BMW Neue Klasse Produktion Mexiko : BMW baut in Mexiko, was Europas Autoindustrie dringend braucht: Nähe zur Batterie

BMW Produktion in Mexiko

BMW baut sein Werk in San Luis Potosí zu einem Schlüsselstandort für Elektroautos und Batterien aus. 

- © BMW

Die BMW Group treibt den Umbau ihres mexikanischen Werks in San Luis Potosí mit hohen Investitionen voran. Ab 2027 sollen dort sowohl vollelektrische Fahrzeuge der sogenannten Neuen Klasse als auch die dazugehörigen Hochvoltbatterien montiert werden. Damit erhält der Standort in der Gemeinde Villa de Reyes eine zentrale Rolle im weltweiten Produktionsnetzwerk des Münchner Automobilherstellers.

Konkret sollen in Mexiko künftig der BMW iX3 und der BMW i3 auf Basis der Neue-Klasse-Architektur vom Band laufen. San Luis Potosí gehört damit neben Debrecen in Ungarn, München und Shenyang in China zu lediglich vier BMW-Standorten, die für die Fertigung von Fahrzeugen der Neuen Klasse vorgesehen sind. Gleichzeitig wird das mexikanische Werk einer von fünf Standorten für die Montage von Hochvoltbatterien der sechsten Generation. Die weiteren Batteriezentren befinden sich in Debrecen, Shenyang, Woodruff im US-Bundesstaat South Carolina sowie im niederbayerischen Irlbach-Straßkirchen.

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BMWs Mexiko-Wette: 800 Millionen Euro für Elektroautos und Batterien

BMW hatte den Ausbau des mexikanischen Standorts bereits 2023 angekündigt. Insgesamt sind dafür 800 Millionen Euro vorgesehen. Mehr als 500 Millionen Euro fließen nach aktuellen Unternehmensangaben in ein neues Zentrum zur Montage von Hochvoltbatterien. Die Anlage soll eine Fläche von mehr als 80.000 Quadratmetern umfassen und die Batterien direkt neben der Fahrzeugproduktion bereitstellen. Für die Integration der beiden neuen Elektroautomodelle werden außerdem die bestehenden Produktionsbereiche auf einer Fläche von mehr als 110.000 Quadratmetern erweitert. Dazu gehören insbesondere der Karosseriebau, die Fahrzeugmontage und die Logistik.

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Bei der ursprünglichen Investitionsankündigung stellte BMW rund 1.000 zusätzliche Arbeitsplätze in Aussicht. Mehr als 500 Beschäftigte sollen allein im Bereich der Batteriemontage tätig sein. Die Batterie wird bei der Neuen Klasse nicht nur als Energiespeicher verwendet, sondern direkt in die Fahrzeugstruktur integriert. Dadurch übernimmt das Batteriegehäuse zugleich eine konstruktive Funktion innerhalb des Fahrzeugs.

Der Ausbau folgt dem von BMW als „Local for Local“ bezeichneten Produktionsprinzip. Strategisch wichtige Komponenten sollen möglichst nahe an den Fahrzeugwerken gefertigt oder montiert werden. Damit will das Unternehmen Transportwege verkürzen, die Versorgung der Werke widerstandsfähiger gestalten und Risiken durch politische, wirtschaftliche oder logistische Störungen reduzieren. Kürzere Wege zwischen Batterie- und Fahrzeugmontage sollen zudem den mit dem Transport verbundenen CO₂-Ausstoß verringern.

BMW iX3 und BMW i3: Warum San Luis Potosí ab 2027 wichtiger wird

Die in San Luis Potosí vorgesehenen Gen6-Batterien basieren auf neu entwickelten Rundzellen. BMW erwartet von der sechsten Generation seiner elektrischen Antriebstechnik deutliche Verbesserungen. Nach Unternehmensangaben steigt die Energiedichte der Zellen gegenüber der bisherigen Generation um rund 20 Prozent. Die Ladegeschwindigkeit soll sich um bis zu 30 Prozent erhöhen, während ebenfalls bis zu 30 Prozent mehr Reichweite möglich sein sollen. Die tatsächlichen Werte hängen allerdings vom jeweiligen Fahrzeugmodell, der Batteriegröße und den Einsatzbedingungen ab.

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Wie diese Technik in Serienfahrzeugen eingesetzt wird, zeigt der neue BMW i3. Das zweite Modell der Neuen Klasse soll ab August 2026 im Münchner Stammwerk produziert werden. In der Variante i3 50 xDrive arbeitet eine Batterie mit 108,7 Kilowattstunden Kapazität und 800-Volt-Technik. BMW nennt für dieses Modell je nach Ausstattung eine WLTP-Reichweite von bis zu 912 Kilometern und eine maximale Gleichstrom-Ladeleistung von 400 Kilowatt. Diese technischen Werte beziehen sich auf die europäische Ausführung des Fahrzeugs und lassen sich daher nicht automatisch auf sämtliche später in Mexiko produzierten Varianten übertragen.

Der weltweite Produktionsanlauf der Neuen Klasse erfolgt schrittweise. Den Anfang machte der BMW iX3 im neuen Werk Debrecen, wo die Serienproduktion für Ende Oktober 2025 angesetzt war. Im August 2026 folgt der BMW i3 in München. Ab 2027 sollen zusätzliche Produktionsmengen aus San Luis Potosí hinzukommen.

Die BMW Neue Klasse steht für die nächste Generation von Elektroautos des Münchner Herstellers. Ab 2027 sollen Modelle auf dieser Architektur auch im mexikanischen Werk San Luis Potosí vom Band laufen.

- © BMW

BMW Batterieproduktion: Mexiko rückt ins Zentrum der Elektrostrategie

Die kumulierten Investitionen in das mexikanische Werk beziffert BMW inzwischen auf knapp zwei Milliarden US-Dollar. Bereits zur Eröffnung im Juni 2019 hatte das Unternehmen mehr als eine Milliarde US-Dollar in den Standort investiert. Das Werk war von Beginn an auf eine flexible Produktion unterschiedlicher Modelle und Antriebsformen ausgelegt. Seine maximale Kapazität wurde damals mit bis zu 175.000 Fahrzeugen pro Jahr angegeben.

Seit dem Produktionsstart wurden in Villa de Reyes mehr als eine halbe Million Fahrzeuge hergestellt. Zum aktuellen Programm gehören die BMW 3er Limousine, das BMW 2er Coupé und der BMW M2. Das 2er Coupé und der M2 werden nach Angaben des Unternehmens ausschließlich in Mexiko für den Weltmarkt gefertigt. Rund 3.700 Menschen arbeiten direkt im Werk. Darüber hinaus bringt BMW etwa 32.000 weitere Arbeitsplätze im Bundesstaat mit der eigenen Tätigkeit sowie mit Zulieferern, Logistikunternehmen, spezialisierten Dienstleistern, Bauunternehmen und weiteren verbundenen Wirtschaftszweigen in Verbindung.

Auch für die regionale Wirtschaft hat das Werk nach Unternehmensangaben eine erhebliche Bedeutung. Seit Aufnahme der Fahrzeugproduktion im Jahr 2019 seien die Exporte der Gemeinde Villa de Reyes um 1.600 Prozent gestiegen. Mittlerweile entfielen 42 Prozent der gesamten Exporte des Bundesstaates San Luis Potosí auf die Gemeinde. Zudem erwirtschafte Villa de Reyes annähernd 30 Prozent der regionalen Bruttoproduktion. Da diese Zahlen aus einer BMW-Mitteilung stammen, beschreiben sie die vom Unternehmen ermittelte wirtschaftliche Wirkung des Standorts.

BMW Werk Mexiko: Wie San Luis Potosí zum Exportmotor wurde

Der Ausbau zieht weitere Investitionen entlang der Lieferkette nach sich. Das Neue-Klasse-Projekt hat laut BMW bei in Mexiko ansässigen Zulieferern bereits Investitionen von mehr als 280 Millionen Euro ausgelöst. Insgesamt arbeitet der Konzern mit einem Netzwerk aus 310 Zulieferstandorten im Land zusammen. Inzwischen enthalte jedes weltweit produzierte Fahrzeug der BMW Group mindestens zwei Komponenten aus Mexiko.

Damit hat sich die Bedeutung Mexikos im globalen Beschaffungsnetzwerk deutlich erhöht. Bei der Werkseröffnung 2019 sprach BMW noch von 220 mexikanischen Zulieferern und mindestens einem Bauteil aus dem Land in jedem Fahrzeug. Die aktuellen Zahlen zeigen, dass die lokale Lieferantenbasis seitdem weiter gewachsen ist.

BMWs Werk in Mexiko wird vom Exportstandort zum Schlüsselwerk für die Elektrostrategie der Münchner.

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BMW Zulieferer: Warum Mexiko für die Neue Klasse unverzichtbar wird

Parallel zum industriellen Ausbau investiert BMW in die Energie- und Wasserversorgung des Werks. Die Leistung der Photovoltaikanlagen auf dem Gelände soll verdoppelt werden. Nach den 2024 veröffentlichten Planungen sollen dadurch mehr als 20 Prozent des damaligen Strombedarfs direkt auf dem Werksgelände erzeugt werden können. Zusätzlich wurde die Abwasserbehandlungsanlage für 3,3 Millionen Euro erweitert, um einen größeren Anteil des aufbereiteten Wassers erneut zu verwenden.

Wassersparende Verfahren spielen in der trockenen Region eine besondere Rolle. Bereits bei der Eröffnung galt die Lackiererei in San Luis Potosí als erste Lackiererei im BMW-Produktionsnetzwerk, die ihr Prozessabwasser vollständig aufbereitet und erneut in den Lackierprozess zurückführt.

BMW San Luis Potosí: Solarstrom, Wasserrecycling und neue Batterien

Neben den Produktionsanlagen baut BMW auch seine Ausbildungsangebote aus. Das duale Ausbildungsprogramm des Standorts begann 2015, also noch vor der Grundsteinlegung des Werks. Bis Mitte 2026 hatten mehr als 570 junge Menschen das Programm abgeschlossen. Die anschließende Übernahmequote gibt BMW mit 95 Prozent an. Mehr als 1.200 Studierende von 30 Hochschulen nahmen zudem an Programmen zur beruflichen Entwicklung teil. Über 110 mexikanische Beschäftigte arbeiteten bereits an internationalen Projekten des Konzerns, unter anderem in Deutschland, Ungarn, China, den USA und Südafrika.

Auch das gesellschaftliche Engagement wurde in den vergangenen Jahren ausgeweitet. Nach Unternehmensangaben profitierten innerhalb eines Jahrzehnts mehr als 220.000 Menschen von Bildungs-, Kultur-, Sport-, Inklusions- und Gemeindeprojekten. Dafür seien mehr als 102 Millionen mexikanische Pesos eingesetzt worden.

Mit dem Ausbau für den BMW iX3, den BMW i3 und die Gen6-Batterien beginnt für das Werk damit eine neue Phase. Aus einer 2016 auf einem 300 Hektar großen Gelände begonnenen Fabrik wird ein integrierter Produktionsstandort für Elektroautos und Hochvoltbatterien. Für BMW ist San Luis Potosí dadurch nicht mehr nur ein Exportwerk für bestehende Baureihen, sondern ein zentraler Baustein für die weltweite Einführung der Neuen Klasse.

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