agieren. Positiv hob er hervor, dass erfolgreiche Exits wie jene von Dynatrace oder Restic dazu führen, dass Kapital in die Region zurückfließt und wieder in neue Startups investiert wird, wodurch sich das Ökosystem kontinuierlich verbessert.