Dräger Medizintechnik Wien : Dräger investiert kräftig in Wien: Neuer Hightech-Standort mit klarer Europa-Strategie

Dräger Produktion Lübeck

Dräger investiert in seinen Standort in Wien 

- © Patrick Ohligschlaeger

Der Medizintechnik- und Sicherheitstechnikhersteller Dräger errichtet in Wien einen neuen Unternehmensstandort. Mit dem Neubau in der Perfektastraße 67 setzt das Unternehmen eine größere Investition in Österreich um. Der Gebäudekomplex soll bis 2027 fertiggestellt werden und die bisherige Wiener Niederlassung ablösen. Ziel ist es, die Betreuung von Kunden in Österreich auszubauen und zugleich eine zentrale organisatorische Funktion für die Region Südosteuropa zu übernehmen.

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Dräger ist ein 1889 in Lübeck gegründetes Unternehmen und beschäftigt weltweit mehr als 16.000 Mitarbeitende. Das Produkt- und Lösungsportfolio reicht von Medizintechnik für Krankenhäuser und Rettungsdienste bis hin zu Sicherheits- und Messtechnik für Industrie, Feuerwehren und Behörden. Der Wiener Standort ist dabei seit Jahren ein wichtiger Bestandteil der Vertriebs- und Serviceorganisation in Österreich.

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Moderner Ausbau in Wien: Dräger erweitert Standort um Werkstätten, Schulungszentrum und Experience Center

Mit dem Neubau geht eine funktionale Erweiterung des Standorts einher. Nach Angaben des Unternehmens entstehen moderne Werkstätten, ein Schulungszentrum sowie ein sogenanntes Experience Center, das sich vor allem an Kunden aus dem Klinikbereich richtet. Im Mittelpunkt stehen dabei integrierte Systemlösungen, die in einem praxisnahen Umfeld dargestellt werden sollen. Ziel ist es, klinische Arbeitsabläufe abzubilden und den Einsatz vernetzter Medizintechnik zu demonstrieren.

Darüber hinaus soll der Standort künftig stärker als regionales Zentrum fungieren. Neben Österreich sollen von Wien aus auch Länder in Südosteuropa betreut werden. Diese Bündelung von Funktionen entspricht einem in internationalen Konzernen verbreiteten Ansatz, Service-, Schulungs- und Supportleistungen regional zusammenzufassen.

Dräger-Zentrale in Lübeck 

- © Dräger

CO₂-neutraler Neubau: Dräger setzt erstmals weltweit auf klimaneutralen Standort

Der neue Standort wird nach Unternehmensangaben als CO₂-neutraler Gebäudekomplex errichtet. Es handelt sich dabei um den ersten Dräger-Standort weltweit, der dieses Ziel verfolgt. Details zu den eingesetzten Technologien oder zur konkreten Ausgestaltung der Klimaneutralität wurden bislang nicht umfassend veröffentlicht. Der Nachhaltigkeitsaspekt ist jedoch ein zentrales Element des Projekts und Teil der konzernweiten Bestrebungen, Emissionen im eigenen Betrieb zu reduzieren.

Für Wien fügt sich das Projekt in eine Reihe von Unternehmensinvestitionen ein, bei denen energieeffiziente Bauweisen und nachhaltige Standortkonzepte eine zunehmend wichtige Rolle spielen. Gerade für international tätige Industrieunternehmen gewinnen entsprechende Kriterien bei Standortentscheidungen an Bedeutung.

Rekordumsatz bei Dräger: Wachstum in Medizintechnik und Sicherheitstechnik treibt Investitionen

Die Investition in Wien erfolgt in einer Phase solider wirtschaftlicher Entwicklung des Konzerns. Dräger hat für das Geschäftsjahr 2025 einen Rekordumsatz gemeldet. Nach vorläufigen Zahlen stieg der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 5,3 Prozent auf rund 3,5 Milliarden Euro. Damit wurde der höchste Umsatz in der Unternehmensgeschichte erzielt. Beide Geschäftsbereiche – Medizintechnik und Sicherheitstechnik – trugen zu dieser Entwicklung bei.

Auch der Auftragseingang entwickelte sich positiv. Er erhöhte sich um 7,9 Prozent auf rund 3,6 Milliarden Euro und lag damit deutlich über dem Vorjahreswert von etwa 3,4 Milliarden Euro. Das Unternehmen führt dies unter anderem auf eine anhaltend stabile Nachfrage sowie auf ein starkes Schlussquartal zurück.

Auf Basis dieser Entwicklung rechnet Dräger für 2026 mit einem weiteren Umsatzanstieg von bis zu fünf Prozent. Die Investitionen in Infrastruktur und Standorte, darunter der Neubau in Wien, stehen im Zusammenhang mit dieser mittelfristigen Wachstumsperspektive. Ziel ist es, Servicekapazitäten auszubauen und die Nähe zu Kunden in den jeweiligen Regionen zu erhöhen.

Strategischer Standort Wien: Dräger setzt auf Mitteleuropa als langfristigen Wachstumskern

Aus Sicht des Unternehmens stellt Wien einen strategisch wichtigen Standort dar. Neben der zentralen Lage in Mitteleuropa sprechen bestehende Kundenstrukturen, qualifizierte Arbeitskräfte und die Rolle Wiens als regionales Wirtschaftszentrum für den Ausbau der Präsenz. Der neue Standort soll langfristig ausgelegt sein und ausreichend Spielraum für künftige Anpassungen bieten.

Für den Industriestandort Österreich ist die Investition ein weiteres Beispiel dafür, dass internationale Technologieunternehmen ihre Aktivitäten nicht nur auf Produktion, sondern auch auf Service, Schulung und Systemkompetenz ausrichten. Der Neubau von Dräger in Wien ist damit weniger als isoliertes Bauprojekt zu sehen, sondern als Teil einer strukturellen Weiterentwicklung der regionalen Unternehmensorganisation.

Mit der geplanten Fertigstellung bis 2027 wird sich zeigen, welche konkrete Rolle der Standort Wien künftig innerhalb des Dräger-Konzerns einnimmt – sowohl für den österreichischen Markt als auch für die Betreuung angrenzender Regionen.

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