Gläubigerliste veröffentlicht : KTM produziert ab nächster Woche wieder
Nach Annahme des Sanierungsplans für Motorradhersteller startet am 17. März Einschichtbetrieb.
- © KTM SportmotorcycleDie Motorradproduktion wurde wenige Wochen nach dem Insolvenzantrag der KTM AG, der KTM Components GmbH und der KTM Forschungs- und Entwicklungs GmbH am 29. November eingestellt. Es folgte eine knapp dreimonatige Betriebspause mit Lohnkürzungen, um die hohen Lagerbestände abzubauen. Rund 130.000 Motorräder waren auf Lager, die zumindest teilweise nicht der seit diesem Jahr geltenden Abgasnorm Euro5+ entsprachen.
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Nach der Annahme des Sanierungsplanes mit einer Barquote von 30 Prozent für die Gläubiger und einer ersten Finanzspritze von 50 Mio. Euro durch den indischen Miteigentümer Bajaj Ende Februar sieht sich KTM nun in der Lage, die Produktion wieder hochzufahren. Die Beschäftigten würden bereits "bedarfsmäßig an die Arbeitsplätze zurückkehren", hieß es beim Unternehmen am Dienstag. Bis Ende März werden weitere 100 Millionen Euro benötigt, um den Betrieb im April und Mai zu sichern. Die Gläubigerquote von insgesamt 600 Mio. Euro muss bis 23. Mai bezahlt werden, der Investorenprozess läuft.
Europäische Investorenbank größte Gläubigerin
Unter den Finanzinstituten ist laut einem Bericht der OÖN die Europäische Investitionsbank (EIB) mit rund 211 Millionen Euro die größte Gläubigerin. Das sind laut OÖN anerkannte, unbedingte und unbesicherte Forderungen. In Österreich sei die Unicredit Bank Austria mit rund 143 Millionen Euro Forderungen an erster Stelle, gefolgt von der Raiffeisen Bank International (RBI) mit 118 Millionen Euro und der RLB Niederösterreich-Wien mit 65 Millionen Euro. In Oberösterreich liegt die Oberbank mit rund 44 Millionen Euro Forderungen vor der Raiffeisenlandesbank mit 35 Millionen Euro und der Hypo Landesbank mit 10 Millionen Euro.
Suche nach Investor geht weiter
Die Gläubiger haben am 25. Februar am Landesgericht Ried im Innkreis den Sanierungsplan für den Motorradhersteller mehrheitlich angenommen. "Game-Changer" war laut dem Sanierungsverwalter, dass der indische KTM-Partner Bajaj 50 Millionen Euro überwiesen hat. Welcher Investor letztlich einsteigt, ist weiterhin offen.
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Gerüchten zufolge überlegte der Rivale BMW mit einem Investment einzusteigen. Zwar sollen Vertreter des indischen Pierer-Mobility-Miteigentümers Bajaj Gespräche mit dem deutschen Fahrzeughersteller geführt haben, doch BMW habe schließlich beschlossen, die Pläne nicht weiterzuverfolgen. Bisher sollen unbestätigten Angaben zufolge 23 potenzielle Investoren im Gespräch sein. Dabei soll es sich um eine Mischung aus strategischen und Finanzinvestoren handeln. Genannt werden unter anderem Stephan Zöchling (Miteigentümer von Remus) und ein amerikanischer Asset Manager, der bereits ein unverbindliches Angebot abgegeben haben soll.