Fahrzeuglogistik

Oberösterreichischer Fahrzeuglogistiker Hödlmayr legt deutlich zu

Der im Bezirk Perg ansässige Fahrzeuglogistiker Hödlmayr hat seinen Umsatz im Vorjahr um acht Prozent auf 265 Millionen Euro gesteigert. Auch künftig ergeben sich neue Chancen, etwa durch Elektromobilität, so Firmenchef Johannes Hödlmayr - aber auch Schwierigkeiten durch die "Kostenoptimierung" bei Auftraggebern.

Der oberösterreichische Fahrzeuglogistiker Hödlmayr International AG mit Sitz in Schwertberg im Bezirk Perg hat 2016 mit 265 Mio. Euro ein Umsatzplus von 8 Prozent erzielt. Für heuer sieht CEO Johannes Hödlmayr neue Chancen unter anderem durch die E-Mobilität, aber auch Herausforderungen durch "Kostenoptimierung" bei den Auftraggebern, so das Unternehmen.

Das Familienunternehmen geht davon aus, dass E-Mobilität, autonomes Fahren und Carsharing den Automotive-Markt nachhaltig verändern. "Wir sehen sie aber weniger als Bedrohung, sondern viel mehr als Chance für neue Geschäftsfelder", erklärt Hödlmayr.

Im bereits vorhandenen Bereich Pre-Delivery-Services - der Qualitätskontrolle für 1,2 Mio. Neuwagen in sechs Werken namhafter Automobilhersteller - will das Unternehmen mit neuen Dienstleistungen an den einzelnen Fahrzeugen punkten. Dazu sei es notwendig, in das nötige Know-how der Mitarbeiter zu investieren. Zudem werde sich der Beruf des Lkw-Fahrers tiefgreifend verändern, er werde künftig ein hochausgebildeter "Administrator" sein.

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Schwierigkeiten nach der Übernahme von Opel zu erwarten

Neue Chancen sieht der Vorstand auch in dem im urbanen Raum klar erkennbaren Trend zum Carsharing, denn die Wartung von Fahrzeug-Flotten gehöre schon jetzt zum Leistungsspektrum der Firma. Pflege, Wartung, permanente uneingeschränkte Einsatzfähigkeit der Fahrzeuge seien auch wesentliche Kriterien für die Akzeptanz von Carsharing-Konzepten.

Eine Herausforderung vermutet er in der Übernahme von Opel durch die PSA-Group - beides Kunden. Erfahrungsgemäß werde dies zur "Kostenoptimierung" für die Hersteller genutzt. Die ohnehin geringen Margen für den reinen Transport würden weiter unter Druck geraten. "Derzeit erhalten wir für jedes von uns abgewickelte Fahrzeug - Transport plus Dienstleistung - im Schnitt 150 Euro", rechnete der CEO vor.

Bahnkapazitäten werden deutlich ausgebaut

Um am Markt seine Wettbewerbsvorteile zu wahren, wird heuer vor allem in den Ausbau der Bahnkapazitäten investiert. Fünf neue Ganzzüge für jeweils bis zu 240 Pkw - das entspricht der Kapazität von 30 Lkw - werden angeschafft, die in diesem Bereich das Transportpotenzial um mehr als 30 Prozent steigern. Die Waggons sind stufenlos höhenverstellbar und erlauben auch die Beförderung von SUV.

Hödlmayr betreibt bis zu 20 Ganzzüge mit insgesamt 370 Waggons - ein Ladevolumen von 4.800 Fahrzeugen. So werden 20 Prozent seiner Transport-Kilometer auf Schiene abgewickelt. Zum Fuhrpark gehören weiters 740 Transporter für die Straße. Die 1.800 Mitarbeiter (im Jahr davor: 1.650) in 16 europäischen Ländern bewegten zuletzt 1,75 Mio. Fahrzeuge.

Außenpolitische Entwicklungen "Anlass zur Sorge"

Die Entwicklungen in der Türkei beobachtet das Unternehmen genau. Dort besteht seit 5 Jahren ein Standort mit 65 Mitarbeitern. Die innenpolitischen Vorgänge und aktuelle außenpolitische Entwicklungen und Äußerungen würden "Anlass zur Sorge und erhöhter Aufmerksamkeit geben". (apa/red)

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