Verpackungsindustrie

Teures Aluminium: Steirischer Verpackungshersteller Conseal insolvent

Wenige Wochen nach der Insolvenz des niederösterreichischen Aluminiumverarbeiters Alufix beantragt jetzt der steirische Verpackungshersteller Conseal ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung. Zeitgleich ist die Firma auf der Suche nach einem Investor.

Der steirische Verpackungshersteller Conseal ist insolvent und hat im Grazer Zivillandesgericht ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt. Das Unternehmen aus Lebring-St. Margarethen im Bezirk Leibnitz ist mit rund 5,24 Mio. Euro überschuldet und nun auf der Suche nach einem Investor, teilten die Kreditschützer vom AKV, KSV1870 und Creditreform mit.

Verpackungsfolien aus Aluminium und Verbundmaterialien

Die Conseal GmbH produziert Verpackungsfolien aus Aluminium und Verbundmaterialien, speziell für die Pharma- und Lebensmittelindustrie. Von der Insolvenz sind gut 30 Dienstnehmer und rund 80 Gläubiger betroffen. Die Passiva belaufen sich auf etwa 6,62 Mio. Euro und stehen rund 1,38 Mio. Euro Aktiva gegenüber. Den Gläubiger wird eine Quote von 20 Prozent, zahlbar innerhalb von 24 Monaten ab Annahme des Sanierungsplanes, angeboten.

Erst vor wenigen Wochen hat auch in Niederösterreich der Folienhersteller Alufix Insolvenz angemeldet und einen Antrag auf ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung gestellt. Aktuell dazu: Teures Aluminium treibt Folienfirma Alufix in die Insolvenz >>

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Betrieb soll weitergeführt werden

Der Betrieb soll laut dem Unternehmen vorerst weitergeführt werden, um den Einstieg eines Investors zu ermöglichen.

Die Gesellschaft erzielte aus dem operativen Geschäftsbetrieb laut KSV Verluste, obwohl die Gesellschafter in der Vergangenheit Zuschüsse geleistet hatten, um diese abzudecken. Die Umsätze lagen zuletzt hinter den Planumsätzen, die Kosten konnten nicht mehr abgedeckt werden. Gewinn war ebenfalls keiner mehr zu erzielen.

Starke Preisschwankungen bei Aluminium

Die Rohstoffe - vorwiegend Aluminium - seien Preisschwankungen unterzogen, die nicht vollständig an die Kunden weitergegeben werden können. Das wirkte sich negativ auf die Deckungsbeiträge aus. Letztlich seien Gespräche mit den finanzierenden Stellen nicht mehr positiv verlaufen. (apa/red)

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