Bahnbau

Strabag: Freigabe für Milliardenauftrag in England trotz Corona

Ein Konsortium rund um den heimischen Bauriesen Strabag darf in England einen Großauftrag im Bahnbau ausführen - trotz der Verwerfungen im Zuge der Coronakrise. Die Planung für die Hochgeschwindigkeitsstrecke HS2 läuft seit drei Jahren, das Auftragsvolumen beläuft sich auf 3,3 Milliarden Pfund.

Trotz Coronavirus-Krise ist ein britischer Bahn-Großauftrag an den heimischen Bauriesen Strabag nicht zum Stillstand gekommen. Der Auftraggeber High Speed Two (HS2) Ltd signalisierte grünes Licht für die Realisierung - das Konsortium aus Strabag, Skanska und Costain, an dem die Österreicher 32 Prozent halten, bekam die offizielle Auftragsfreigabe ("notice to proceed") für die Streckenlose S1 und S2, wie die Strabag mitteilte.

Hochgeschwindigkeitsstrecke von London nach Birmingham und später nach Manchester

Die geplante Hochgeschwindigkeitsstrecke HS2 in Großbritannien soll in der ersten Phase auf einer Länge von 225 km London und Birmingham verbinden. Später folgen Leeds und Manchester. Die beiden südlichen Baulose haben eine Gesamtlänge von knapp 26 km.

Mit der Planung, Kalkulation und Arbeitsvorbereitung wurde das Dreier-Joint-Venture bereits im Sommer 2017 um 79 Mio. Pfund beauftragt. Das sei nun "nahezu abgeschlossen". Zu Beginn war man noch von einem Bauvolumen von insgesamt rund 2 Mrd. Pfund (knapp 2,3 Mrd. Euro) ausgegangen. Mittlerweile hat sich der Auftragsumfang auf "voraussichtlich 3,3 Mrd. Pfund" massiv ausgeweitet.

White Paper zum Thema

Rückblick zum Auftrag aus dem Jahr 2017:
Bahnbau: Strabag gewinnt Milliardenauftrag in England >>

Jetzt: Der Schritt von der Planung zur Ausführung

Der nun erteilte Auftrag bedeute den Übergang von Planungs- und Vorbereitungsarbeiten zu detailliertem Design und Bauausführung, erklärte die Strabag. "Trotz der besonderen Herausforderung, die die Coronavirus-Krise für uns alle bedeutet, freuen wir uns, dass der nächste Schritt für die Realisierung dieses komplexen Infrastrukturprojekts eingeleitet wurde", betonte Strabag-Chef Thomas Birtel. Der Vertrag gebe "Sicherheit in diesem derzeit unsicheren Umfeld".

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Baubetrieb trotzdem vorerst ausgesetzt

Der Baustellenbetrieb ist derzeit wegen der Coronavirus-Pandemie für alle nicht essenziellen Arbeiten ausgesetzt. Die rund 400-köpfige gemeinsam zusammengesetzte Mannschaft arbeite in Telearbeit intensiv weiter an der detaillierten Planung und Vorbereitung und sei bereit, die Arbeiten vor Ort schnell wieder aufzunehmen, sobald dies möglich sei. (apa/red)

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