Das wichtigste Argument für Oberkärnten sind die Mitarbeiter. Lindner beschäftigt rund 500 Menschen, darunter knapp 50 Lehrlinge. Die vergleichsweise geringe industrielle Dichte der Region begünstige langfristige Beschäftigungsverhältnisse und den Aufbau von Spezialwissen. Dieses Know-how sei gerade im Sondermaschinenbau ein entscheidender Wettbewerbsvorteil. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen beurteilt Egarter dennoch kritisch. Die kollektivvertraglichen Lohnsteigerungen der vergangenen Jahre hätten die Kosten massiv erhöht. „Wir haben diesen 30-prozentigen Effekt der Lohnsteigerung durch Produktivität aufgeholt. Aber das kann man halt auch nicht ein Jahrzehnt lang machen“, sagt er. Ein wesentlicher Hebel ist die Automatisierung. Trotz kleiner Serien und hoher Variantenvielfalt setzt Lindner beispielsweise im Stahlbau auf robotergestützte Fertigung. Die Anlagen arbeiten auch nachts weitgehend autonom. Nach Egarters Darstellung lassen sich bestimmte Bauteile dadurch in Kärnten kostengünstiger herstellen als bei einer Fremdvergabe nach Südosteuropa.
In den Standort wurden zuletzt knapp 50 Millionen Euro investiert. Für Egarter zeigt sich darin, dass industrielle Produktion in Österreich weiterhin wettbewerbsfähig sein kann, sofern Technologie, Automatisierung und qualifizierte Mitarbeiter zusammenspielen. Allerdings räumt er ein, dass bestimmte Investitionen, die noch vor wenigen Jahren geplant waren, unter den heutigen Bedingungen wirtschaftlich nicht mehr darstellbar seien.