Steuern

"Jedes Wiener Café zahlt mehr Steuern als Starbucks in ganz Österreich"

Internationale Großkonzerne wie Google oder Amazon zahlen fast nirgendwo in Europa den gesetzlich vorgeschriebenen Steuersatz. Die deutsche Justizministerin fordern einen europaweiten Mindeststeuersatz von 15 bis 18 Prozent, um dieses Dumping zu beenden.

Internationale Großkonzerne zahlen fast nirgendwo in der EU den gesetzlich vorgeschriebenen Steuersatz. Das belegt eine Studie der Grünen im Europaparlament, die heuer im Jänner bekannt geworden ist.

Demnach gibt es deutliche Unterschiede zwischen den offiziell geltenden Steuern und der tatsächlich gezahlten Abgabenlast multinationaler Konzerne, so das Ergebnis der Untersuchung. Luxemburg zeigte demnach die stärkste Abweichung.

Forderung nach europaweitem Mindeststeuersatz

Die SPD-Spitzenkandidatin für die Europawahl, Katarina Barley, fordert einen europaweiten Mindeststeuersatz für Unternehmen in Höhe von 15 bis 18 Prozent. "Wir wollen eine Mindestbesteuerung einführen, denn wer in Europa Geld verdient, muss auch Steuern zahlen", sagte die deutsche Sozialdemokratin den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland.

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Das Beispiel von Starbucks in Österreich

"Wenn die Mindestbesteuerung bei 15 bis 18 Prozent liegt, hat das Steuerdumping in Europa ein Ende." Einige Großkonzerne wie Google oder Amazon nutzten die geltenden "unterschiedlichen Steuersysteme" aus, sagte die deutsche Justizministerin der Zeitung. So habe etwa die Kaffeehauskette Starbucks in Österreich zuletzt 17,6 Millionen Euro Umsatz gemacht und nur 803 Euro an Unternehmensteuern gezahlt, kritisierte Barley: "Jedes Wiener Café zahlt mehr." (afp/apa/red)