Industriellenvereinigung

Wachstum, Wachstum, Wachstum

Georg Knill, der neu gekürte Präsident der Industriellenvereinigung, präsentierte sich und sein Team vor Journalisten. Sein Rezept für die Wirtschaftskrise: Konsum stärken, Kapital sichern, Kosten senken. Dazu gab es ein grundsätzliches Nein zu neuen Steuern und zu einer Vermögenssteuer.

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Gewinnt Kampfabstimmung ums Präsidentenamt bei der IV: Georg Knill.

Der Wahl Georg Knills, der den gleichnamigen Konzern in elfter Generation führt, war ein monatelanges Tauziehen um die Nachfolge von Georg Kapsch als IV-Präsident vorausgegangen. Mit Wolfgang Eder, Martin Ohneberg und Georg Knill hatten sich gleich drei Kandidaten zur Wahl gestellt. Am Donnerstag musste über den neuen Präsidenten – erstmals in der Geschichte der Industriellenvereinigung – in einer Kampfabstimmung entschieden werden. Knill setzte sich letztlich in der Stichwahl gegen den Vorarlberger Ohneberg durch.  

"Ja, wir hatten mit Sicherheit einen Demokratisierungsschub", kommentierte ein sichtlich gelöster Knill gleich zu Beginn seines Statements den teilweise recht untergriffig via Medien ausgetragenen Wahlkampf: Dieser demokratische Diskussions-Prozess sei ein „wertvoller und guter“ gewesen, resümierte er: "Er hat uns gezeigt, wohin wir uns als Organisation entwickeln müssen."

Vor dem Hintergrund der Corona-Krise stehe Österreich jetzt vor langfristigen Weichenstellungen. Die Bundesregierung habe – mit Kurzarbeit und Krisenmanagement – bisher die richtigen Maßnahmen gesetzt. Jetzt gehe es darum, den Wirtschaftsstandort Österreich bestmöglich abzusichern. Mit einem prognostizierten Schrumpfen der Wirtschaft um 8 Prozent und 1,6 Millionen Arbeitslosen müsse die Parole jetzt lauten: Konsum stärken, Kapital sichern, Kosten senken.

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Konkret spricht sich Knill für Investitionen in Infrastruktur, eine Verlängerung des Modells der Kurzarbeit „bis in den Herbst, Winter“, für Verbesserungen bei Kreditversicherungen und eine Senkung der Körperschaftssteuer von 25 auf 21 Prozent aus.
 
Forschungsquote auf 4 Prozent des BIP erhöhen

Knills Stellvertreter für die Funktionsperiode 2020 bis 2024 sind Sabine Herlitschka von Infineon Austria und Philipp von Lattorff (Boehringer-Ingelheim). Herlitschka betonte in ihrem Statement die Bedeutung von Forschung, Innovation und Technik: „Sie sind die Garanten für ein starkes Europa.“ Bis zum Jahr 2030 sei die F&E-Quote in Österreich auf 4 Prozent des Bruttoinlandsproduktes zu erhöhen. Für Philipp von Lattorff ist die derzeitige Position Österreichs im Digital Economy and Society Index (DESI) auf Platz 13 ein Grund zu handeln: „Mittelfristig müssen wir da unter die Top-3.“

Vermögenssteuern oder zusätzlichen Abgaben, um die Corona-Hilfsmaßnahmen zu finanzieren, erteilte Knill ein Absage: „Um aus der Krise rauszukommen braucht es Wachstum, Wachstum, Wachstum und nicht zusätzliche Besteuerungen der Bürger und der Unternehmen.“ Nur am Rande der Pressekonferenz war die Klimakrise Thema. Knill erklärte auf Anfrage, dass sich die österreichische Industrie zu den Klimazielen bekenne. „Um diese Ziele zu erreichen braucht es eben Industrie und Forschung. Anreizsysteme für Innovationen sind der richtige Zugang, um den Klimawandel zu meistern.“

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