Das sind Österreichs 250 größte Industriebetriebe

INDUSTRIEMAGAZIN präsentiert die Industrie-Champions des Jahres 2015: Umsätze, Ergebnisse, Mitarbeiterzahlen, Ausgaben für Forschung & Entwicklung – alle Daten in übersichtlichen, sortierbaren Tabellen.

So dreht eine einzige Entwicklung die gesamte Statistik: Der extrem niedrige Ölpreis traf im vergangenen Geschäftsjahr in erster Linie die OMV AG – was angesichts ihres Umsatz-Gewichts gleich die Gesamtbilanz von Österreichs Industrie ins Minus drückt.

Rechnet man allein diesen Posten heraus, so erzielten die Top-250-Industrieunternehmen ein kumuliertes Umsatz-Plus von 3,2 Prozent. Mehr als 30 dieser Industrieunternehmen schafften gegenüber dem Vorjahr sogar Umsatz-Steigerungen um mehr als zehn Prozent, darunter Maschinen- und Anlagenbauer wie Integral-Montage, TMS oder die TGW-Gruppe. Elektronikunternehmen wie Skidata, ams oder ABB. Automotive-Unternehmen wie Robert Bosch, Polytec oder KTM. Die Nahrungsmittel-, die Pharma-, die Metall-Branche: Sie alle haben im Schnitt ein starkes Geschäftsjahr 2015 hingelegt.

Und wie immer ragen einige Unternehmen besonders hervor: Red Bull, Andritz und Mondi, die ihre Umsätze gegenüber dem Vorjahr um 400 bis 800 Millionen Euro steigerten. Die ams AG, die eine EGT-Quote von fast 25 Prozent erreicht. Die Infineon AG, die ein Viertel ihres Umsatzes in Forschung und Entwicklung steckt. INDUSTRIEMAGAZIN präsentiert jene Industrieunternehmen, die 2015 Herausragendes leisteten.

  • Bundesland Legende
  • Umsatz in Mio Euro
  • Top-250 Unter­nehmen
  • Mit­arbeiter
  • Burgenland
  • 2.137
  • 6
  • 2.600
  • Kärnten
  • 7.300
  • 14
  • 14.200
  • Niederösterreich
  • 17.400
  • 29
  • 30.300
  • Oberösterreich
  • 44.270
  • 65
  • 89.100
  • Salzburg
  • 13.662
  • 14
  • 17.000
  • Steiermark
  • 18.964
  • 30
  • 35.600
  • Tirol
  • 12.214
  • 16
  • 25.300
  • Vorarlberg
  • 12.173
  • 21
  • 21.000
  • Wien
  • 78.224
  • 55
  • 83.400
Das erste Jahr von Rainer Seele als OMV-Chef war ein schwieriges.

Die Größten

Unternehmen mit dem höchsten Umsatz 2016.

Minus 37 Prozent: In den Keller fallende Ölpreise drückten 2015 auch den Umsatz der OMV massiv. Schlimmeres verhinderten laut CEO Rainer Seele vor allem die starke Performance im Downstream sowie ein diversifiziertes Upstream-Portfolio. Und dass der Mineralölriese in den vergangenen Jahren in geopolitisch ruhigeren Weltgegenden akquirierte, zahlt sich nun ebenfalls aus. Die OMV ist und bleibt auch in diesem Jahr der mit Abstand umsatzstärkste Industriebetrieb Österreichs.

Unternehmen Umsatz
OMV Aktiengesellschaft 22.527,00 Mio.
voestalpine AG 11.068,70 Mio.
Borealis AG 7.699,95 Mio.
Andritz AG 6.377,20 Mio.
Mondi AG 6.272,30 Mio.
Dietrich Mateschitz meldet für Red Bull seit Jahren eine Umsatzsteigerung nach der anderen – diesmal fiel sie besonders massiv aus.

Die Wachstumskaiser

Unternehmen mit der größten Umsatz-Steigerung 2015.

So viel Red Bull gab es noch nie: Fast sechs Milliarden Dosen verkaufte der Konzern im Vorjahr, die massivsten Steigerungen im Absatz erlebten die Türkei, Südafrika, Saudi-Arabien, Indien und Polen. Hinzu kamen eine Preiserhöhung in den USA und der schwache Euro-Wechselkurs. Unter dem Strich: eine Umsatz-Steigerung um fast 800 Millionen auf 5,9 Milliarden Euro.

Unternehmen Umsatzwachstum
Red Bull GmbH 793,00 Mio.
Andritz AG 517,90 Mio.
Mondi AG 367,50 Mio.
Robert Bosch Aktiengesellschaft 277,00 Mio.
BMW Motoren GmbH 183,90 Mio.

Die Umsatz-Steigerer

Unternehmen mit der größten relativen Umsatz-Steigerung 2015.

Im Falle der Integral GmbH ist es ein Einmaleffekt, der sich laut dem Unternehmen so auch nicht wiederholen wird. Auf den Plätzen folgt organisches Wachstum. Spannend dabei: TMS, Skidata, ams und Robert Bosch tauchen gleich in mehreren Kategorien ganz vorne auf.

Leitet seit März 2016 die Geschicke der ams AG: CEO Alexander Everke.

Die Ertragreichen

Unternehmen mit dem besten Ergebnis vom Umsatz 2015.

So sieht Kontinuität aus: Gleich drei der Top-Fünf-Unternehmen in dieser Kategorie – die ams AG, die Rohöl-Aufsuchungs AG und die Constantia Flexibles Group – lagen auch im Vorjahr ganz vorne. Mit einer fabelhaften EGT-Quote von 23,6 Prozent sind die Halbleiter-Spezialisten der ams AG auch 2015 ungeschlagen.

Integrierten die ÖAG in die Frauenthal-Gruppe: ÖAG-CEO Hans-Peter Moser (li., mittlerweile ausgeschieden) und Frauenthal-Automotive-Vorstand Martin Sailer.

Die Job-Schaffer

Unternehmen mit dem höchsten Mitarbeiterwachstum in Österreich 2015.

Im zweiten Jahr hintereinander erhöhte die Frauenthal Holding AG 2015 prozentuell am stärksten den Mitarbeiterstand im Inland. Der Hauptgrund war, wie schon im Vorjahr, die Integration der ÖAG in die Handels-Division von Frauenthal. Mit Fresenius Kabi und Wienerberger schafften hier zwei weitere Unternehmen Werte von mehr als 30 Prozent.

Unternehmen Mitarbeiter-Plus in Österreich
Frauenthal Holding AG 36,30 %
Fresenius Kabi Austria GmbH 35,30 %
Wienerberger AG 31,60 %
TCG UNITECH GmbH 25,00 %
KTM AG 19,30 %
CEO Rob van Gils (li.) und Österreich-GF Markus Schober machen Hammerer Aluminium internationaler.

Die Internationalen

Unternehmen mit dem höchsten weltweiten Mitarbeiter-Wachstum 2015.

Jetzt sind es schon rund 1.000: Mit dem Kauf eines deutschen Aluminiumwerks vergrößerte das oberösterreichische Familienunternehmen Hammerer Aluminium Industries seinen Mitarbeiterstand im vergangenen Sommer massiv. Und scheint so weiterzumachen: Im Jänner 2016 kaufte HAI ein weiteres Werk in Singen am Bodensee.

TMS Turnkey-Geschäftsführer-Duo Marc Deimling (re.) und Stefan Wilden

Die Innovatoren

Unternehmen mit der höchsten Steigerung der F&E-Ausgaben 2015.

Steigerungen um 425 Prozent sind natürlich nicht auf Top-Niveau zu erzielen. Aber auch, wenn Automobilzulieferer TMS von einem Mini-F&E-Budget 2014 von 0,04 Millionen Euro ausging: Ein erfreuliches Signal für den Standort ist das allemal.

Infineon-Chefin Sabine Herlitschka leitet das forschungsfreudigste Unternehmen des Landes.

Die Forscher

Unternehmen mit der höchsten F&E-Quote 2015.

Infineon ist und bleibt bei den F&E-Ausgaben das Maß der Dinge: Mehr als ein Viertel des Umsatzes der Villacher floss 2015 in Forschung und Entwicklung, womit die Quote des Vorjahres sogar noch gesteigert wurde. Erwähnt sei an dieser Stelle auch die Otto Bock GmbH: Mit einem Umsatz von 114 Millionen Euro knapp nicht im Ranking, wäre sie mit einer F&E-Quote von 22,7 Prozent die Nummer Zwei hinter Infineon.