Nutzfahrzeuge

Tiroler Hersteller Lindner baut mit ZF einen "autonomen" Traktor

Der Tiroler Traktorenhersteller Lindner baut mit dem Zulieferkonzern ZF Friedrichshafen einen neuen autonom fahrenden Traktor - und zwar "stärker, größer, komfortabler und intelligenter" als alle Vorgänger, so die Firmenchefs.

Der Lindner 110 soll nächstes Jahr auf den Markt kommen.

Der Tiroler Traktorenhersteller Lindner mit Sitz in Kundl in Tirol baut zusammen mit dem süddeutschen Zulieferer ZF Friedrichshafen einen technisch besonders aufwendigen neuen Traktor.

Mit dem Fahrzeug namens "Lintrac 110" machen die Tiroler einen großen Schritt hin zum autonomen Fahren. Der jetzt präsentierte Traktor soll ab dem Sommer 2018 auf den Markt kommen.

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Lindner 110: "Stärker, größer und intelligenter"

Den "110er" bezeichnete Lindner-Geschäftsführer Hermann Lindner als "stärker, größer, komfortabler und intelligenter" als die Vorgängermodelle. Ziel sei das "automatisierte Fahren" der Traktoren, für das der "Lintrac 110" nachgerüstet werden könne. "Die gesetzlichen Rahmenbedingungen dazu müssen aber erst geschaffen werden", fügte er hinzu und stellte die Präsentation unter das Motto "Was er könnte, wenn er dürfte".

Stefan Lindner, ebenfalls Lindner-Geschäftsführer, nannte den neuen Traktor zudem "eine logische Weiterentwicklung mit verbesserten Komponenten". Wichtig sei beispielsweise auch die Wendigkeit gewesen, welche durch eine "mitlenkende Hinterachse" möglich sei. Auch "Wirtschaftlichkeit" stand laut Lindner im Mittelpunkt: "Statt 7,2 Liter pro Stunde braucht der "Lintrac 110" nur rund 6 Liter pro Stunde".

"Was er könnte, wenn er dürfte"

Was er wirklich könnte, wenn er nur dürfte, stellte im Anschluss Mark Mohr vor, der bei ZF Friedrichshafen als Automatisierungsexperte arbeitet. Es gebe etwa eine "Folgefunktion", mit welcher der autonome und "intelligente" Traktor einem definierten Fahrzeug selbstständig folgen könne. Dem innovativen Landwirtschaftsfahrzeug kann man auch "Arbeit vormachen und dieses wiederholt dann die Arbeit". Das sei etwa beim "Kreiseln" interessant, das mehrmals am Tag gemacht werden müsste.

Auch eine Personenerkennung, eine Neigungsanzeige und die "Lindner-App" sind Features. Mit dieser App lasse sich etwa die Hydraulik des Fahrzeuges "von der Couch aus voreinstellen", so David Lindner, Marketing- und Exportleiter des Traktorenwerks Lindner. Der Prototyp zeige jedenfalls, dass die Landwirtschaft von den "Megatrends Vernetzung und künstliche Intelligenz profitiert", sagte Mohr weiter.

Der neue Traktor, der in Zukunft womöglich vollständig autonom und automatisiert landwirtschaftliche Arbeiten verrichten wird, soll im Basispreis 82.750 Euro kosten. Mit dem neuen Traktor wolle Linder unter anderem verstärkt im Kommunalbereich Fuß fassen, wie Hermann Lindner betonte. Der aktuelle Umsatz des Traktorenwerks im Tiroler Unterland belief sich im Jahr 2016/2017 auf 72,5 Mio. Euro. Das Unternehmen beschäftigt 229 Mitarbeiter und weist eine Exportquote von mehr als 50 Prozent auf. (apa/red)

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