Christian Morawetz Rath AG : Rath AG: COO Christian Morawetz bringt Erfahrung aus Siemens und Knorr-Bremse mit

Christian Morawetz Rath AG

Christian Morawetz ist seit Jänner 2026 COO der Rath AG und verantwortet zentrale Bereiche wie Produktion, Einkauf, Forschung und Entwicklung, Qualitätsmanagement und IT.

- © Rath AG

Christian Morawetz ist seit 1. Jänner 2026 Chief Operating Officer der Rath AG. Beim Wiener Feuerfesthersteller verantwortet der 45-Jährige Produktion, Einkauf, Forschung und Entwicklung, Qualitätsmanagement und IT. Sein Vorstandsmandat läuft bis 31. Dezember 2028. Damit übernimmt Morawetz bei Rath jene Bereiche, in denen sich das industrielle Tagesgeschäft des Unternehmens entscheidet. Rath ist auf Feuerfest-Technologie spezialisiert und produziert an acht Standorten in Europa, den USA und Indien unter anderem dichte Steine, ungeformte Produkte, Feuerleichtsteine, Betonformteile, Hochtemperaturwolle und Vakuumformteile.

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Die Bestellung ist inzwischen keine neue Personalie mehr. Interessanter ist der berufliche Weg, der Morawetz in diese Funktion geführt hat. Er kommt nicht aus dem Finanz- oder Vertriebsbereich, sondern aus Produktion, Forschung, Logistik und operativer Steuerung. Sein Werdegang beginnt an der Schnittstelle von Wissenschaft und Industrie.

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Christian Morawetz: Vom Wirtschaftsingenieur zur Produktionsforschung

Morawetz studierte Wirtschaftsingenieurwesen-Maschinenbau an der Technischen Universität Wien. Nach dem Studium begann er seine berufliche Laufbahn bei Fraunhofer Austria. Dort war er zuletzt als Gruppenleiter tätig und arbeitete an internationalen Forschungsprojekten in den Bereichen Fabrikplanung, Produktionsoptimierung und Produktionsplanung.

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Aus dieser Zeit sind auch wissenschaftliche Veröffentlichungen dokumentiert. Morawetz war Mitautor mehrerer Arbeiten zu Produktionsplanung, Kapazitätssteuerung und Prozessmanagement. Eine Veröffentlichung aus dem Jahr 2012 beschäftigte sich mit einem Entscheidungsmodell für kostenoptimierte Kapazitätsanpassungen in der kurz- und mittelfristigen Planung. 2013 folgte eine Arbeit zu Flexibilitätskosten in der mittelfristigen Kapazitätsplanung. Eine weitere Publikation behandelte die Standardisierung von Value Stream Mapping über einen Prozessmanagement-Ansatz.

Industrieerfahrung bei Siemens und Knorr-Bremse

Diese Forschungsthemen sind kein Nebenaspekt seines Profils. Sie zeigen früh, womit sich Morawetz fachlich beschäftigte: mit der Frage, wie industrielle Abläufe geplant, angepasst und verbessert werden können. Es ging um Kapazitäten, Kosten, Prozesse und die Organisation von Produktion — Themen, die später auch in seinen Managementfunktionen wieder auftauchen.

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Nach der Promotion wechselte Morawetz zu Siemens. Im Transformatorenwerk in Weiz übernahm er die Leitung der Abteilung Lean & Logistik. Das Werk ist Teil eines industriellen Umfelds, in dem großtechnische Fertigung, lange Projektlaufzeiten und präzise Produktionsprozesse zusammenkommen. Nach vier Jahren bei Siemens wechselte Morawetz zur Knorr-Bremse GmbH in Mödling und war später in leitender Funktion tätig, unter anderem als Head of Brake Control und Head of Automation. Für Morawetz bedeutete diese Station den Wechsel in ein Umfeld, in dem operative Verantwortung eng mit Technik, Sicherheit und industrieller Serienfähigkeit verbunden ist.

Rath AG setzt im Vorstand auf operative Expertise

Bei Rath führt dieser Weg nun in den Vorstand. Als COO ist Morawetz für einen breiten operativen Zuschnitt zuständig: Produktion, Einkauf, Forschung und Entwicklung, Qualitätsmanagement und IT. Auf der Managementseite des Unternehmens werden seine Schwerpunkte außerdem mit Produktion, F&E, Supply Chain Management, Qualitätsmanagement, IT und Einkauf angegeben. 

Morawetz folgt auf Ingo Gruber, der dem Rath-Vorstand seit Oktober 2019 angehörte und sein Mandat mit Ablauf des 31. Dezember 2025 beendet hat. Gemeinsam mit CEO Andreas Pfneiszl bildet Morawetz den Vorstand des Unternehmens. Für Rath rückt damit ein Manager in die operative Verantwortung, dessen Laufbahn von Produktionsforschung, Lean Management und Industrieerfahrung geprägt ist.

Rath AG stellt sich auf neue Industrieanforderungen ein

Morawetz übernimmt die operative Verantwortung in einer Phase, in der Rath seine Strukturen und sein Produktportfolio an veränderte Marktbedingungen anpassen will. Im Zentrum stehen dabei eine stärker fokussierte Forschung und Entwicklung sowie effizientere Produktionsprozesse. Die Anforderungen unterscheiden sich je nach Abnehmerbranche: In der Glasindustrie geht es um Präzision und kürzere Durchlaufzeiten, in der Keramikindustrie um energieeffiziente und langlebige Feuerfestauskleidungen, in der Stahlindustrie um Lösungen für Dekarbonisierung, CO₂-Reduktion und wasserstoffbeständige Auskleidungskonzepte. Für Morawetz bedeutet das eine COO-Rolle, die weit über die laufende Steuerung der Produktion hinausgeht: Sie verbindet operative Effizienz mit technischer Weiterentwicklung und der Anpassung an neue industrielle Anforderungen.

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