Der Sieg ist groß, aber er löst nicht alle Probleme. Mit einer Entscheidung des Supreme Court hat Bayer im jahrelangen US-Streit um den glyphosathaltigen Unkrautvernichter Roundup einen der wichtigsten juristischen Erfolge seit der Übernahme von Monsanto erzielt. Das höchste Gericht der Vereinigten Staaten entschied im Fall Monsanto Co. v. Durnellmit sieben zu zwei Stimmen zugunsten von Monsanto, das seit 2018 zu Bayer gehört. Im Kern ging es um die Frage, ob Kläger auf Grundlage einzelstaatlichen Rechts Schadensersatz verlangen können, weil Roundup keinen Krebswarnhinweis trug, obwohl die US-Umweltbehörde EPA einen solchen Hinweis nicht verlangt hatte. Der Supreme Court verneinte dies: Das Bundesrecht, konkret der Federal Insecticide, Fungicide, and Rodenticide Act, verdränge solche einzelstaatlichen Warnpflichten, wenn sie von der bundesweit genehmigten Kennzeichnung abweichen würden.
Für Bayer ist das ein juristischer Befreiungsschlag. Das Gericht erklärte damit nicht, Glyphosat sei ungefährlich. Es entschied auch nicht sämtliche Roundup-Verfahren mit einem Schlag. Aber es nahm vielen Klagen den zentralen Hebel: den Vorwurf, Monsanto habe trotz EPA-konformer Kennzeichnung vor einem Krebsrisiko warnen müssen. Reuters berichtete, der Supreme Court habe damit Tausende Klagen eingeschränkt, die Bayer vorwarfen, Nutzer nicht ausreichend vor angeblichen Krebsrisiken des Roundup-Wirkstoffs gewarnt zu haben.