Automation Messe Österreich 2026 : All about Automation Messe: Österreich wird zum Hotspot für Robotik & smarte Fertigung

Easyfairs

Tanja Waglöhner, Geschäftsführerin Easyfairs GmbH, sieht in der all about automation eine ideale Ergänzung zu internationalen Leitmessen. Mit der Expansion nach Wels und geplanten Standorten in Graz und darüber hinaus erschließt Easyfairs neue Märkte für regionale Automatisierungsunternehmen.

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Die all about automation, eine etablierte Fachmessereihe für Industrieautomation, Robotik und Digitalisierung, schlägt 2026 erstmals ihre Zelte in Österreich auf und signalisiert damit einen wichtigen Schritt in der Vernetzung der heimischen Industrie mit internationalen Technologie‑ und Innovationsnetzwerken. Mit dem Premierenstandort Wels in Oberösterreich etabliert der Veranstalter Easyfairs ein bewährtes Messeformat, das über Jahre in Deutschland und der Schweiz gewachsen ist und sich durch kompakte Standflächen, ein einheitliches, kosten‑ und organisatorisch attraktives Konzept sowie eine intensive Aussteller‑Besucher‑Interaktion auszeichnet. 

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Bereits vor dem Start im Mai 2026 ist die Veranstaltung mit über 220 teilnehmenden Ausstellern stark nachgefragt – ein klares Indiz dafür, dass der Bedarf an regionalen Plattformen für Automatisierungslösungen hoch ist und das Messekonzept auch österreichische Unternehmen überzeugt. Die Messe soll nicht nur Entscheider und Fachpublikum zusammenbringen, sondern mit ergänzenden Programmpunkten wie der Talk‑Lounge Themen wie OT‑Security, KI in der Robotik und Retrofit in den Fokus rücken und damit praxisnahe Impulse für die industrielle Digitalisierung geben. Ab 2027 ist zusätzlich eine weitere Austragung in Graz geplant, was die strategische Bedeutung dieses Formats in Österreich weiter unterstreicht.

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Kompaktes Konzept, starke Wirkung: Warum die all about automation so erfolgreich ist

Die all about automation unterscheidet sich deutlich von klassischen Messen. Kleine Stände, All-Inclusive-Pakete – welche Geschäftslogik steckt dahinter?

Tanja Waglöhner: Die Idee entstand aus der Beobachtung heraus, dass es neben den großen Leitmessen wie der SPS und der Hannover Messe in einzelnen Regionen mit hoher Industriedichte ein zusätzliches Messeformat braucht. Eines, das es Ausstellern organisatorisch und finanziell leicht macht, teilzunehmen. Auf der Ausstellerseite ermöglicht das Format, den Regionalvertrieb voranzubringen, Bestandskunden zu treffen und neue Kontakte zu knüpfen. 

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Welche der aaa-Standorte sind derzeit die beliebtesten?

Waglöhner: Friedrichshafen ist der größte – nächstes Jahr im März mit 440 Ausstellern. Das hätte ich vor fünf oder sechs Jahren nicht erwartet – das ist wirklich beeindruckend. An vielen anderen Standorten haben wir rund 230 Aussteller und sind ausgebucht. Chemnitz ist beispielsweise sehr beliebt – das Messegelände ist voll. Das ist genau das richtige für diese Region, im Herzen des sächsischen Maschinenbaus. Für uns geht es nicht immer darum, wie groß eine Messe werden kann, sondern ob sie am richtigen Standort ist und Relevanz für Aussteller und Besucher hat. 

Zur Premiere in Wels: Da hieß es zuletzt, dass 220 Aussteller ihre Teilnahme bestätigt haben. Ist die Messe somit ausverkauft?

Waglöhner: Wir haben noch einige Stände in der neu gebauten Halle. Es sind noch weniger als zehn Stände frei, teilweise schon reserviert. Dann ist auch diese Halle ausgebucht. Das Welser Messegelände hätte weitere Möglichkeiten, aber für den Start der all about automation in Österreich ist es gut, eine Halle richtig voll zu machen.

Viele Unternehmen, die bereits Erfahrung auf unseren Messen in Deutschland gemacht haben, kommen jetzt auch nach Österreich.

Standortwahl Wels: Warum sich das Messekonzept gegen Linz durchgesetzt hat

Warum haben Sie sich für Wels entschieden und nicht für Linz, wo beispielsweise die Smart Automation stattfindet?

Waglöhner: Das Welser Messegelände hat von Funktionalität und Modernität her entscheidende Vorteile: Alle Aussteller sind zusammen in einer Halle auf einer Ebene – das ist für den Besucherfluss deutlich praktischer. Parkplätze sind direkt vor der Tür. Logistik und Infrastruktur sind optimal für eine Messeausrichtung. Das war für uns die bessere Wahl.

Die heimischen Automatisierungsunternehmen waren zunächst noch skeptisch. Mittlerweile hat sich diese Skepsis gelegt. Wie war der persönliche Austausch mit der Branche?

Waglöhner: Wir haben alle nach Friedrichshafen eingeladen, weil man das Messekonzept tatsächlich sehen und erleben muss. Dann hatten wir die Gelegenheit, unser Konzept vorzustellen und in persönlichen Austausch zu gehen. Das waren die entscheidenden Elemente: selbst sehen, selbst erleben, gemeinsam am Tisch sitzen und sich austauschen. Das hat die Überzeugung gebracht, dass man es versuchen sollte. Hinzu kommt: Viele Unternehmen, die bereits Erfahrung auf unseren Messen in Deutschland gemacht haben, kommen jetzt auch nach Österreich. Das wird eine spannende Mischung.

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Gibt es in Wels auch ein Rahmenprogramm?

Waglöhner: Ja, wir haben eine Talk-Lounge in der Halle. Dort halten Aussteller Präsentationen, und wir haben ein kuratiertes Programm mit Partnern. Wir führen jährlich eine große Umfrage unter allen Besuchern durch, daher haben wir ein sehr gutes Gefühl für ihre Anliegen. Im Mai werden Themen wie OT-Security, KI in der Robotik und Retrofit im Fokus stehen. Das ist momentan das, was wirklich wichtig ist.

Die erste „all about automation” findet vom 20. bis 21. Mai 2026 in Wels statt. Sie positioniert sich als Messealternative in den Jahren, in denen die Smart Automation in Linz nicht stattfindet. Ab 2027 gibt es zusätzlich eine Messe in Graz.

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Von Wels nach Graz: Warum die all about automation jetzt schon weiterdenkt

Bevor die Premiere in Wels stattfindet, kündigen Sie bereits eine weitere österreichische Messe für das Jahr 2027 in Graz an. Wie kam es zu dieser Entscheidung?

Waglöhner: Es waren viele Gespräche mit Unternehmen vor Ort. Wir haben zugehört, was gewünscht wird, was sich gut vorstellen lässt. Wichtig war es für uns, den Unternehmen Planungssicherheit zu geben. Unsere Analyse hat ergeben: Der Anteil der Besucher aus der Steiermark, die zur SPS nach Nürnberg oder zur Smart nach Linz fahren, ist nicht so hoch, dass wir sagen würden: alle fahren dort hin. Es gibt Potenzial vor Ort. Mit einer Messe alle zwei Jahre in Graz können wir das Potenzial heben. Zunächst müssen wir natürlich in Wels zeigen, dass das Konzept erfolgreich funktioniert. Aber die Perspektive und Planungssicherheit wollten wir dem Markt schon geben.

Interessant ist die Nähe zu Slowenien und Italien. Haben Sie auch diese Märkte im Blick?

Waglöhner: Im Moment ist es noch ein bisschen früh, aber in den Gesprächen haben wir gemerkt: Viele österreichische Niederlassungen sind für diese Regionen mitverantwortlich. Eine länderübergreifende Messe zu organisieren, ist keine leichte Aufgabe. Hier haben wir jedoch gute Voraussetzungen, da die Verantwortlichkeiten in den Unternehmen ohnehin so aufgestellt sind und wir genau dieses Interesse abdecken wollen.

Kommen wir noch zum Automation Forum in Wien. Auch hier gibt es eine Kooperation. Wie ist es dazu gekommen?

Waglöhner: Das Automation Forum hat sich bewusst als Kongressveranstaltung positioniert – mit Fokus auf zukünftige Trends Es ist ein Branchentreff, wo Automatisierungshersteller untereinander diskutieren: Wohin geht es? Wie entwickelt sich was? Das ist ein anderer Fokus als die sehr praxisorientierte all about automation. Die Formate sind deutlich getrennt – einmal Messe, einmal Kongress mit etwas Ausstellung. Das ergänzt sich in den Ausrichtungen prima. 

Das heißt, Sie sehen in Wien aktuell nicht das Potenzial für eine eigene Messe?

Waglöhner: Viele, die in Wien eine Automatisierungsmesse veranstalten wollten, sind damit gescheitert. Derzeit ist das kein Thema für uns.

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